Tipps 07.01.2026, 15:30 Uhr

Konzentriert arbeiten im offenen Büro: Lärmschutz und Kopfhörer richtig nutzen

Offene Büros sind laut und ablenkend. Welche Maßnahmen wirklich helfen, konzentriert zu bleiben – von Kopfhörern über Raumgestaltung bis zu akustischen Tricks.

Eine Frau sitzt mit Kopfhörern im Büro.

Geräuschreduzierung am Arbeitsplatz: Kopfhörer, Raumgestaltung und Konzentration.

Foto: Smarterpix/Rawpixel

Konzentration in offenen Büros? Für viele ein Mythos. Zwischen klappernden Tastaturen, klingelnden Telefonen und gelegentlichem Small Talk ist ungestörtes Arbeiten oft eine Herausforderung. Kein Wunder, dass immer mehr Beschäftigte auf ein kleines Stück Technik setzen, das mittlerweile fast zum Statussymbol geworden ist: Kopfhörer mit Active Noise Cancelling (ANC).

Die Technik funktioniert simpel, aber clever: Gegenschallwellen neutralisieren störende Geräusche, egal ob im lauten Flugzeug, in der Bahn – oder eben im hippen Großraumbüro. „Seit Videokonferenzen und offene Büroflächen im Arbeitsalltag deutlich zugenommen haben, nehmen viele Mitarbeitende die Kopfhörer kaum noch von den Ohren“,, beobachtet André Siegl, Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband.

Gesund arbeiten im Großraumbüro: Lärm im Griff

Doch so praktisch die Geräuschunterdrückung auch ist, sie birgt auch Risiken: Zu lange Nutzung kann die Gesundheit belasten und im schlimmsten Fall sogar Arbeitsschutzvorschriften unterlaufen. Der TÜV-Verband empfiehlt daher einige einfache Regeln und Tipps, um Lärmbelastung und Nebenwirkungen im Büroalltag zu reduzieren.

Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass geltende Vorschriften zum Arbeitsschutz eingehalten werden – zum Beispiel die Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung. Darin stehen klare Regeln für Raumakustik, Nachhallzeiten und die maximale Lautstärke am Arbeitsplatz. Die Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR A3.7) empfiehlt für Konferenzräume und Großraumbüros eine Lautstärke von 35 bis 45 Dezibel – also etwas leiser als ein normales Gespräch. Dabei geht es vor allem um die bauliche Gestaltung der Räum. „Büros und andere Räume sollten so gestaltet sein, dass konzentriertes Arbeiten im Normalbetrieb auch ohne Gehörschutz möglich ist.“, erklärt Siegl.

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Ruhe im Großraumbüro – was Noise-Cancelling-Kopfhörer leisten können

Viele Beschäftigte empfinden die Geräuschkulisse in Mehrpersonen- oder Großraumbüros als störend. Noise-Cancelling-Kopfhörer, die optisch oft wie große Over-Ear-Kapselgehörschützer aussehen, können helfen, den Lärm auszublenden. Anders als die Gehörschützer, die zum Beispiel im Straßenbau vorgeschrieben sind, zählen sie jedoch nicht zur persönlichen Schutzausrüstung.

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Die Kopfhörer können das Wohlbefinden steigern, indem sie unwichtige Gespräche oder das Tastaturklappern der Kollegen ausblenden. Studien zeigen, dass sie die Konzentration verbessern können – allerdings nur, wenn man nicht unbewusst die Lautstärke zu hoch dreht und damit die empfohlenen Dezibelwerte überschreitet. Bei dauerhafter Nutzung können manche Menschen Schwindel, Druckgefühle oder leichte Übelkeit verspüren.

Experten raten daher, Noise-Cancelling-Kopfhörer bewusst und sicher einzusetzen. Unternehmen sollten ihre Mitarbeitenden über mögliche Risiken aufklären, betont André Siegl vom TÜV-Verband. „Lärmschutz ist keine Kür, sondern eine Voraussetzung für produktive, gesunde Arbeit – besonders in Zeiten von hybriden Teams und Dauer-Videokonferenzen“, wird er in einer Pressemitteilung zitiert.

Lautstärke im Blick behalten – sicherer Umgang mit Noise-Cancelling-Kopfhörern

Wichtig ist, dass Musik oder andere Geräusche nicht zu laut abgespielt werden. Viele Kopfhörer haben dafür bereits eine eingebaute Lautstärkebegrenzung (Automatic Volume Limiter System), die sich oft auch über Smartphones oder andere mobile Geräte einstellen lässt.

Neben dem Gehör können zu laute oder dauerhafte Nutzung von Noise-Cancelling-Kopfhörern auch das Gehirn belasten: Studien deuten darauf hin, dass es schwieriger werden kann, verschiedene Geräusche zu unterscheiden und richtig einzuordnen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Mitarbeitende sozial isolieren, wenn sie ständig abschotten. Experte André Siegl weist deshalb darauf hin, dass die Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen weiterhin wichtig bleibt. „Wichtig: Unsere Ohren und auch unser Geist brauchen Pausen. Man sollte die Kopfhörer in jedem Fall regelmäßig absetzen.“

Mehr Ruhe im Büro – wie Arbeitgeber unterstützen können

Eine Möglichkeit für Arbeitgeber, den Trend zu Noise-Cancelling-Kopfhörern sinnvoll zu begleiten, sind regelmäßige Hörtests. Während Sehtests in vielen Arbeitsstätten häufig Pflicht sind, werden Hörtests laut André Siegl oft vernachlässigt. Dabei kann dauerhaft zu hohe Lautstärke zu Tinnitus oder bleibenden Hörschäden führen.

Zusätzlich können bauliche und organisatorische Maßnahmen für mehr Ruhe sorgen – besonders bei Aufgaben, die hohe Konzentration erfordern. Meeting-Zonen mit schallabsorbierenden Wandelementen aus Filz oder Akustikpaneelen oder schallgedämmte „Telefonzellen“ für Anrufe und Videokonferenzen verbessern die Umgebung erheblich.

Ein weiteres technisches Hilfsmittel ist die sogenannte Sound-Maskierung: Dabei wird ein leiser, angenehm klingender Ton kontinuierlich abgespielt, der störende Geräusche wie Gesprächsfetzen überdeckt und so für ein ruhigeres Arbeitsumfeld sorgt.

Aufs Ohr oder ins Ohr – welcher Kopfhörer passt?

Bei der Wahl des passenden Kopfhörers haben Nutzer verschiedene Möglichkeiten. Over-Ear-Modelle unterdrücken Außengeräusche meist am besten: Sie umschließen die Ohrmuschel komplett und bieten genug Platz für Mikrofone, die die aktive Geräuschunterdrückung ermöglichen. In-Ear-Kopfhörer sitzen direkt im Gehörgang, sind besonders praktisch und dank ihrer Ladehülle leicht transportierbar. Ein guter Kompromiss zwischen Funktion und Kompaktheit sind gepolsterte On-Ear-Kopfhörer, die einfach auf dem Ohr liegen.

Auch beim Sound kommt es auf den persönlichen Geschmack an. Viele Menschen konzentrieren sich am besten bei klassischer Musik oder Klavierklängen, andere bevorzugen elektronische Lounge- oder Chill-Out-Songs. André Siegl weist darauf hin, dass reine Instrumentalstücke in der Regel besser zur Konzentration geeignet sind als Songs mit Gesang.

Eine beliebte Alternative ist „weißes Rauschen“ – ein gleichmäßiges Hintergrundgeräusch, das beruhigend wirkt. Varianten wie „braunes Rauschen“ in tieferen Frequenzen sollen ebenfalls Stress abbauen und die Konzentration fördern. Über Apps oder Smartphone-Einstellungen lassen sich solche Geräusche, aber auch Regenprasseln oder Meeresbrandung, problemlos erzeugen und auf Kopfhörer legen. Manche Sounds regen die Agilität an, andere wirken eher entspannend und können sogar beim Einschlafen helfen.

Tipps für konzentriertes Arbeiten im Großraumbüro

  • Noise-Cancelling-Kopfhörer gezielt einsetzen und regelmäßig absetzen, um Ohren und Geist Pausen zu gönnen.
  • Lautstärke kontrollieren, idealerweise über automatische Begrenzung oder mobile Geräte, um Gehör und Gehirn zu schonen.
  • Arbeitsschutzvorschriften einhalten: Räume sollten so gestaltet sein, dass konzentriertes Arbeiten auch ohne Gehörschutz möglich ist.
  • Regelmäßige Hörtests helfen, mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen.
  • Bauliche Maßnahmen wie schallabsorbierende Wände, Telefonzellen oder Sound-Maskierung können für Ruhe sorgen.
  • Den passenden Kopfhörer wählen: Over-Ear für maximale Geräuschunterdrückung, On-Ear als Kompromiss, In-Ear für Transportabilität.
  • Den richtigen Sound nutzen: Instrumentalmusik, weißes oder braunes Rauschen oder Naturgeräusche fördern Konzentration und Entspannung.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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