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Grunewald: Satellitenbetreiber testet zufällig Kamera – und hilft so der Feuerwehr

04. August 2022

Grunewald: Satellitenbetreiber testet zufällig Kamera – und hilft so der Feuerwehr
Im Grunewald in Berlin ist nach einer Explosion ein Waldbrand ausgebrochen. Ein Luftbild eines Satellitenbetreibers zeigt das Ausmaß des Feuers. Foto: Satellite Vu
Im Grunewald in Berlin ist nach einer Explosion ein Feuer ausgebrochen. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig. Unterdessen hat ein Satellitenbetreiber, der eigentlich eine Kamera testen wollte, Hilfe angeboten.
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Im Grunewald in Berlin ist nach einer Explosion auf einem Sprengplatz der Polizei am Donnerstag ein Waldbrand ausgebrochen. 1,5 Hektar Wald brennen, aktuell sind Löschpanzer und Wasserwerfer der Polizei sind im Einsatz, es besteht weiter Explosionsgefahr. Die Explosionsursache ist noch nicht geklärt.

Ist Deutschland auf große Waldbrände vorbereitet?

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Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig. Wegen der Gefährdung durch die auf dem Sprengplatz gelagerte Munition haben die Einsatzkräfte einen Sperrkreis von 1.000 Metern um den Platz festgelegt. In diesem Sicherheitsradius hat die Feuerwehr noch nicht mit dem Löschen begonnen, wie Landesbranddirektor Karsten Homrighausen am Nachmittag erklärte: „Wir haben die Vorbereitungen intensiviert, genau ab dem 1001. Meter“, sagte Homrighausen. Wenn Brände sich über den Sicherheitsbereich auszuweiten drohten, könne ihnen begegnet werden.

Feuer im Grunewald in Berlin: „Massives Kräfteaufgebot“

„Wir haben uns darauf vorbereitet mit einem massiven Kräfteaufgebot“, so der Landesbrandmeister. Die Bundeswehr unterstütze die Feuerwehr, etwa indem sie Schneisen in die Waldfläche ziehe, sagte Homrighausen. Das biete der Feuerwehr mehr Bewegungsmöglichkeiten und verbessere die Chancen der Brandbekämpfung, falls sich das Feuer ausweiten sollte.

„Wir haben im Augenblick 250 Kräfte“, sagte der Landesbrandmeister. Einige davon seien noch auf der Anfahrt zum Brandort. Berliner Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr seien dabei gemeinsam im Einsatz.

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Waldbrand in Südeuropa außer Kontrolle

Die Brandbekämpfung könnte noch Tage dauern, fürchten die Einsatzkräfte. Aus mehreren Gründen gestaltet sich die Brandbekämpfung im Berliner Grunewald besonders schwierig:

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  • Es besteht weiterhin Explosionsgefahr, Feuerwehrleute müssen sich während des Einsatzes immer wieder in Sicherheit bringen. Deshalb gab es bislang auch keine Löscharbeiten innerhalb des Sicherheitskreises von 1.000 Metern um den Sprengplatz.
  • Zunehmender Wind verteilt die Flammen, es bilden sich immer neue Brandherde.
  • Die enorme Trockenheit begünstigt ein Ausbreiten des Feuers im Grunewald.
  • In dem Waldgebiet stehen viele Kiefern. Kiefernwäldern sind – je nach Umstand – besonders anfällig für Waldbrände. Lauffeuer entwickeln sich in solchen Nadelwäldern oft schnell.

Nun soll ein mit Kameras ausgestatteter Bundeswehr-Spezialroboter zum Einsatz kommen, mit dessen Hilfe die Einsatzkräfte sich ein besseres Bild der Lage vor Ort machen wollen.

Satellitenbetreiber will Rettungskräfte im Grunewald unterstützen

Der britische Satellitenbetreiber Satellite Vu hat unterdessen Hilfe angeboten. An Bord eines Flugzeugs waren die Spezialisten eigentlich über Berlin unterwegs, um hochauflösende Kameras zu testen, die künftig im Weltall als Instrumente einer Satellitenkonstellation genutzt werden sollen, die nächstes Jahr mithilfe einer Falcon-9-Rakete von SpaceX ins All starten sollen. „Dann hörten sie von dem Waldbrand und änderten ihre Pläne“, so ein Sprecher gegenüber ingenieur.de. Gegen Mittag gelangen so Bilder, die die Ausbreitung des Feuers zeigen.

Man wolle nun auch hochauflösende Wärmebilder zur Verfügung stellen, anhand derer sich Brandherde besser lokalisieren lassen.

Wie verläuft ein Waldbrand?

Meist beginnt ein Waldbrand in Bodennähe. Ist der Boden sehr trocken, kann sich das Feuer besonders schnell ausbreiten. Gras und trockener Unterwuchs entzünden sich. Wächst sich der Brand zu einem Lauffeuer aus, springt es vor allem bei Nadelholzbeständen auf die Baumwipfel über. Das führt zu einem sogenannten Kronenfeuer. Die rasante Ausbreitung des Waldbrandes ist dann schwer zu stoppen. Bis zu einem Vollfeuer ist es nicht mehr weit – und ein solches ist kaum zu löschen.

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Prinzipiell lassen sich vier Arten von Waldbränden unterscheiden:

  • Erdfeuer: Schwelbrände am Boden, Baumwurzel werden zerstört
  • Lauffeuer: Oberirdische Pflanzenteile verbrennen, Bäume können je nach Rindenstärke auch betroffen sein
  • Kronenfeuer: Flammen schlagen in den Kronenbereich hoch
  • Vollfeuer: Alles im Wald brennt, Regeneration des Waldes stark erschwert, kann zu Tod des Waldes führen

Dichtstehende Nadelholzreinbestände bis zu einem Alter von 40 Jahren sind am anfälligsten für Waldbrände, da sie besonders trocken sind. Kiefern gehören häufig zu dieser Art von Bestand. Der Baumbestand im Grunewald besteht zu einem großen Teil aus Kiefern und Eichen. (mit dpa)



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