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5G RedCap für Smart Meter: Gateway funkt im Test über 700 MHz

03. September 2026

Sven Kolterman, Leiter IoT & Campus Networks bei Telefónica Deutschland, Paul Blobelt, Testmanager bei E.on Grid Solutions, und Janosch Wagner, CTO bei Power Plus Communications AG (v.l.n.r.).
Freuen sich über den erfolgreichen Test: Sven Kolterman, Leiter IoT & Campus Networks bei Telefónica Deutschland, Paul Blobelt, Testmanager bei E.on Grid Solutions, und Janosch Wagner, CTO bei Power Plus Communications AG (v.l.n.r.). Foto: Telefónica
Smart Meter Gateways sitzen häufig an funktechnisch schwierigen Orten. Ein Prototypentest mit 5G RedCap und 700 MHz zeigt nun, dass die komplette Verbindung vom Gateway bis zum Backend funktioniert.
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Für den weiteren Smart Meter Rollout wird nicht nur die Zahl der verfügbaren Geräte entscheidend. Die Gateways müssen auch zuverlässig mit den Systemen der Messstellenbetreiber kommunizieren können – häufig aus Kellern oder anderen funktechnisch ungünstigen Einbauorten. E.on Grid Solutions, Westnetz, Telefónica Deutschland und Power Plus Communications (PPC) haben dafür nun 5G RedCap in einem Ende-zu-Ende-Test erprobt. PPC integrierte eine RedCap-fähige Mobilfunklösung in prototypische Smart Meter Gateways (SMGW). Diese wurden in der Infrastruktur von Westnetz installiert und über das Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland mit den Backend-Systemen des Messstellenbetreibers verbunden. Nach Angaben der Unternehmen wurde damit die komplette Kommunikationskette vom Gateway bis zum Backend erfolgreich getestet.

Abgespecktes 5G für vernetzte Geräte

RedCap steht für „Reduced Capability“. Die Technik wurde mit 3GPP Release 17 in den 5G-Standard aufgenommen und richtet sich an Geräte, die nicht die hohen Datenraten und die umfangreiche Funktechnik eines Smartphones benötigen. Unter anderem werden die mögliche Kanalbandbreite und die Komplexität der Endgeräte reduziert. Das kann kleinere und energieeffizientere Funkmodule ermöglichen.

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Damit soll RedCap eine Lücke zwischen einfachen Mobilfunklösungen für Sensoren und dem leistungsfähigeren 5G für datenintensive Anwendungen schließen. Für SMGW ist RedCap vor allem wegen der geringeren Gerätekomplexität und der Perspektive eines langfristigen Betriebs im 5G-Netz interessant.

Telefónica Deutschland erprobt RedCap bereits seit 2024 im eigenen Netz und bietet Unternehmen seit 2025 Testzugänge über sein 5G-Standalone-Netz an. Im aktuellen Versuch wurde nun eine vollständige Smart-Meter-Kommunikationskette vom Gateway über das Mobilfunknetz bis zum Backend getestet.

Warum 700 MHz für Smart Meter interessant sind

Die Verbindung lief über das 700-MHz-Band. Niedrige Mobilfunkfrequenzen haben gegenüber höheren Frequenzen grundsätzlich Vorteile bei Reichweite und Gebäudedurchdringung. Das ist bei SMGWs relevant, weil diese häufig in Kellern und Technikräumen eingebaut werden.

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Wie gut ein Gateway tatsächlich erreichbar ist, hängt allerdings nicht allein von der Frequenz ab. Auch Gebäudestruktur, Topografie, Antennen, Sendeleistung und Netzkonfiguration beeinflussen die Funkversorgung. Ob sich mit 5G RedCap und 700 MHz die Erreichbarkeit in der Praxis deutlich verbessert, müssen daher weitere Messungen an unterschiedlichen Einbauorten zeigen.

Vom Prototyp zur Produktentwicklung

Eine Serienlösung ist der aktuelle Test noch nicht. Die beteiligten Unternehmen wollen nun unter anderem Netzverfügbarkeit, Erreichbarkeit an verschiedenen Einbauorten und das Zusammenspiel zwischen Gateway, Mobilfunknetz und Backend auswerten. Die Ergebnisse sollen anschließend in die Produktentwicklung einfließen.

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Der Bedarf an skalierbaren Kommunikationslösungen wächst mit dem Smart Meter Rollout. Nach den zuletzt veröffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur waren Ende 2025 rund 3,09 Millionen intelligente Messsysteme installiert. Das entsprach 5,5 % aller rund 56,5 Millionen erfassten Messlokationen in Deutschland. Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) sieht für die verschiedenen Einbaufallgruppen gestaffelte Ausbauvorgaben bis 2032 vor. 5G RedCap könnte damit langfristig eine weitere Mobilfunkoption neben bestehenden LTE-Lösungen werden.



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