Anzeige

Wer auf Wasserstoff setzt, sollte geopolitische Risiken einbeziehen

08. Mai 2026

Der alternative Energieträger wird die globale Industriegeographie verändern. Fraglich ist noch, wer die Gewinner und Verlierer dieser Entwicklung sind.
Anzeige
Anzeige


Energieintensive Industrien wie Stahl und Chemie stehen unter Druck, ihren CO₂-Ausstoß drastisch zu reduzieren und setzen dabei zunehmend auf grünen Wasserstoff. Das wirft laut Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am Helmholtz-Zentrum Potsdam (RIFS) eine strategisch entscheidende Frage auf: Findet energieintensive Produktion künftig dort statt, wo erneuerbarer Wasserstoff günstig produziert werden kann – oder  bleibt sie in den heutigen Industriezentren, die Wasserstoff importieren?

Die Forschenden untersuchten, wie zentrale Faktoren mit großer Unsicherheit, darunter Transportinfrastruktur, Investitionsbedingungen und Industriepolitik, unter verschiedenen geopolitischen Konstellationen zusammenwirken. Sie analysierten drei mögliche Szenarien und deren Folgen für Umwelt und globale Gerechtigkeit.

Anzeige
Anzeige

Lesetipp: Deutscher Maschinenbau steht zwischen Aufbruch und Abgrund

Das Szenario der „Brennstoffumstellung“ wird aktuell in Europa am meisten diskutiert und in vielen nationalen Wasserstoffstrategien implizit angenommen. Darin wird Wasserstoff in bestehende Industriezentren importiert, die ihren Betrieb darauf umstellen. Dieses Szenario verändert die globale Industriegeographie kaum. Was viele Planungen dabei jedoch ausblenden: Es setzt voraus, dass umfangreiche Transportinfrastrukturen aufgebaut werden können, dass Handelsbeziehungen stabil bleiben und dass produzierende Länder kein Eigeninteresse an weitergehender industrieller Wertschöpfung entwickeln.

Gefahr von Fehlinvestitionen

Gerade letzteres ist fraglich: Erhebliche Kostenunterschiede in der Wasserstoffproduktion weltweit sowie wachsende industriepolitische Ambitionen ressourcenreicher Länder könnten dazu führen, dass Investitionen und Produktionsschritte stärker in Richtung dieser Länder wandern als bisher angenommen. Wer ausschließlich auf das Brennstoffumstellungs-Szenario setzt, riskiert Fehlinvestitionen in Infrastruktur, die sich als nicht passend erweist.

Anzeige
Anzeige

Im Szenario der Standortverlagerung siedeln sich energieintensive Industrien dort an, wo erneuerbare Energien günstig und reichlich vorhanden sind, häufig in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Transportwege, Kosten und Emissionen sinken, für diese Länder könnten sich Chancen für industrielle Entwicklung ergeben. Für etablierte Industrieregionen hingegen würde das neue Herausforderungen für eine soziale Ausgestaltung einer wirtschaftlichen Umstrukturierung mit sich bringen. Zugleich zeigt die Studie, dass viele Länder des Globalen Südens auf externe Partnerschaften und Unterstützung angewiesen bleiben dürften, um diese Chancen tatsächlich nutzen zu können.

Lesetipp: Humanoide bekommen einen siebten Sinn

Anzeige
Anzeige

Das Hybrid-Szenario beschreitet einen Mittelweg: Wasserstoff wird dezentral produziert und vor Ort zu Zwischenprodukten wie Ammoniak oder direktreduziertem Eisen weiterverarbeitet. Diese werden anschließend zu bestehenden Industriestandorten transportiert, wo Endprodukte wie Stahl entstehen. Die Studie zeigt, dass dieses Szenario einen Großteil der Kostenvorteile einer vollständigen Verlagerung realisieren kann und gleichzeitig Wertschöpfung auf mehr Regionen verteilt. Es könnte damit sowohl für produzierende als auch für importierende Länder attraktiv sein.

Das Fazit der Forschenden: Wasserstoff- und Industriestrategien sollten alternative geopolitische Zukünfte explizit mitdenken, statt stabile Allianzen und liberale Handelsbedingungen stillschweigend vorauszusetzen. Für importabhängige Volkswirtschaften bedeutet das konkret: abwägen, welche Industrien strategisch gestützt werden sollen, und Infrastrukturentscheidungen so treffen, dass sie unter verschiedenen Szenarien tragfähig bleiben. Für ressourcenreiche Länder des Globalen Südens geht es darum, durch geeignete Rahmenbedingungen und regionale Kooperationen Voraussetzungen zu schaffen, um von der Transformation tatsächlich zu profitieren.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

22.09.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

22.09.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

22.09.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

22.09.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

22.09.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

22.09.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

22.09.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

22.09.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

22.09.2026
verschiedene Einsatzorte
Bauingenieur / Verkehrsingenieur (w/m/d) Straßenplanung/Straßenbauprojekte
Die Autobahn GmbH des Bundes

22.09.2026
Nürnberg
Senior Manager System Engineering Power Systems (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

23.09.2026
Altenstadt
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau im Geschäftsbereich 3 „Erhaltung, Kompetenzzentrum Brücken“
Landesamt für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein

23.09.2026
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck
Strategic Account Manager (m/f/x)
via Richard Hönig Wirtschaftsberatungen

22.09.2026
München
Bauleiter Hochbau, Baumanagement – LPH 6-9, Industrie & Gewerbe (m/w/d)
RSE+ Architekten Ingenieure GmbH

23.09.2026
Stuttgart, Kassel, Göttingen
Bauingenieur (m/w/d) als Produktmanager Weiterbildung
Bildungszentren des Baugewerbes e.V. (BZB)

23.09.2026
Krefeld
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x)
Sweco GmbH

23.09.2026
Hannover
Hardware- und Firmware-Entwickler (m/w/d)
AWITE Bioenergie GmbH

23.09.2026
Langenbach (Bayern)
Projektleiter (m/w/d)
Frozen Fish International GmbH

23.09.2026
Bremerhaven
Quality Manager (m/w/d)
SEG Electronics GmbH

24.09.2026
Kempen
Ingenieur für Netzanschlussregeln (m/w/d)
TenneT

24.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Firmenprofile

Anzeige
Anzeige