Bewerbungsunterlagen 08.07.2026, 09:00 Uhr

Hobbys im Lebenslauf: Welche Interessen Ingenieure wirklich nennen sollten

Hobbys im Lebenslauf richtig wählen: So zeigen Ingenieure relevante Soft Skills, vermeiden Fehler und steigern ihre Chancen im Bewerbungsprozess gezielt.

Hobbys im Lebenslauf

Welche Hobbys wirken im Lebenslauf professionell?

Foto: PantherMedia / gustavofrazao

Hobbys im Lebenslauf sind mehr als nur ein optionaler Zusatz – sie können entscheidend dazu beitragen, sich von anderen Bewerbenden abzuheben. Personalverantwortliche nutzen diesen Abschnitt oft, um mehr über die Persönlichkeit, Soft Skills und Interessen eines Kandidaten zu erfahren. Doch welche Hobbys im Lebenslauf sind sinnvoll, und welche sollte man besser weglassen?

Warum soll man Hobbys im Lebenslauf angeben?

Hobbys werden in Lebensläufen oft als nebensächlich betrachtet, doch sie können eine erstaunlich große Wirkung entfalten. Neben den beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen geben Hobbys und Interessen im Lebenslauf einen Einblick in die Persönlichkeit des Bewerbers oder der Bewerberin und können dabei helfen, sich von der Masse abzuheben.

Denn: Arbeitgeber suchen zunehmend nach Mitarbeitenden, die nicht nur fachlich, sondern auch menschlich in das Team passen. Und genau hier kommen Hobbys ins Spiel: Sie bieten die Möglichkeit, persönliche Interessen und Werte zu zeigen und damit eine Verbindung auf einer weniger formalen Ebene herzustellen.

Hobbys können auch den ersten Eindruck mitentscheidend prägen. Während Fachkenntnisse und Berufserfahrungen oft vergleichbar sind, können ungewöhnliche oder spezifische Hobbys im Gedächtnis bleiben und Neugier wecken. Gleichzeitig können sie einen wertvollen Anknüpfungspunkt für Gespräche bieten – sei es im Vorstellungsgespräch oder später beim Onboarding.

Hobbys im Lebenslauf sind kein Schmuckelement

Das Klischee, dass die Rubrik „Interessen“ die Bewerbung optisch auflockern oder den Bewerber bloß als „nahbaren“ Menschen präsentieren soll, ist überholt. Im professionellen Engineering-Umfeld gilt eine härtere Währung: Hobbys im Lebenslauf sind kein Schmuckelement. Sie haben in einem modernen CV ausschließlich dann eine Berechtigung, wenn sie eine für die vakante Stelle relevante Kompetenz glaubhaft untermauern. Das oft bemühte Mantra, Freizeitaktivitäten würden lediglich „Persönlichkeit zeigen“, greift im Recruiting von heute zu kurz. Ein technisches Profil gewinnt nicht an Tiefe, nur weil eine sympathische Beschäftigung den Platz füllt.

Interessen sollten stattdessen als informeller Leistungsnachweis verstanden werden. Wer in seiner Freizeit autonome Fahrzeuge programmiert oder sich strukturiert auf einen Triathlon vorbereitet, transportiert damit handfeste Botschaften über Problemlösungskompetenz, Belastbarkeit und Methodik im Ingenieurwesen. Lässt sich dieser direkte Bezug zu den Anforderungen der Zielposition nicht herstellen, verpufft der strategische Wert. Für einen überzeugenden Lebenslauf als Ingenieur gilt im Zweifel: Mut zur Lücke – und den Fokus voll auf die harten Projekterfolge lenken.

Verbindung zur Unternehmenskultur

Die Unternehmenskultur spielt eine zentrale Rolle bei der Auswahl neuer Mitarbeitender. Arbeitgeber suchen nicht nur nach Menschen mit den richtigen Fachkenntnissen, sondern auch nach Personen, die gut in das Team und zur Unternehmenskultur passen. Hobbys im Lebenslauf können dabei als unauffälliger, aber wirkungsvoller Hinweis dienen, wie gut man mit den Werten und der Arbeitsweise des Unternehmens harmoniert.

Hobbys zeigen, welche Eigenschaften und Interessen eine Person in ihrem Alltag pflegt, und geben Aufschluss darüber, ob diese zum Unternehmen passen. Besonders in Unternehmen, die Wert auf Teamarbeit, Kreativität oder Engagement legen, können Hobbys zeigen oder zumindest andeuten, dass der Bewerbende mehr als nur ein fachlich geeigneter Kandidat oder Kandidatin ist – sie signalisieren, dass er oder sie auch menschlich gut ins Team integriert werden kann.

Welche Hobbys sind gut im Lebenslauf?

Die Wahl der richtigen Hobbys im Lebenslauf kann, wie bereits erwähnt, entscheidend sein, um sich von anderen Bewerbenden abzuheben und Soft Skills hervorzuheben. Besonders gut kommen Hobbys an, die teamorientiert sind, da sie zeigen, dass man gut mit anderen zusammenarbeiten kann. So demonstrieren solche Mannschaftssportarten wie Fußball, Volleyball oder Basketball Teamgeist, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, sich in eine Gruppe einzufügen. Auch Hobbys wie das Singen im Chor oder das Musizieren in einer Band unterstreichen diese Eigenschaften.

Für Führungspositionen eignen sich Hobbys, die Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualitäten zeigen. Dazu zählen ehrenamtliche Tätigkeiten, wie die Organisation von Veranstaltungen oder die Leitung eines Vereins. Auch das Training oder Coaching von Jugend- oder Kindergruppen in Sportvereinen kann Ihre Fähigkeit hervorheben, Menschen zu motivieren und anzuleiten.

Kreative Hobbys wie Malen, Fotografieren oder Schreiben sind ideal, um die Originalität und ästhetisches Gespür zu betonen. Sie passen besonders gut in Berufe, die innovative Ideen oder gestalterisches Denken erfordern. Ebenso können handwerkliche Projekte ein Pluspunkt sein, da sie Einfallsreichtum und handwerkliches Geschick zeigen.

Hobbys, die analytischen Fähigkeiten unterstreichen, sind ebenfalls gern gesehen. Intellektuelle Interessen wie Schach oder Strategiespiele weisen auf strategisches Denken, Geduld und Konzentration hin, während das Lesen eine gewisse Wissbegierde und einen breiten Horizont signalisiert.

Wer Ausdauer und Zielstrebigkeit betonen möchte, kann Hobbys wie Marathonlaufen, Triathlon oder Bergsteigen in den Lebenslauf aufnehmen. Solche Aktivitäten demonstrieren Disziplin, Durchhaltevermögen und den Willen, gesetzte Ziele zu erreichen. Auch Hobbys wie Wandern oder Klettern können zeigen, dass der Mensch geduldig und fokussiert arbeiten kann, selbst wenn es Herausforderungen gibt.

Soziale und kommunikative Hobbys sind besonders für Berufe geeignet, die viel Kundenkontakt oder Teamarbeit erfordern. Moderation von Veranstaltungen oder Podcasts zeigt Redegewandtheit und Organisationstalent, während Schauspiel oder Improvisationstheater die Flexibilität und Selbstbewusstsein unterstreichen können.

Für technologiegetriebene Berufe können auch technologische oder innovative Hobbys interessant sein. Programmieren, App-Entwicklung oder das Bauen von Robotern signalisieren technisches Know-how, Kreativität und ein Interesse an Innovationen.

Hobbys für Ingenieure

Ingenieure haben oft ein breites Interesse an Technologie, Problemlösung und Kreativität. Hier sind einige Hobbys, die besonders gut zu Ingenieuren passen:

  1. Modellbau: Ob Flugzeuge, Autos oder Schiffe – Modellbau fördert sowohl technisches Verständnis als auch Kreativität und Präzision. Ingenieure können hier ihre Konstruktionsfähigkeiten weiterentwickeln und gleichzeitig die Funktionsweise von Maschinen und Strukturen im Kleinformat nachvollziehen.
  2. Programmieren: Das Erlernen von Programmiersprachen oder das Entwickeln von Software ist eine perfekte Möglichkeit für Ingenieure, ihre Fähigkeiten im Bereich der Computertechnik zu vertiefen und eigene Projekte zu realisieren, wie z.B. Apps oder Webseiten.
  3. 3D-Druck: Ingenieure können mit 3D-Drucker eigene Designs kreieren und realisieren. Dies kann in der Freizeit sowohl ein kreatives als auch ein technisches Hobby sein, das die Fähigkeiten in der Konstruktion und dem Design von Objekten weiterentwickelt.
  4. Elektronik und Robotik: Der Bau von Elektronikprojekten oder Robotern ist ein großartiges Hobby für Ingenieure, das die Anwendung von Wissen aus Bereichen wie Elektronik, Informatik und Maschinenbau kombiniert.
  5. Fotografie: Die technische Seite der Fotografie, wie z.B. das Experimentieren mit Kameratechnik, Belichtung und Bildbearbeitung, kann Ingenieuren helfen, ihr technisches Verständnis auf kreative Weise zu nutzen.
  6. Schwimmen oder Radfahren: Diese Aktivitäten bieten eine physische Herausforderung und fördern gleichzeitig die Ausdauer und Konzentration – beides wichtige Eigenschaften für Ingenieure.
  7. DIY-Projekte: Ob Möbelbau, Renovierung oder die Herstellung eigener Geräte – DIY-Projekte können Ingenieuren helfen, ihre praktischen Fähigkeiten zu erweitern und gleichzeitig ihre Kreativität auszuleben.

Hier ist eine gestraffte Version, die ganz ohne verschachtelte Listenpunkte auskommt und die Beispiele direkt auf den Punkt bringt:

So formulieren Sie Hobbys im Ingenieur-Lebenslauf richtig

Der beste Beleg für Ihre Leidenschaft ist Konkretheit. Statt vager Einwort-Begriffe sollten Sie Ihre Interessen so beschreiben, dass Ihre technische Affinität, Methodenkompetenz oder Ihre Soft Skills sofort sichtbar werden.

Technische & fachnahe Interessen

  • 3D-Druck: „Konstruktion funktionaler Bauteile in Fusion 360“ – Das signalisiert sofort Ihre Vertrautheit mit modernen CAD-Tools und ein praktisches Verständnis für Fertigungsverfahren abseits des Jobs.
  • Robotik: „Aufbau und Programmierung kleiner autonomer Fahrzeuge“ – Damit belegen Sie interdisziplinäres Denken an der Schnittstelle von Hardware, Elektronik und Software.
  • Open-Source: „Kleinere Beiträge zu Python-Projekten“ – Ein starker Beweis für Eigeninitiative, Programmierpraxis und Vertrautheit mit moderner Versionsverwaltung (z. B. GitHub).

Soziales Engagement & Sport

  • Ehrenamt: „Ehrenamtliche Organisation von Technik-Workshops für Jugendliche“ – Das unterstreicht Organisationsgeschick, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, komplexe MINT-Inhalte verständlich zu vermitteln.
  • Triathlon: „Regelmäßige Wettkampfvorbereitung, Schwerpunkt Ausdauer und Zielplanung“ – Diese Formulierung steht im Engineering-Umfeld für extreme Disziplin, Belastbarkeit und das methodische Hinarbeiten auf langfristige Projektziele.

Welche Hobbys sind schlecht im Lebenslauf?

Nicht alle Hobbys sind im Lebenslauf von Vorteil – einige können sogar einen negativen Eindruck hinterlassen oder Zweifel an der Eignung für die Position wecken. Besonders vorsichtig sollte man bei zu generischen Hobbys sein. Interessen wie „Musik hören“, „Reisen“ oder „Lesen“ wirken austauschbar und wenig aussagekräftig, da sie keine individuellen Qualitäten oder Fähigkeiten vermitteln. Wenn man aber solche Hobbys trotzdem erwähnen möchte, sollte man sie am besten präzisieren, etwa mit „Lesen von Wirtschaftsliteratur“ oder „Backpacking durch Südostasien“.

Auch zeitintensive Hobbys können problematisch sein, da sie den Eindruck erwecken könnten, dass sie die berufliche Verfügbarkeit beeinträchtigen. Beispielsweise kann „Online-Gaming für mehrere Stunden täglich“ oder „regelmäßiges Marathontraining“ den Verdacht nahelegen, dass diese Aktivitäten berufliche Verpflichtungen überlagern könnten.

Riskante oder gefährliche Hobbys wie Basejumping, Freeclimbing oder andere Extremsportarten sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Arbeitgeber könnten befürchten, dass die Mitarbeitenden sich häufiger Verletzungen zuziehen oder generell zu risikofreudig sind – Eigenschaften, die in sicherheitsrelevanten oder konservativen Berufen negativ interpretiert werden könnten.

Hobbys, die potenziell kontrovers oder polarisierend wirken, sollten ebenfalls vermieden werden. Politische Kampagnenarbeit, Diskussionen über kontroverse Themen in sozialen Medien oder stark religiöse Aktivitäten könnten bei Arbeitgebern oder Kollegen auf Unverständnis oder Ablehnung stoßen, wenn deren Werte und Ansichten nicht mit den eigenen übereinstimmen.

Unprofessionelle oder unreife Hobbys wie „Feiern gehen“, „Serien-Marathons schauen“ oder ähnliche Aktivitäten sind ebenfalls nicht für den Lebenslauf geeignet. Sie lassen schnell Zweifel an der Ernsthaftigkeit oder Arbeitsmoral aufkommen und können das Bild einer unzuverlässigen oder wenig engagierten Person vermitteln.

Gute Hobbys Schlechte Hobbys
Mannschaftssportarten Exzessives Gaming
Ehrenamtliche Tätigkeiten Feiern gehen
Kreative Hobbys  Kontroverse Diskussionen
Sportarten (Laufen, Radfahren, etc.)  Allgemeine Aktivitäten (Musik hören, Lesen)
Schach/Strategie-Spiele Extreme Sportarten
Reisen Übermäßiges Fernsehen

Wie schreibt man Hobbys im Lebenslauf?

Hobbys im Lebenslauf sollten gezielt eingesetzt werden, um die Persönlichkeit zu ergänzen und relevante Soft Skills hervorzuheben. Sie gehören in der Regel ans Ende des Lebenslaufs unter einer eigenen Rubrik wie „Interessen“ oder „Hobbys“. Für kreative oder persönliche Berufe kann es sinnvoll sein, sie etwas prominenter zu platzieren, aber generell bleibt der Fokus auf der Berufserfahrung und den Qualifikationen.

Anzahl der Hobbys im Lebenslauf

Die Anzahl der Hobbys im Lebenslauf sollte überschaubar und gut durchdacht sein, da sie nur einen ergänzenden Bestandteil darstellen. Als Faustregel gilt: Zwei bis fünf Hobbys sind ideal.

Statt eine lange Liste von Hobbys aufzuführen, sollte man solche wählen, die relevante Fähigkeiten oder Eigenschaften unterstreichen. Drei präzise beschriebene Hobbys sind meist aussagekräftiger als zehn vage Interessen.

Kann man Lücken im Lebenslauf mit Hobbys kaschieren?

Es ist grundsätzlich nicht empfehlenswert, Lücken im Lebenslauf mit Hobbys zu „kaschieren“. Hobbys sollten den Lebenslauf ergänzen und Soft Skills unterstreichen, aber sie sind keine Lösung für unerklärte Berufspausen oder Lücken in der Berufserfahrung.

In bestimmten Fällen können Hobbys und Aktivitäten jedoch dazu beitragen, Lücken in einem positiven Licht darzustellen. Wenn jemand beispielsweise eine längere Auszeit genommen hat, um sich um ein Familienmitglied zu kümmern oder eine Weiterbildung zu machen, kann diese Zeit mit relevanten Aktivitäten (z. B. Ehrenamt, Fortbildung, Freelance-Arbeit oder Selbststudium) kombiniert werden. In diesem Zusammenhang können Hobbys wie freiwillige Tätigkeiten oder selbstständige Projekte sogar die Fähigkeiten und das Engagement der Person betonen.

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Authentische und echte Hobbys im Lebenslauf eintragen

Es ist wichtig, dass die Hobbys im Lebenslauf authentisch und realistisch sind. Ingenieure, wie auch andere Fachkräfte, sollten darauf achten, keine Hobbys anzugeben, die sie nicht wirklich ausüben oder über die sie wenig Wissen haben. Denn gerade bei Bewerbungsgesprächen können diese Themen aufgerufen werden, sei es durch eine Zwischenfrage oder eine Unterhaltung mit Kollegen und Kolleginnen im Laufe der Zeit. Wer dann keine fundierte Antwort geben kann oder gar bei der Angabe von Hobbys ins Stocken gerät, hinterlässt einen weniger professionellen Eindruck.

Zudem können unpassende oder „erfundene“ Hobbys, die keine echte Relevanz zur persönlichen Entwicklung oder zum Beruf haben, das Vertrauen in die Authentizität der Bewerbung untergraben und im schlimmsten Fall zu Konsequenzen führen. Es ist daher ratsam, nur Hobbys anzugeben, die man mit Überzeugung und Wissen vertreten kann.

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Gaming im Lebenslauf: HR-Trend oder absolute Red Flag?

Videospiele sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Über 41 Millionen Deutsche gamen regelmäßig. Dennoch zögern viele Bewerber, ihr Hobby in der Bewerbung zu erwähnen. Auf LinkedIn ist nun eine hitzige Debatte darüber entbrannt, ob Lieblingsspiele wie Minecraft, League of Legends oder Civilization künftig genauso selbstverständlich in den Lebenslauf gehören wie Sprachkenntnisse oder ein Ehrenamt.

Die Befürworter betonen, dass modernes Gaming ein hocheffektives Trainingslager für gefragte Soft Skills ist. Strategie- und Teamspiele schulen nachweislich das Ressourcenmanagement, die schnelle Problemlösungskompetenz und die Kommunikationsfähigkeit unter Druck. Kritiker halten jedoch dagegen: Virtuelle Erfolge in einer programmierten Welt mit Reset-Knopf lassen sich nicht eins zu eins auf das unvorhersehbare echte Wirtschaftsleben und reale Krisen übertragen.

Der Konsens der HR-Community zeigt einen Trend zum Umdenken: Die Gaming-Historie muss nicht künstlich zur beruflichen Superkraft aufgebläht werden, aber sie sollte kein Tabu mehr sein. Statt als reine Hobbyzeile im Lebenslauf zu verstauben, eignet sich Gaming ideal als authentischer Eisbrecher im Vorstellungsgespräch. Wer schlüssig erklären kann, wie er im Spiel komplexe Systeme analysiert oder aus digitalem Scheitern lernt, verrät Personalverantwortlichen viel über seine echte Denkweise und seinen Arbeitsstil.

Schadet Gaming unseren Job-Skills?

Wer Gaming im Lebenslauf als „virtuelle Spielerei“ abtut, ignoriert die aktuelle Wissenschaft. Eine groß angelegte Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems) räumt jetzt mit dem Vorurteil auf, dass viel Spielzeit automatisch zu kognitiven Defiziten führt. Im Gegenteil: Solange das Hobby kontrolliert und zielgerichtet bleibt, zeigten Jugendliche sogar leicht positive Effekte auf ihr logisches Denken und ihre Aufmerksamkeit.

Das Problem ist also nicht das Gaming an sich, sondern ein potenzieller Kontrollverlust. Erst wenn das Spielen zwanghaft wird (dysreguliertes Gaming), sinkt die kognitive Leistungsfähigkeit. Wer aber strategisch und fokussiert zockt, trainiert genau die mentalen Muskeln, die im Berufsalltag zählen.

„Die reine Spielzeit greift als alleiniges Maß zu kurz“, erklärt Dr. David Willinger, MSC, wissenschaftlicher Mitarbeiter (PostDoc) am Fachbereich für Psychologische Methodenlehre der KL Krems. „Ein Teenager, der viele Stunden konzentriert ein komplexes Strategiespiel spielt, agiert völlig anderes als jemand, der trotz negativer Folgen nicht mehr mit dem Spielen aufhören kann. Unsere Studie zeigt, warum die Forschung diese Nutzungsmuster klarer voneinander unterscheiden muss.“

Für die HR-Debatte bedeutet das: Intensives Gaming ist kein kognitives Risiko für den Job, sondern – richtig kanalisiert – ein echter Skill-Booster. Besonders Strategie- und Rollenspiele schulen nachweislich genau das logische Denken, das Unternehmen heute dringend suchen.

Hier ist die angepasste Version – formuliert in der professionellen Sie-Ansprache und gezielt auf die Dynamik im Ingenieurwesen (Projektfokus, technische Expertise, Relevanz) zugespitzt.

Wann Sie Hobbys im Lebenslauf weglassen sollten

Es gibt einen klaren Unterschied zwischen „unpassenden“ Freizeitaktivitäten und Situationen, in denen persönliche Interessen schlichtweg keinen Platz mehr im Profil haben. Gerade im Ingenieurwesen zählen harte Fakten und technische Kompetenz.

In den folgenden Fällen fahren Sie besser, wenn Sie die Rubrik „Hobbys“ komplett streichen:

  • Wenn der Lebenslauf ohnehin voll ist: Wenn Sie Mühe haben, Ihre relevanten Projekte, Tech-Stacks und beruflichen Stationen auf den üblichen zwei Seiten unterzubringen, fliegt die Freizeitgestaltung als Erstes raus. Priorisiere Sie immer handfeste Projekterfolge vor privaten Interessen.
  • Bei Senior-Profilen mit starker Projekterfahrung: Je mehr Meilensteine Sie in der Konstruktion, Entwicklung oder im Projektmanagement vorweisen können, desto irrelevanter wird Ihre Freizeit für Personalverantwortliche. Ein Senior Engineer mit fundierter Budget- und Teamverantwortung glänzt durch seine technische und strategische Expertise – nicht durch die Liebe zum Wandern.
  • Wenn das Hobby keine Aussagekraft für die Position hat: Standard-Aktivitäten wie „Lesen, Reisen, Fitness“ bieten keinerlei Mehrwert oder Gesprächsstoff. Wenn ein Hobby keine Rückschlüsse auf Ihre Problemlösungskompetenz, Ihren Teamgeist oder Ihre Passung zur Engineering-Kultur zulässt (wie es vielleicht beim Tüfteln an Oldtimern oder beim Programmieren von Mikrocontrollern der Fall wäre), hat es im Lebenslauf keinen Wert.
  • Wenn es offensichtlich nur Platz füllt: Recruiter merken sofort, wenn die Rubrik „Interessen“ nur existiert, um eine halbleere Seite künstlich zu strecken. Für Ingenieure gilt: Präzision und Effizienz gehen vor. Ein aufgeblähter Lebenslauf wirkt unprofessionell.
  • Wenn es zu privat oder erklärungsbedürftig ist: Extrem nischige, weltanschauliche oder potenziell verletzungsintensive Aktivitäten (z. B. extremes Mountainbiking oder sehr zeitintensive private Verpflichtungen) lenken vom Wesentlichen ab. Wenn ein Hobby im Vorstellungsgespräch zu Rechtfertigungen führt oder Fragen nach der Verfügbarkeit aufwirft, lassen Sie es im Sinne eines fokussierten Profils lieber weg.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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