Mit 48 % Marktanteil dominiert DHL den deutschen Paketmarkt 15.02.2021, 17:48 Uhr

Parcel Shipping Index: Deutscher Paketmarkt verdichtet sich

Nach den Ergebnissen einer aktuellen Marktuntersuchung teilen sechs KEP-Dienstleister 99 % des deutschen Paketmarktes unter sich auf. Im Pandemiejahr 2020 stieg das Paketaufkommen hierzulande ersten Schätzungen zufolge um 9 bis 14 %.

Nach den Ergebnissen einer aktuellen Marktuntersuchung teilen sechs KEP-Dienstleister 99 % des deutschen Paketmarktes unter sich auf. Foto: panthermedia.net/Igor Vetushko

Nach den Ergebnissen einer aktuellen Marktuntersuchung teilen sechs KEP-Dienstleister 99 % des deutschen Paketmarktes unter sich auf.

Foto: panthermedia.net/Igor Vetushko

Pitney Bowes, ein amerikanischer Hersteller von Frankiermaschinen, veröffentlichte im vergangenen Jahr seinen Parcel Shipping Index zum weltweiten Paketvolumen pandemiebedingt ohne die auf Europa bezogenen Daten der APEX-Studie. Diese Informationen wurde jetzt nachgereicht und sie zeigen: Der deutsche Paketmarkt verdichtet sich weiter. Sechs der größten Paketdienstleister teilen 99 % der in Deutschland anfallenden Paketsendungen unter sich auf. Absoluter Spitzenreiter ist DHL. Der Logistikdienstleister stellt fast die Hälfte aller Pakete zu.

Die Rangliste beim Paketvolumen:

  • DHL (48 %)
  • Hermes (16 %)
  • UPS (12 %)
  • DPD (10 %)
  • GLS (7 %)
  • FedEx/TNT (6%)

Hermes aber verzeichnet mit 11,3 % die nach Volumen höchste durchschnittliche Zuwachsrate im Betrachtungszeitraum 2013 bis 2019 – gefolgt von DHL mit 8 %.

Betrachtet man den Umsatz, so dominiert DHL den Markt noch deutlicher. Laut Pitney Bowes weist DHL hier einen Marktanteil von 52 % auf. Die sechs großen Lieferdienste beanspruchen insgesamt 93 % der gesamten Umsätze für sich. Interessant ist aber auch: Während Hermes beim Volumen noch der zweitgrößte Anbieter ist, liegt die Otto-Tochter bei den Umsätzen lediglich auf Platz fünf – hinter UPS und DPD.

Die Rangliste beim Umsatzvolumen:

  • DHL (52 %)
  • UPS (13 %)
  • DPD (10 %)
  • FedEx/TNT (7 %)
  • Hermes (6 %)
  • GLS (5 %)

Die höchste durchschnittliche Wachstumsrate beim Umsatz im Zeitraum 2013 bis 2019 verzeichnete DHL mit 7,2 %, vor DPD mit 5,6 %.

Pandemie treibt die Branche an

Auch die Corona-Pandemie macht sich beim Paketvolumen bemerkbar. So erhöhte sich nach Schätzungen der Autoren der Studie hierzulande das Sendungsaufkommen in 2020 zwischen 9 % und 14 %. In diesem Zeitraum wurden in Deutschland insgesamt etwa 4 bis 4,2 Mrd. Pakete verschickt. Für den Zeitraum 2021 bis 2026 prognostiziert die Studie, dass sich die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate etwas verlangsamt und auf 6 % bis 7,4 % sinken wird. Nach dieser Prognose würden im Jahr 2026 etwa 6 bis 6,7 Milliarden Pakete in Deutschland versendet werden. Burkhard Heihoff, Geschäftsführer Pitney Bowes Deutschland, zu den Studienergebnissen: „Für kleinere Anbieter wird die Marktlücke immer enger. Die großen Paketdienste haben die Strukturen und Möglichkeiten, auch schwierige Phasen wie das vergangene Jahr unbeschadet zu überstehen und sogar zu wachsen. Sie können eher auf alternative, innovative Lösungen umsteigen und haben dadurch einen klaren Vorteil. Möglicherweise werden wir in Zukunft sogar Kollaborationen zwischen den großen Anbietern sehen, um die Zustellung noch kundenfreundlicher zu gestalten.“

Onlinehandel boomt

Der Onlinehandel ist für einen großen Teil des Paketvolumens verantwortlich. Laut den Pitney Bowes-Experten ist Deutschland einer der am weitesten entwickelten E-Commerce-Märkte in Europa – mit wachsender Tendenz. Denn die Verbraucher würden hierzulande mittlerweile völlig selbstverständlich online einkaufen. Haben in 2019 noch 84 % der Bevölkerung online eingekauft, wird für das Jahr 2020 ein Anstieg auf 85 % erwartet.

Die Experten des Frankiermaschinenherstellers haben in ihrer Betrachtung noch einen weiteren Blick in die Zukunft gewagt. Demnach wird der gesamte Einzelhandelsumsatz in Deutschland im Jahr 2020 voraussichtlich um 8,2 % gegenüber dem Vorjahr sinken. Der Umsatz im Onlinehandel dagegen wird im Vergleich zum Vorjahr um etwa 16,2 % steigen, schätzen die Studienautoren. Der E-Commerce in Deutschland würde damit 82,46 Mrd. Euro erwirtschaften. 2019 wurde ein Umsatz von lediglich 70,97 Mrd. Euro erzielt.

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Von Rolf Müller-Wondorf

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