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Handhabungstechnik 20.03.2026, 15:17 Uhr

Schmalz geht mit mobilem Saugheber in neue Märkte

Mit einem neuen Saugheber adressiert Schmalz erstmal mobile Anwendungen, neue Zielgruppen und erweitert sein Geschäftsmodell

Eric Wilhelm, Leiter Geschäftsfeld Handhabung, mit dem neuen Sauggreifer

Der Saugheber Gripster max erweitert das Portfolio von Schmalz im Bereich Handhabung (im Bild: Eric Wilhelm, Leiter Geschäftsfeld Handhabung und Mitglied der Unternehmensleitung).

Foto: Schmalz

Mit dem neuen Saugheber Gripster max erweitert das Vakuumtechnikunternehmen Schmalz sein Portfolio um ein Handgerät für das sichere und ergonomische Heben und Positionieren unterschiedlicher Werkstücke aus Glas, Holz, Metall, Gipskarton sowie Keramik- und Steinfliesen. Eine akkubetriebene Pumpe sorgt für den notwendigen Unterdruck. Dadurch arbeitet der Saugheber Gripster max unabhängig von externer Druckluft oder stationären Systemen.

Wie Eric Wilhem, Leiter des Geschäftsbereichs Handhabung und Mitglied der Geschäftsleitung bei Schmalz, erläutert, reagiert das Unternehmen mit der Entwicklung auf Kundenanforderungen: „Unsere Kunden brauchen Flexibilität – und zwar dort, wo keine Druckluftanschlüsse vorhanden sind und Kabel stören. In Fertigung und Handwerk gibt es viele solcher Situationen: enge Spalten, wechselnde Arbeitsorte, kleine Stückzahlen.“ Der neue Saugheber schließe genau diese Lücke. Er bringe Vakuumtechnik dorthin, wo bisher körperliche Kraft oder Behelfsmaßnahmen nötig waren, so Wilhelm.

Industriekunden bleiben das Zentrum

„Unsere Industriekunden bleiben das Zentrum,“ führt Wilhelm aus. Dort sei Schmalz stark und kenne die Prozesse. Gleichzeitig sehe das Unternehmen Lücken im Markt, vor allem jenseits des Niedrigpreis- und Heimwerker-Segments. Genau dort setze Schmalz mit der Neuentwicklung an.

Zentraler Vorteil: Geschwindigkeit beim Ansaugen

Der zentrale Vorteil liegt den Angaben zufolge in der Geschwindigkeit. Der Saugheber Gripster max saugt Bauteile bis zu viermal schneller an als vergleichbare Geräte, führt Schmalz aus. Anwender verkürzen dadurch nicht nur Taktzeiten. Eine Person genüge, um auch große, sperrige Komponenten zu bewegen. Das steigere die Effizienz und Wartezeiten entfallen.

Aufgrund des ergonomisch geformten Griffs können Beschäftigte selbst unhandliche Bauteile bewegen, so Schmalz weiter. Auch Werkstücke im Verbund können sie anheben, ohne dass sie in Fugen greifen oder Spezialwerkzeuge einsetzen müssen. Das schone das Material und reduziere Bruch. Als handgeführtes Power-Tool bringt der Saugheber Gripster max Vakuumtechnik dorthin, wo Flexibilität, Tempo und Sicherheit zählen. Er ergänze stationäre Systeme wie das Vakuum-Hebegerät Vacu-Master, der für schwerere Lasten und industrielle Gesamtsysteme ausgelegt ist.

Der neue Saugheber Gripster max von Schmalz
Der Saugheber Gripster max bringt Vakuumtechnik dorthin, wo bisher körperliche Kraft oder Behelfsmaßnahmen nötig waren. Foto: J. Schmalz GmbH

„Wir öffnen uns Schritt für Schritt für neue Geschäftsmodelle und Vertriebskanäle,“ erläutert Wilhelm. Wie weit das Unternehmen dabei gehe, entscheide der Markt. Anwender würden zeigen, wo der Bedarf bestehe und was möglich sei. Wilhelm: „Diese Rückmeldungen geben die Richtung vor.“

Einfache Bedienung über die Ein-Taster-Steuerung

Die Ein-Taster-Steuerung vereinfacht die Bedienung, beschleunigt das Ablegen von Werkstücken und reduziert Fehler, führt Schmalz aus. Visuelle und akustische Warnsignale informieren über den Systemstatus und erhöhen die Prozesssicherheit. Auf dem Display zeigt die integrierte Saugplattenerkennung nicht nur den Unterdruck, sondern auch die theoretische Traglast in Kilogramm. Eine leicht durchführbare Systemprüfung erkennt mögliche Fehlerquellen, unterstützt eine schnelle Reparatur und reduziert Stillstandszeiten, so das Unternehmen weiter.

Drei Programme passen das Gerät an die Aufgaben an: Im Basic-Modus regelt das System auf einem höheren Vakuum und erreicht dadurch eine Haltekraft bis zu 120 kg horizontal und 60 kg vertikal. Im Eco-Betrieb arbeitet der Saugheber Gripster max bei einem knapp halb so hohen relativen Unterdruck, evakuiert in unter zwei Sekunden und spart Energie. Der Fast-Modus ermöglicht ein Ansaugen allein durch Andrücken an das Werkstück. Ein Ablegen ist durch Doppelklick auf die Start-Stopp-Taste möglich.

Schmalz jetzt Mitglied der CAS-Allianz

Der Saugheber arbeitet kabellos mit einem Akku aus der CAS-Allianz (Cordless Alliance System), der Schmalz beigetreten ist. Deswegen können Nutzer vorhandene 18 Volt-CAS-Akkus einsetzen. Das spart Investitionskosten, vereinfacht das Energiemanagement und stärkt die Nachhaltigkeit. Die CAS-Allianz wurde von Metabo initiiert. Nach aktuellem Stand sind die CAS-Akkus mit über 45 Marken kompatibel und passen zu mehr als 450 Geräten (Quelle: CAS-Allianz-Webseite).

Mehrere Saugheber Gripster max lassen sich über Kabel koppeln und zentral steuern, um größere Formate komfortabel zu bewegen. Das werkzeuglose Schnellwechselsystem erlaube den Austausch von Saugplatten und Zubehör mit wenigen Handgriffen. Anwender können den Saugheber dadurch unkompliziert an unterschiedliche Anwendungsfälle anpassen, führt Schmalz aus.

Einsatz des Saughebers beim Transport eines schweren Bauteils.
Mit dem Saugheber sollen sich auch unhandliche Werkstücke einfach und prozesssicher bewegen lassen. Foto: J. Schmalz GmbH

„Die Arbeitswelt verändert sich: kleinere Losgrößen, wechselnde Einsatzorte und mehr manuelle Tätigkeiten in der Montage.“
Eric Wilhelm, Leiter Geschäftsfeld Handhabung, Mitglied der Unternehmensleitung.

Mit dem Saugheber Gripster max unterstreicht Schmalz nach eigenen Angaben seinen Anspruch, ergonomische Handhabungsgeräte für jeden Anwendungsfall zu liefern. Schließlich sei Ergonomie nicht nur ein Gesundheits-Aspekt, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Produktivität. Neben Schlauchhebern, Seil-Balancern und Exoskeletten dies bei Schmalz ab sofort auch mit dem jüngsten und kleinsten Neuzugang im Portfolio, dem Saugheber Gripster max.

Für Wilhelm ist die Entwicklung des Saughebers eine Reaktion auf eine sich verändernde Arbeitswelt: „Die Arbeitswelt verändert sich: kleinere Losgrößen, wechselnde Einsatzorte und mehr manuelle Tätigkeiten in der Montage.“ Der Saugheber Gripster max ergänze das Portfolio von Schmalz genau an dieser Stelle. Er bringe die Zuverlässigkeit und Prozesssicherheit, die Kunden aus den stationären Systemen des Unternehmens kennen, in ein handgeführtes Gerät. Er sei nur der Anfang, kein Endpunkt. Wilhelm: „Wir entwickeln das Produkt kontinuierlich weiter, so wie wir es bei anderen Lösungen auch tun. Ob daraus eine ganze Plattform mit verschiedenen Leistungsklassen entsteht, lassen wir bewusst offen. Wir werden sehen, wohin sich der Markt bewegt und dann gezielt nachlegen.“

(Quelle: J. Schmalz GmbH)

Von Udo Schnell