Solar-Ziele für 2026 erreicht, Branche warnt vor Ausbauknick
Deutschland hat das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Photovoltaik-Ausbauziel für 2026 erreicht. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) warnt jedoch davor, beim weiteren Ausbau an Tempo zu verlieren.
Das Photovoltaik-Ausbauziel für Deutschland ist bereits jetzt erreicht. Das Tempo könnte jedoch künftig gedrosselt werden.
Foto: Smarterpix/anatoliy_gleb
Im August überschritt die bundesweit installierte Solarleistung die Marke von 128 GW(peak). Nach einer Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur durch den Verband sind inzwischen mehr als 6 Millionen Solarstromanlagen in Deutschland installiert. Bereits 2025 steuerte Photovoltaik (PV) rund ein Fünftel zur deutschen Nettostromerzeugung bei.
Auch Daten des Umweltbundesamtes (UBA) belegen den anhaltenden Ausbau. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 rund 8 GW neu installierte PV-Leistung. Das UBA hatte Mitte Juli prognostiziert, dass man das EEG-Ziel von insgesamt 128 GW installierter PV-Leistung bereits im Sommer erreichen würde.
„Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt“, sagt BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Bis 2030 müssten noch rund 87 GW(peak) hinzukommen. Dafür müsse das jährliche Ausbautempo steigen statt sinken.
In den Jahren 2024 und 2025 wurden jeweils rund 17,5 GW(peak) PV-Leistung neu installiert. Um das gesetzliche Ausbauziel von 215 GW(peak) im Jahr 2030 zu erreichen, sind nach Berechnungen des BSW-Solar in den kommenden Jahren durchschnittlich rund 20 GW(peak) zusätzliche Solarleistung pro Jahr erforderlich. Bereits für 2028 sieht das EEG eine installierte Leistung von 172 GW(peak) vor, bis 2040 sollen es 400 GW(peak) sein.
Politische Rahmenbedingungen gefährden Photovoltaik-Ausbau
Gefährdet sieht der BSW-Solar diese Ausbaupfade durch geplante Änderungen der politischen Rahmenbedingungen. Der Verband fordert Nachbesserungen an der vom Bundeskabinett beschlossenen EEG-Novelle 2027 und am Netzanschlusspaket. Kritik übt er insbesondere an Änderungen bei der Förderung kleiner PV-Anlagen, einer stärkeren Verpflichtung zur Direktvermarktung sowie am teilweisen Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Abregelungen. Diese Maßnahmen könnten nach Einschätzung des Verbandes Investitionen bremsen und das Erreichen der Ausbauziele gefährden.
„An einem starken Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt energie- und klimapolitisch kein Weg vorbei. Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, mahnt Körnig. Wer die Bedingungen für neue Anlagen verschlechtere, riskiere einen Ausbauknick zu einem Zeitpunkt, an dem mehr Tempo notwendig sei. Parallel müsse auch der Ausbau von Batteriespeichern beschleunigt werden.




