Hannover Messe 2023 17.04.2023, 11:49 Uhr

Microsoft-Chefin Marianne Janik wirbt für stärkere KI-Nutzung in Deutschland

Microsofts Deutschland-Chefin Marianne Janik hat auf der Hannover Messe dazu aufgerufen, künstliche Intelligenz (KI) stärker in Deutschland zu nutzen. KI könne helfen, Blockaden wie den Arbeitskräftemangel zu überwinden und Innovationsprozesse zu beschleunigen. Unternehmen könnten durch den Einsatz von KI Entwicklungsprozesse verkürzen und die deutsche Wirtschaft auf eine neue Ebene heben.

Auf der Hannover Messe präsentiert Microsoft zusammen mit Kunden und Partnern neue Lösungen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz und das Industrial Metaverse.

Foto: Panthermedia.net/Fahroni

Auf der Hannover Messe präsentiert Microsoft zusammen mit Kunden und Partnern neue Lösungen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz und das Industrial Metaverse.

Foto: Panthermedia.net/Fahroni

Auf der Hannover Messe hat Marianne Janik, die Deutschland-Chefin von Microsoft, einen Appell an deutsche Unternehmen gerichtet: Sie sollten künstliche Intelligenz (KI) stärker nutzen, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Janik betonte, dass KI die Schubkraft für eine neue Deutschlandgeschwindigkeit bringe und dabei helfen könne, Blockaden wie den Arbeitskräftemangel zu überwinden und Innovationsprozesse zu beschleunigen. Durch den Einsatz von KI können Unternehmen heute auf Knopfdruck neue Entwürfe für Produkte, Maschinen oder Anlagen erstellen und Entwicklungsprozesse um Monate verkürzen.

Zusammenarbeit mit Siemens und Bosch

Siemens und Microsoft stellen auf der Hannover Messe einen Showcase vor, der die Möglichkeiten kommunizierender Maschinen aufzeigt. Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt dabei das Schreiben von Programmcode sowie das Erkennen, Melden und Beheben von Fehlern. Laut Marianne Janik spielen generative KI-Modelle eine wichtige Rolle bei der weiteren Demokratisierung des KI-Einsatzes, da sie ohne große IT-Abteilungen und Spezialwissen intuitiv eingesetzt werden können und gerade für den Mittelstand eine riesige Chance darstellen.

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Die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen in Fabriken wird durch KI-Sprachmodelle wie dem Azure OpenAI Service von Microsoft revolutioniert. Ein Industrial Metaverse wird zu einem echten Interaktionsraum für Mensch und Maschine, wodurch Probleme schneller und effizienter gelöst werden können. Ein Beispiel hierfür ist der KI-gestützte Chatbot von Bosch, der in Microsoft Teams eingesetzt wird, um Fehlermeldungen von Maschinen einfacher zu interpretieren und Probleme schneller zu lösen.

Marianne Janik betont, dass Geschwindigkeit immer mehr zum Wettbewerbsfaktor wird und dass ein schnelles Deutschland zu einem der größten Gewinner der KI-Entwicklungen werden kann. Verantwortungsvoll eingesetzte KI könne dabei helfen, Blockaden zu überwinden und Tempo zu gewinnen. Sie liefere neue Möglichkeiten, um Kosten zu senken, die Produktivität zu steigern und Innovationen voranzubringen.

Umfrage zeigt: Ein Drittel der Industrie-Entscheider in Deutschland glaubt an beschleunigten digitalen Wandel durch KI

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Microsoft unter 1.500 Industrie-Entscheidern in Deutschland glaubt ein Drittel der Befragten, dass generative KI den digitalen Wandel in ihren Unternehmen beschleunigen kann. Obwohl mehr als die Hälfte der Befragten einen mehrfachen Nutzen für generative KI in der Industrie sieht, setzen bisher nur rund 8 Prozent generative KI in ihrem Unternehmen ein.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass der praktische Einsatz oder die Pläne zur Implementierung von generativer KI weitgehend von der Unternehmensgröße abhängen. Während mehr als ein Viertel der Verantwortlichen aus Großunternehmen generative KI bereits einsetzen oder dies planen, sind es bei kleineren Unternehmen nur 14 Prozent und bei mittleren Unternehmen sogar nur 18 Prozent.

Vor allem die Vorteile von generativer KI für Unternehmen, wie Kosteneinsparungen, Effizienzsteigerung und Optimierung von Geschäftsprozessen, sind für Industrie-Entscheider von großem Interesse. Darüber hinaus sehen 42 Prozent der Befragten in der Reduzierung von Routinetätigkeiten eine Möglichkeit, den Fachkräftemangel abzumildern.

Microsoft auf der Hannover Messe 2023

Auf dem mehr als 1.000 Quadratmeter großen Stand auf der Hannover Messe zeigt Microsoft ganz praktisch, wie Industrieunternehmen die neuesten Microsoft-Technologien bereits heute erfolgreich einsetzen – etwa für den Betrieb digitaler Zwillinge durch die Integration von IT-, OT- und Edge-Daten. Oder in Cloud-to-Edge-Szenarien, die dort ausgeführt werden, wo ihre Leistung benötigt wird: Vor Ort und in der Cloud. Dazu empfängt das Microsoft zahlreiche Unternehmen wie zum Beispiel die fischerwerke, Trumpf, Bosch, IBM, Siemens und weitere.

Interessante Showcases

Auf dem Messestand von Microsoft können sich die Besucher am Beispiel verschiedener Showcases zeigen lassen, was alles möglich ist mit Industrie 4.0 und dem Metaverse:

Effizientere und sichere Fertigung und Produktion

Rockwell Automation und Microsoft setzen sich für eine effizientere und sicherere Zukunft in der Fertigung und Produktion ein. Sie integrieren Robotik und KI-Technologien, um Außendienst und Anlagenverwaltung in Fabriken zu optimieren. Eine Demo zeigt, wie hochmoderne Roboter in gefährlichen Umgebungen eingesetzt werden können und ein KI-System die Abnutzung von Anlagen vorhersagen kann. Die Integration von intelligenten Rockwell-Geräten und Cloud-basierten FactoryTalk-Hub-Anwendungen verbindet die Fabrikhalle mit der Azure Cloud, um digitale Zwillinge, Power BI-Dashboards, Echtzeitüberwachung und verbesserte Entscheidungsfindung zu ermöglichen.

Mensch-Roboter-Kollaboration

Microsoft und Kawasaki Heavy Industries haben gemeinsam einen Prototyp entwickelt, der das Potenzial der Mensch-Roboter-Kollaboration und des Remote-Betriebs demonstriert. Die Innovation basiert auf koordinierten Robotik-Verbindungsmodulen, die auf OPC UA und dem Roboter-Betriebssystem ROS basieren, sowie Azure IoT Edge und Digital Twin für die Datenintegration und -modellierung. Der immersive Prototyp nutzt HoloLens 2- und 3D-Darstellungen, um Szenarien wie die Fehlersuche aus der Ferne und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter vorzustellen.

Automatisierte Inspektionen

IBM bietet im Azure Marketplace die KI-unterstützte Asset-Performance-Management-Lösung „Maximo Application Suite“ an. Die KI verbessert die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen durch den Einsatz von Computer-Vision-Modellen für automatisierte Inspektionen sowie Anomalie- und Vorhersage-Modellen zur Vermeidung von Ausfällen. Zusätzlich bietet die Lösung AR/VR-gestützten Support in natürlicher Sprache. Auf der Hannover Messe zeigt IBM bei Microsoft den Einsatz der Lösung am Beispiel eines Flughafens.

Standardisierte Daten entlang der Lieferkette

Die Harting Technologiegruppe präsentiert auf der Messe gemeinsam mit Siemens, SAP und Microsoft einen Showcase, der zeigt, wie offene Industriestandards wie die IEC Asset Admin Shell genutzt werden können, um standardisierte Daten entlang einer Fertigungslieferkette zu übermitteln und die Interoperabilität zu fördern. Durch die Nutzung dieser Standards können Zeit und Geld gespart werden, da die Daten nicht vom Lieferanten zum Kunden konvertiert werden müssen. Eine einzige Schnittstelle kann die gesamte Produktstückliste abdecken und ermöglicht sogar die Berechnung des CO2-Fußabdrucks von hergestellten Produkten.

Industrial-Metaverse-Technologien

e.Go Mobile präsentiert auf der Hannover Messe einen Showcase aus dem Industrial Metaverse, der zeigt, wie Fertigungsunternehmen ihren Lieferkettenproblemen, dem Arbeitskräftemangel oder Engpässen bei der Energieversorgung begegnen können. Die Demo wird demonstrieren, wie Unternehmen die neuen Industrial-Metaverse-Technologien nutzen können, um die Produktivität zu steigern, Echtzeit-Einblicke in die Produktion zu gewinnen, zukünftige Geschäftsszenarien zu simulieren, den Automatisierungsgrad zu erhöhen und die Abfallmenge zu senken.

Digitale Zwillinge helfen bei Problemen

Auf dem Messestand von Microsoft stellt die britische AVEVA Group, ein Software-Unternehmen mit Fokus auf dem Schiff- und Anlagenbau, eine Industrial-Metaverse-Demo vor. Die Demo zeigt, wie Teams auf immersive und kollaborative Weise zusammenarbeiten können, um gemeinsam Problemlösungen zu finden. Das Industrial Metaverse verarbeitet dafür Daten von digitalen Zwillingen, die aus dem Unified Engineering, dem Unified Operations Center oder den Dashboards von AVEVA stammen.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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