Gebrauchtmaschinen als Lösung 10.02.2022, 08:30 Uhr

Lieferchaos in der Beschaffung vermeiden

Die Corona-Krise hat große Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Produktion vieler Unternehmen. Betrachtet wird ein hypothetischer Fertigungsbetrieb der Metallindustrie, der einen Großauftrag erhält und daher in Maschinen investieren möchte – aber wie?

Die "Evergreen" steht quer - dies führte zu langwierigen Verzögerungen beim Gütertransport. Auch wenn der Suezkanal wieder frei ist, bleiben Lieferengpässe ein globales Problem. Foto: shutterstock

Die "Evergreen" steht quer - dies führte zu langwierigen Verzögerungen beim Gütertransport. Auch wenn der Suezkanal wieder frei ist, bleiben Lieferengpässe ein globales Problem.

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Auch wenn der Markt sich allmählich wieder erholt, kommt es immer noch zu Lieferengpässen. Der Bericht geht auf die Suche nach den Ursachen der globalen Lieferprobleme, analysiert fehlende Kapazitäten im deutschen Maschinenbau und erörtert Gebrauchtmaschinen als Weg aus der Krise.

Lieferengpässe bei vollen Auftragsbüchern

Der deutsche Maschinenbau „schlägt Alarm“: Einerseits verzeichneten die Unternehmen im Jahr 2021 ein deutliches Auftragsplus. Andererseits klagt fast die Hälfte aller Hersteller über Produktionshindernisse wegen fehlender Komponenten. Dies betrifft nicht nur Elektronikbauteile und Metallerzeugnisse, sondern auch Kunststoff, Gummi und Chemikalien. Die Automobilindustrie kämpft ebenfalls mit fehlenden Mikrochips und Stahlteilen. Hier standen 2021 sogar die Bänder still. Dasselbe Problem zeigt sich auch in zahllosen anderen Branchen, z. B. der Möbelindustrie. Der Markt für Spanplatten, Beschläge und Scharniere ist leer gefegt. Es fehlen auch Kunststoffe, Glas und Schäume. Die Lieferzeiten werden länger und die Preise steigen.

Wirtschaftsexperten sind sich einig, dass die Überlastung der internationalen Lieferketten eine direkte Folge der Corona-Krise ist. Aber wie kann ein winziges Virus darüber bestimmen, welche Waren uns wann, in welcher Menge und zu welchen Preisen zur Verfügung stehen? Entscheidend sind negative Rückkopplungseffekte, die sich in ihrer Wirkung verstärken: Eine schwankende Nachfrage, die sich ungleich auf verschiedene Sektoren verteilt, verbunden mit knappen Transportkapazitäten in der Containerschifffahrt stürzen die Weltwirtschaft in Turbulenzen.

Beispiellose Schwankungen auf dem Weltmarkt

Rückblende ins Jahr 2020: Die weltweite Verunsicherung durch das Coronavirus und die drastischen Maßnahmen zu seiner Eindämmung führen zu einem historischen Einbruch der globalen Nachfrage. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt sinkt um 7,8 Prozent und damit stärker als während der Finanzkrise von 2008. Doch schon 2021 keimt Hoffnung auf: Neue Impfstoffe scheinen das Ende der Pandemie anzukündigen. Vielerorts werden Maßnahmen gelockert, die Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf. Die globale Nachfrage legt um markante 6 Prozent zu.

Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau gleicht einer Berg- und Talfahrt und spiegelt die schwierige Lage für die Unternehmen wider. Grafik: Surplex

Allerdings profitieren von diesem Nachfrageschub jetzt andere Sektoren als vor der Pandemie. Statt wieder im gewohnten Umfang Dienstleistungen wie Reisen, Gastronomie und Kultur nachzufragen, kaufen die Verbraucher nun verstärkt Autos, Smartphones, Computerspiele und ähnliche Güter. Die Reisebranche hinkt deutlich hinterher, weil in vielen Ländern nach wie vor strenge Einreisebeschränkungen gelten. So umfasst z. B. Chinas aktueller Winterflugplan (2022) im Vergleich zu 2019 nur 2,2 Prozent der damals verfügbaren internationalen Verbindungen.

Lieferengpässe bringen Produktion an die Grenzen

Aber ist eine steigende Nachfrage nicht immer gut für die Wirtschaft, egal in welchem Sektor? Im Prinzip ja. Allerdings müssen die Maschinen- und Anlagenbauer oder Zulieferer auch in der Lage sein, eine explodierende Nachfrage zu bedienen. Wenn jedoch Rohstoffe, Halbzeuge und wichtige Komponenten wie Mikrochips nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, stockt die Produktion. Und wenn knappe Güter auf knappe Seecontainer treffen, was noch eine Fernwirkung der Finanzkrise von 2008 ist, braut sich schnell ein Sturm zusammen. Trotz gut gefüllter Auftragsbücher erreichen die „Sturmböen“ derzeit auch die europäische Wirtschaft. Dies trifft Fertigungsbetriebe hart, die aufgrund guter Auftragslage geeignete Maschinen beschaffen müssen.

Für Lohnfertiger ist der Ankauf einer geeigneten Gebrauchtmaschine eine gute Alternative.

Foto: Surplex

Maschinenbau kann trotz Bedarf keine Kapazitäten aufbauen

Ein Beispiel: Ein hypothetischer Fertigungsbetrieb in der Metallindustrie erhält von einem renommierten Kunden einen lang ersehnten Großauftrag. Um diesen abzuarbeiten, muss der Lohnfertiger allerdings in eine neue CNC-Drehmaschine mit genau definierten Eigenschaften investieren. Vom Maschinenhersteller seiner Wahl erfährt dieser Betrieb nun, dass die durchschnittliche Lieferzeit für eine solche Maschine aufgrund der stark gewachsenen Auftragseingänge mehrere Monate beträgt. Schlimmstenfalls ist sie aber auch erst in einem Jahr verfügbar. Genau kann man das nicht sagen, weil unklar ist, wann fehlende Bauteile aus Asien geliefert werden. Und selbst wenn irgendwann alle Komponenten verfügbar sind, kann es dauern. Denn bei einer durchschnittlichen Auslastung von knapp 90 Prozent haben viele Hersteller keine freien Kapazitäten mehr.

Angestoßen von einem winzigen Virus, bedroht der daraus entstandene „perfekte Sturm“ der Lieferengpässe nun auch den hypothetischen Lohnfertiger. Für ihn bedeutet diese Situation den möglichen Verlust eines lukrativen Großauftrags mit allen Konsequenzen für die weitere Entwicklung des Unternehmens.

Gebrauchtmaschinen sind eine willkommene Alternative

Als Ausweg aus dieser misslichen Lage bietet sich für den Lohnfertiger der Ankauf einer geeigneten Gebrauchtmaschine an. Auch dieser Markt ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und wird in seinem weltweiten Volumen auf rund 380 Milliarden Euro geschätzt. Da in Gebrauchtmaschinen alle Komponenten vorhanden sind, gibt es hier keinen Produktionsstau. Lange Lieferfristen entfallen und die Maschinen können am neuen Standort sofort in die laufende Produktion integriert werden. „Last but not least“ eröffnet jede Online-Versteigerung die Chance, neuwertige Maschinen weit unter Neupreis zu erwerben.

Industrie und Handwerk können ihren Bedarf mit gebrauchten Maschinen kurzfristig decken und ihren Bestand kostengünstig erweitern.

Foto: Surplex

Das Industrieauktionshaus Surplex – mit mehr als 500 Versteigerungen pro Jahr einer der größten europäischen Player – verzeichnete in der Pandemie einen deutlichen Anstieg von Angebot und Nachfrage. Wurden 2019 knapp 50.000 Maschinen angeboten, waren es 2020 bereits ca. 56.000 Maschinen, eine Steigerung von rund 13 Prozent. Im Jahr 2021 erhöhte sich die Anzahl der verfügbaren Industriegüter nochmals auf knapp 60.000. Bei dieser Angebotsfülle ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch der hypothetische Lohnfertiger die für ihn passende Maschine findet, um den wichtigen Großauftrag fristgerecht abzuarbeiten.

Industrie und Handwerk können auf surplex.com ihren Ersatzbedarf kurzfristig decken und ihren Maschinenpark kostengünstig erweitern. Neben Einzelmaschinen, Maschinenpaketen und kompletten Produktionslinien stehen auch Gabelstapler, Lagertechnik, Peripheriegeräte, Werkstatteinrichtungen und vieles mehr zum Verkauf. Das sind beruhigende Nachrichten in einer Zeit, in der auch nach dem Ausfall „nur“ eines Kompressors teilweise bis zu sieben Monate auf die Lieferung eines Neugeräts gewartet werden muss. Und ein defekter Kompressor kann bekanntlich eine ganze Produktion lahmlegen. Hochwertige Gebrauchtmaschinen sind also eine willkommene Hilfe, um gefährlichen Lieferengpässen zu entgehen.

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