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Unternehmensübernahme 08.01.2026, 15:00 Uhr

Saarstahl übernimmt FNsteel: Kartellrechtliche Genehmigungen liegen vor

Die Saarstahl Aktiengesellschaft hat sämtliche kartellrechtlichen Genehmigungen für die Übernahme der niederländischen FNsteel B.V. erhalten. Mit dem formalen Vollzug der Transaktion beginnt nun die Integration des Langstahlweiterverarbeiters in die Saarstahl-Gruppe. Ziel ist es, die Marktposition im Bereich Kaltstauchstahl weiter auszubauen und industrielle Kompetenzen zu bündeln.

FNsteel in Alblasserdam, Niederlande. Foto: FNsteel

FNsteel in Alblasserdam, Niederlande.

Foto: FNsteel

Die Saarstahl Aktiengesellschaft hat alle erforderlichen kartellrechtlichen Freigaben für den Erwerb der FNsteel B.V. erhalten. Damit sind die regulatorischen Voraussetzungen erfüllt, um die Übernahme des niederländischen Unternehmens jetzt offiziell zu vollziehen. Der Abschluss des Genehmigungsverfahrens markiert einen wichtigen Meilenstein für beide Unternehmen und schafft die Grundlage für die weitere strategische Zusammenarbeit. Stefan Rauber, Vorstandsvorsitzender der Saarstahl Aktiengesellschaft, ordnet diese Entscheidung entsprechend ein: „Wir freuen uns sehr über diesen entscheidenden Schritt. Mit dem Vollzug der Transaktion kann nun die nachhaltige Integration des niederländischen Langstahlweiterverarbeiters in die Saarstahl-Gruppe beginnen.“

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FNsteel als Ergänzung des bestehenden Portfolios

Mit der Übernahme von FNsteel B.V. erweitert Saarstahl sein industrielles Portfolio um einen spezialisierten Langstahlhersteller mit Sitz im niederländischen Alblasserdam. FNsteel verfügt über eine der modernsten Weiterverarbeitungen für Langstahl in Europa und hat sich insbesondere auf die Herstellung hochwertiger Kaltstauchstähle konzentriert. Zu den wichtigsten Abnehmern zählen Kunden aus der Automobilindustrie sowie aus dem Bauwesen.

Durch den Erwerb stärkt die Saarstahl-Gruppe gezielt ihre Marktposition im Segment Kaltstauchstahl. Dieses Produktfeld stellt eine wichtige Ergänzung zum bestehenden Leistungsangebot dar und fügt sich in die strategische Ausrichtung des Unternehmens ein, das seit vielen Jahren über umfassende Erfahrung in der Herstellung und Weiterverarbeitung anspruchsvoller Stahlqualitäten verfügt.

Kaltstauchstahl als strategischer Schwerpunkt

Kaltstauchstahl ist ein speziell entwickelter Qualitätsstahl, der für die Kaltumformung eingesetzt wird. Das sogenannte Kaltstauchverfahren ermöglicht die wirtschaftliche Herstellung von Präzisionsteilen, die hohen mechanischen Belastungen standhalten müssen. Typische Einsatzfelder finden sich unter anderem in sicherheitsrelevanten Komponenten der Automobilindustrie sowie in tragenden Bauteilen der Bauwirtschaft.

Charakteristisch für Kaltstauchstähle sind eine besonders hohe Reinheit, eine ausgeprägte Umformbarkeit, Zähigkeit sowie eine zuverlässige Festigkeit. Diese Eigenschaften machen sie zu einem wichtigen Werkstoff für industrielle Anwendungen mit hohen Qualitätsanforderungen. Der Fokus von FNsteel auf dieses Segment passt damit inhaltlich und technologisch zu den bestehenden Kompetenzen der Saarstahl-Gruppe.

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Strategische Einordnung durch den Vorstand von Saarstahl

Aus Sicht der Unternehmensführung ergänzt FNsteel das bestehende Leistungsportfolio in mehrfacher Hinsicht. Stefan Rauber hebt dabei insbesondere die technologische Ausstattung und die Marktstellung des niederländischen Unternehmens hervor: „FNsteel verfügt über moderne Anlagen, eine sehr gute Produktqualität und eine etablierte Marktposition. Das passt hervorragend zu uns und trägt dazu bei, unsere Position im Bereich Kaltstauchstahl zu festigen.“ Gleichzeitig ordnet er die Übernahme in den übergeordneten strategischen Rahmen ein: „Die Integration von FNsteel steht im Einklang mit unserer Strategie, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen und damit zugleich den Industriestandort Saarland und Deutschland zu stärken.“

Transformation und Integration als gemeinsames Ziel

Auch Sicht von Jonathan Weber, Vorstand Transformation bei Saarstahl, ist die Akquisition ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe. Er betont die Bedeutung der Bündelung von Kompetenzen und Kapazitäten: „Diese Akquisition stärkt und ergänzt das Knowhow und die Produktions- und Innovationskapazitäten beider Unternehmen nachhaltig und öffnet neue Wege für weiteres Wachstum. Unser Ziel ist es, das neue Werk zügig und effektiv in unsere Unternehmensgruppe zu integrieren – ganz im Sinne unserer Strategie und des laufenden Transformationsprozesses.“ Die Integration soll dabei nicht nur organisatorisch, sondern auch technologisch erfolgen und bestehende Strukturen sinnvoll miteinander verknüpfen.

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Perspektive von FNsteel innerhalb der Saarstahl-Gruppe

Auch die Unternehmensleitung von FNsteel bewertet den Zusammenschluss positiv. Matthijs van der Schoot, CEO, und Bert Sterrenburg, CFO von FNsteel, sehen in der Übernahme neue Entwicklungsmöglichkeiten für das Unternehmen: „Teil eines führenden Unternehmens im Bereich Langstahlprodukte zu werden, eröffnet FNsteel starke neue Chancen. Dieser Schritt ermöglicht es uns, unser Geschäft nachhaltig weiterzuentwickeln und das volle Potenzial von FNsteel auszuschöpfen. Wir freuen uns, Teil der Saarstahl-Familie zu werden. Dank dieser soliden Grundlage sind wir überzeugt, dass wir unser Angebot und unseren Service für unsere Kunden weiter verbessern können – basierend auf der Stärke zweier leistungsstarker Marken und mehr als 85 Jahren Erfahrung bei der Lieferung hochwertiger Langstahl-Produkte.“

Von Saarstahl / Rolf Müller-Wondorf