Gemeinsam mehr (3D-)Druck aufbauen
In der neu gegründeten „Additive Manufacturing Alliance“ arbeiten Fachleute von „AM I Navigator“, „Leading Minds“ und Wohlers Associates zusammen. Ziel ist es, die industrielle Einführung der additiven Fertigung voranzutreiben.
Zu den unzähligen Varianten des 3D-Drucks zählt das Laser-Pulver-Auftragsschweißen. Es wird in Fachkreisen auch bezeichnet als DED (Direct Energy Deposition) oder als Lasercladding. Dieses Sprachgewirr zu ordnen, zählt zu den ersten Aufgaben der neuen Allianz.
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Zwei führende Initiativen in der additiven Fertigung (AM) haben die Gründung der „Additive Manufacturing Alliance“ angekündigt. Unter dem neuen Dach werden „Leading Minds“ und „AM I Navigator“ fallweise gemeinsam agieren.
Leading Minds ist ein Konsortium, das vor allem aus Maschinenherstellern besteht. Zu den Gründungsmitgliedern zählten 2024 Ansys, Eos, HP, Materialise, Nikon SLM, Renishaw, Stratasys und Atlix (ehemals Trumpf Additive Manufacturing). Neu an Bord ist die Manufacturing Technology Deployment Group (MTDG). Sie konzentriert sich zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft – dem National Center for Defense Manufacturing & Machining (NCDMM) und seinem America Makes-Programm – darauf, Herstellern beim Einsatz fortschrittlicher Fertigungstechnologien zu helfen und Hochschulen und Universitäten bei der Einführung fortschrittlicher Fertigungstechnologien zu unterstützen.
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Der AM I Navigator, gegründet 2023, versteht sich vor allem als praxisnahe AM-Beratung für Mittelständler. Gründungsmitglieder waren Siemens, DyeMansion, HP, BASF Forward AM und Eos. Zwischenzeitlich kamen Materialise, AMTPro, AZO sowie Capgemini und BCG an Bord. Ganz neu: ASTM tritt mit seinen Wohlers Associates als Wissenspartner bei. Die internationale Standardisierungsorganisation ASTM bringt umfassende Expertise in qualifizierter additiver Fertigung für hochzuverlässige und regulierte Branchen ein, etwa Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Medizin. Wohlers zählt zu den weltweit führenden Analysten- und Beratungshäusern im Bereich AM (Additive Manufacturing).
Die Additive Manufacturing Alliance steht laut Presseinformation für „den gemeinsamen Glauben an die Kraft der Zusammenarbeit, um die industrielle Einführung der additiven Fertigung zu beschleunigen“. Die Allianz-Mitglieder werden bei ausgewählten Aktivitäten zusammenarbeiten, bleiben aber als unabhängige Initiativen bestehen.
„Ziel ist die Integration der additiven Fertigung in die industrielle Produktion“
Brigitte de Vet-Veithen, CEO von Materialise
„Unser gemeinsames Ziel ist es, die additive Fertigung zugänglicher zu machen und sie in die alltägliche industrielle Produktion zu integrieren“, sagt Brigitte de Vet-Veithen, CEO von Materialise im Namen der Additive Manufacturing Alliance. „Gemeinsam können wir mehr Unternehmen aus einer Vielzahl von Branchen dabei unterstützen, von der Flexibilität, Effizienz und Innovation zu profitieren, die AM ermöglicht.“
Erster Schritt: eine gemeinsame Sprache im 3D-Druck
Die erste vom Konsortium angekündigte Initiative konzentriert sich darauf, die Fragmentierung und Komplexität der AM-Terminologie anzugehen. Heutzutage verwenden verschiedene Unternehmen oft unterschiedliche Sprachen, um dieselben Prozesse oder Fähigkeiten zu beschreiben, was zu Verwirrung führt und die industrielle Akzeptanz verlangsamt. Leading Minds entwickelt einen offenen, einheitlichen Sprachrahmen, der es Herstellern und Technologieanbietern ermöglicht, klarer und konsistenter zu kommunizieren.
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Stimmen aus der Allianz: „Über die neu gestartete AM I Navigator-Website können Unternehmen weltweit unabhängig und kostenlos ihre Reife in der additiven Fertigung bewerten und transformative Erkenntnisse aus bewährten industriellen Anwendungen erkunden“, sagt Karsten Heuser, Vice President Additive Manufacturing bei Siemens. „Die Bewertungsinstrumente sind freiwillige Ressourcen, die Unternehmen jeder Größe – von Start-ups bis zu globalen Herstellern – dabei helfen sollen, ihre Fähigkeiten zu vergleichen und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.“
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Dr. Mohsen Seifi, Vizepräsident für Global Advanced Manufacturing Programs bei ASTM International erklärt: „Mit dem Beitritt zum AM I Navigator wollen wir unsere Erfahrung in der Umsetzung von Standards für additive Fertigung in eine robuste industrielle Praxis einbringen. Gemeinsam mit dem Partnernetzwerk möchten wir Herstellern dabei helfen, den Übergang von Experimenten zu qualifizierter, skalierbarer Produktion zu beschleunigen.“




