Gehalt 22.04.2020, 18:30 Uhr

Wer in der Logistikbranche wie viel verdient

Berufserfahrung, Ausbildungsstand, Arbeitsort und Unternehmensgröße sind in der Logistikbranche wichtige Kriterien für den möglichen Verdienst. Wie viel Logistikexperten in Deutschland tatsächlich verdienen, untersucht unter anderem das Jobportal Stepstone regelmäßig in seinem Gehaltsreport für Fach- und Führungskräfte.

Geld Bagger

Wer verdient wieviel Geld in der Logistik? Die Höhe des Jahressalär hängt ab von Berufserfahrung, Ausbildungsstand, Arbeitsort und Unternehmensgröße.

Foto: panthermedia.net/NosorogUA

Die Logistik genießt hierzulande den Ruf, zu den wichtigsten Wirtschaftssektoren zu zählen. Lageristen, Disponenten oder auch Supply Chain Manager finden hier ihren Broterwerb. Wie aber sieht es mit dem Gehalt aus in diesem Berufsfeld? Informationen darüber sind beispielsweise auf dem Internetportal www.gehaltsreporter.de zu finden. Nach deren Erhebungen verdient ein Lagerist ein Anfangsgehalt zwischen 1.600 und 2.700 Euro brutto pro Monat. Vor allem in der Chemieindustrie oder auch in der Verfahrenstechnik verdienen Lagermitarbeiter ein Top-Gehalt, das im Mittel schnell bei knapp 3.300 Euro/Monat (brutto) liegt. Die Betreiber des Das Internetportals betonen weiter, dass gut ausgebildete Lageristen meist schnell eine gut honorierte Anstellung bekommen. Deren Anfangsgehalt liegt durchschnittlich bei 2.020 Euro brutto. Der Nachteil: Mit zunehmender Berufserfahrung steigt es nur unwesentlich. Nach neun Jahren Praxis werden durchschnittlich 2.460 Euro brutto am Monatsende überwiesen.

Die höchsten Gehälter in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg

Das Jobportal Stepstone verweist darauf, dass das in der Logistik durchschnittlich gezahlte Gehalt von unterschiedlichen Faktoren abhängt. Dies ergibt sich aus dem Gehaltstransport 2019, für den das Jobportal 85.000 Fach- und Führungskräften nach deren Bruttogehalt befragt hat. Dabei wurde unter anderem deutlich, dass die Entlohnung in den verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedlich ausfällt. In Hessen etwa wird für Jobs im Bereich „Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik“ ein durchschnittlicher Bruttolohn von nahezu 60.000 Euro bezahlt. Auf der gleichen Höhe bewegen sich die Durchschnittsgehälter in Bayern und Baden-Württemberg. Weniger verdienen die Fachkräfte nach den Erhebungen von Stepstone in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. Dort liegt der Durchschnittslohn bei 55.000 Euro brutto. Noch weniger wird in Schleswig-Holstein und Bremen verdient. In diesen Ländern liegt der Bruttolohn für diese Berufe bei durchschnittlich 50.000 Euro. Die Höhe des jeweiligen Gehalts ist nach den Erhebungen des Jobportals davon abhängig, inwieweit der Wirtschaftszweig in den Bundesländern vertreten ist und welche Schwerpunkte er bildet. Die Nachfrage bestimmt auch hier den Preis.

Supply Chain Manager verdienen am meisten

Auch durch die zu übernehmende Aufgabe bedingt kann der Bruttolohn in dem betrachteten Wirtschaftsbereich schnell unter oder oberhalb des Durchschnittslohns liegen. In der Disposition beispielsweise liegt das Jahres-Einstiegsgehalt bei rund 32.000 Euro brutto. Deutlich mehr verdienen die Mitarbeiter in den Bereichen Prozess-Management und Einkauf. Diese dürfen sich über ein Einstiegsgehalt von mehr als 40.000 Euro freuen. Supply Chain Manager verdienen noch mehr. Deren Einstiegsgehalt liegt oberhalb der 50.000 Euro-Marke und bei entsprechender Berufserfahrung und Qualifikation klettern sie schnell auf bis zu 80.000 Euro Jahressalär. Wer dann zusätzlich Personalverantwortung übernimmt, kann sein Gehalt noch einmal um rund ein Drittel heraufschrauben.

Branche und Gehalt

Der Wirtschaftssektor „Einkauf, Logistik und Materialwirtschaft“ ist in sehr unterschiedlichen Branchen vertreten. Und je nach Je nach Arbeitsgebiet fällt der Verdienst recht unterschiedlich aus, heißt es im Gehaltsreport. An der Spitze stehen Unternehmen aus der Pharmaindustrie. Sie zahlen ihren „Logistikern“ ein durchschnittliches Brutto-Jahresgehalt von über 65.000 Euro aus. Etwas weniger, rund 60.000 Euro brutto, zahlen Vertreter der Maschinen-, Automobil- oder Metallindustrie sowie aus den Bereichen Erdöl, Konsumgüter und der Energie-/Wasserversorgung. Weitere Abstriche müssen Logistiker in Kauf nehmen, wenn sie in den Bereichen Medizintechnik oder Luft-/Raumfahrt anheuern. Dort liegt das Brutto-Jahresgehalt zwischen 55.000 und 60.000 Euro.

Mehr Erfahrung bringt auch mehr Gehalt

Die Arbeitsplätze in der Logistik sind vielschichtig. Sie setzen entweder eine Ausbildung oder ein Studium voraus. Wie in anderen Branchen auch, sind Akademiker auch hier im Vorteil. Laut Stepstone liegt das Durchschnittsgehalt eines Akademikers in der Logistikbranche zwischen 60.000 und 65.000 Euro brutto. Nicht-Akademiker kommen dagegen nur auf 50.000 Euro brutto. Mehr verdienen kann man aber auch durch Berufserfahrung. Das durchschnittliche Einstiegs-Jahresgehalt der gesamten Logistikbranche variiert – abhängig von der Position – zwischen 30.000 Euro und 50.000 Euro brutto. Bereits nach 10 Berufsjahren steigt dieses Einstiegsgehalt um etwa 60 % auf bis zu 80.000 Euro brutto.

Fazit

Deutlich mehr Geld ist nach Aussage des Stepstone-Gehaltsreports in anderen Branchen zu verdienen. Denn das Berufsfeld „Transport und Logistik“ liegt im Ranking der Durchschnittslöhnen auf den hinteren Plätzen – gefolgt von den Sektoren Konsum- und Gebrauchsgüter, Groß- und Einzelhandel oder Nahrungs- und Genussmittel. Spitzengehälter dagegen werden bezahlt in den Branchen Fahrzeugbau/-zulieferer, Chemie- und Erdölverarbeitende Industrie und in der Pharmaindustrie.

Von Rolf Müller-Wondorf

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