Studie der Bertelsmann-Stiftung 18.12.2025, 12:30 Uhr

Viel Potenzial, wenig Raum: Wo das Bildungssystem junge Ideen verliert

Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung blicken junge Menschen in Deutschland zuversichtlich in ihre berufliche Zukunft. Sie bringen genau die Haltungen mit, die in einer sich im Wandel befindenden Arbeitswelt gebraucht werden. Das Potenzial ist da, doch das aktuelle Bildungssystem gibt jungen Ideen keinen Raum.

Junge Erwachsene sitzen gemeinsam an einem Tisch, diskutieren und arbeiten konzentriert an Unterlagen – Teamarbeit und Ideenaustausch in einer Lernumgebung.

Junge Menschen bringen Ideen, Eigeninitiative und Gestaltungswillen mit, doch in Schulen und Hochschulen fehlen oft die Freiräume, um dieses Potenzial zu entfalten.

Foto: picture alliance / imageBROKER | Oleksandr Latkun

Rund drei Viertel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland sind überzeugt, ihren beruflichen Lebensweg gut bestreiten zu können. Eine repräsentative forsa-Befragung von 14- bis 21-Jährigen im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) zeigt: 74 % der Befragten stimmen dieser Aussage zu – das Bildungssystem verliert junge Ideen.

Junge Menschen denken unternehmerisch

Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass unternehmerisches Denken bei jungen Menschen weitverbreitet ist:

Stellenangebote im Bereich Projektmanagement

Projektmanagement Jobs
Stadtwerke Augsburg Holding GmbH-Firmenlogo
Planer (m/w/d) Wärmeerzeugungsanlagen im Bereich Energiedienstleistung Stadtwerke Augsburg Holding GmbH
Augsburg Zum Job 
General Aerospace GmbH-Firmenlogo
Industrial Engineer (w/m/d) General Aerospace GmbH
Eschbach Zum Job 
Honda R&D Europe (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Fahrdynamik, Fahrversuch und Simulation Honda R&D Europe (Deutschland) GmbH
Offenbach am Main Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker als Bauleiter Windkraftanlagen Nord-Deutschland (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Norddeutschland Zum Job 
FCP IBU GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in (m/w/d) Tragwerksplanung FCP IBU GmbH
FCP IBU GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in (m/w/d) Eisenbahnwesen FCP IBU GmbH
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) als Projektleitung "Elektro- bzw. Nachrichtentechnik" Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Rolls-Royce-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Rolls-Royce
Augsburg Zum Job 
Rolls-Royce-Firmenlogo
Messingenieur - Fachbereich Emissionsmesstechnik (m/w/d) Rolls-Royce
Friedrichshafen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Planung von Ingenieurbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
Rolls-Royce-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Rolls-Royce
Friedrichshafen Zum Job 
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Ingenieurin bzw. Ingenieur (w/m/d) im Bereich Elektro- bzw. Nachrichtentechnik Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
TGA-Projektingenieurin/TGA-Projektingenieur (w/m/d) im Bereich Versorgungstechnik Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Projektleitung von Lärmschutz- und Brückenbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Projektleitung Konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
NORDEX GROUP-Firmenlogo
Projektingenieur Umspannwerke (m/w/d) NORDEX GROUP
Hamburg Zum Job 
NORDEX GROUP-Firmenlogo
Civil Project Engineer (m/w/d) NORDEX GROUP
Hamburg Zum Job 
GTM Gebäudetechnik Management GmbH-Firmenlogo
CAE-Systemplaner (m/w/d) für MSR-Anlagen GTM Gebäudetechnik Management GmbH
deutschlandweit Zum Job 
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Engineer for DESY Beamline station P61B Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY
Hamburg Zum Job 
  • 76 % der Befragten handeln lieber auf Grundlage eigener Entscheidungen
  • 70 % probieren gerne Neues aus, auch wenn es scheitern kann
  • 68 % geben an, Probleme lieber selbstständig zu lösen
  • 62 % sagen, dass sie notwendige Dinge auch gegen Widerstände vorantreiben würden

“Es ist eine gute Nachricht, dass viele junge Menschen Einstellungen und Überzeugungen aufweisen, die sich auch bei Unternehmer:innen finden. Das ist eine gute Ausgangslage, um wichtige Kompetenzen für die heutige Arbeitswelt zu erwerben. Dieses Potenzial zu nutzen, ist ein Auftrag an Bildungseinrichtungen, Ausbildungsbetriebe sowie die Zivilgesellschaft. Wenn wir jetzt in entsprechende Angebote investieren, kann die junge Generation ihre Kompetenzen voll entfalten – zum Gewinn für Gesellschaft und Wirtschaft”, sagt Ivo Andrade, Experte für junge Menschen und Wirtschaft bei der Bertelsmann-Stiftung.

Mehr als zwei Drittel wollen unternehmerische Kompetenzen erlernen

Die Befragung zeigt besonders deutlich, dass junge Menschen wissbegierig sind und unternehmerische Kompetenzen erlernen wollen. 85 % der Befragten sind der Meinung, dass es wichtig ist, zu wissen, wie man ein eigenes Projekt plant und umsetzt. 74 % sehen Kenntnisse über unternehmerisches Denken und Handeln für ihre berufliche Zukunft als bedeutsam.

Diese Ergebnisse überschneiden sich mit etablierten Kompetenzfeldern wie Fremdsprachen oder dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich (MINT). Die Autorinnen und Autoren der Studie ist das ein Beweis dafür, dass die Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen, also „Entrepreneurship Education“ ein höchst relevantes Thema für junge Menschen ist. Es handele sich dabei sogar um eine zentrale Zukunftsaufgabe im Bildungssystem.

Realität lässt zu wünschen übrig

Deutschland spart an der Bildung – und gefährdet damit seine Zukunft, so heißt es in einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft aus dem November. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) warnt: Ohne starke Investitionen in Schulen, Ausbildung und MINT-Nachwuchs droht der Wirtschaftsstandort den Anschluss zu verlieren. Zwischen Anspruch und Realität klafft derzeit eine deutliche Lücke. Auch die Befragten schätzen die Situation als wünschenswert ein: Die Möglichkeit, sich in ihrer jeweiligen Einrichtung, ob Schule, Betrieb oder Universität, einzubringen, ist gering.

Nur rund 50 % geben an, eigene Projekte und Initiativen starten zu können, eigenständige Entscheidungen treffen zu können oder ermutigt zu werden, neue Lösungen für Probleme zu finden. Die Konsequenz: Lediglich 36 % der jungen Menschen bringen regelmäßig ihre Ideen ein. Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem September hatte bereits gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler sich mehr Beteiligungsmöglichkeiten im Unterricht und Schulalltag wünschen.

„Entrepreneurship Education“ – die Lösung des Problems?

Die Ergebnisse sind eindeutig: Es mangelt nicht an Motivation oder Ideen. Aus der Sicht der jungen Menschen würde Folgendes am meisten helfen:

  • Eine verlässliche Ansprechperson
  • Das Umsetzen ihrer Vorschläge in konkrete Aktivitäten
  • Vertrauensvolle Lernumgebungen, in denen der Mut zum Ausprobieren belohnt wird und es Freiräume ohne die Angst vor Fehlern gibt

Die Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen daher Schulen, Ausbildungsbetrieben und Hochschulen, aber auch außerschulischen Lernorten, „Entrepreneurship Education“ systematisch in der jeweiligen Einrichtung zu verankern.

Ellen Wallraff, Expertin für Entrepreneurship Education in der DKJS, fasst dies so zusammen:  “Junge Menschen wollen Ideen entwickeln und in die Tat umsetzen. Dafür brauchen sie Zeit, Anleitung und Ermutigung.“

Mit Programmen wie Startup Zukunft! unterstützt die DKJS Schulen und außerschulische Lernorte dabei, eine Kultur der Selbstständigkeit zu etablieren und unternehmerische Kompetenzen bei jungen Menschen zu fördern.

 

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.