Komponenten für Brennstoffzellen 09.06.2022, 13:45 Uhr

Schaeffler und Symbio gründen Joint Venture Innoplate

Ziel ist die Herstellung von Bipolarplatten für Brennstoffzellen. Geplant ist die Produktion von rund 50 Mio. Platten mit mehr als 120 Mitarbeitenden.

Das neugegründete Unternehmen Innoplate produziert Bipolarplatten (BPP) der nächsten Generation für den gesamten Markt von Brennstoffzellen mit Protonenaustauschmembran (PEM). Bis 2030 will das Joint Venture jährlich rund 50 Millionen BPP produzieren und mehr als 120 Mitarbeitende beschäftigen. Foto: Schaeffler

Das neugegründete Unternehmen Innoplate produziert Bipolarplatten (BPP) der nächsten Generation für den gesamten Markt von Brennstoffzellen mit Protonenaustauschmembran (PEM). Bis 2030 will das Joint Venture jährlich rund 50 Millionen BPP produzieren und mehr als 120 Mitarbeitende beschäftigen.

Foto: Schaeffler

Schaeffler und Symbio, ein Gemeinschaftsunternehmen von Faurecia und Michelin für Wasserstofftechnik, haben einen Vertrag zur Gründung eines 50:50 Joint Ventures (JV) zur Herstellung von Bipolarplatten für Brennstoffzellen für globale Mobilitäts- und Energielösungen unterzeichnet. Das JV wird seinen Sitz in Haguenau im Elsass, Frankreich, haben. Es vereint den Angaben zufolge das Know-how von führenden europäischen Automobilzulieferern und einem globalen Marktführer von Brennstoffzellen-Technik für die Automobilindustrie, die gemeinsam ein enormes Potenzial in der sich entwickelnden Wasserstoffwirtschaft sehen. Durch den Aufbau dieses deutsch-französischen Projekts werde zudem die europäische Wertschöpfungskette für Mobilität durch Wasserstoff gestärkt.

Metallische Bipolarplatten sind ein Schlüsselelement der Brennstoffzellen-Stacks.

Foto: Schaeffler

Wie Schaeffler mitteilt, wird das Unternehmen bis Ende des Jahres den Betrieb unter dem Markennamen „Innoplate“ aufnehmen und die Produktion von BPP der nächsten Generation für den gesamten Markt von Brennstoffzellen mit Protonenaustauschmembran (PEM) forcieren. Dadurch profitieren laut Schaeffler Kunden zukünftig in diesem Bereich von erhöhter Leistung, größeren Kapazitäten und einem geringeren Preis. Vorbehaltlich der üblichen Bedingungen, wie kartellrechtlicher Freigaben, wird die Gründung des JV voraussichtlich bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

Bipolarplatten im industriellem Maßstab produzieren

Der Produktionsstart des JV ist für Anfang 2024 geplant. Am Produktionsstandort in Haguenau, Frankreich, werden anfänglich vier Millionen Bipolarplatten pro Jahr hergestellt mit dem Ziel, bis 2030 jährlich weltweit rund 50 Millionen BPP zu produzieren und mehr als 120 Mitarbeitende zu beschäftigen. Der Standort wird höchste Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und ist auf Netto-Null-Emissionen ausgelegt.

Innoplate wird, wie Schaeffler ausführt, die nächste Generation der BPP-Serienproduktion auf den Weg bringen und skalieren. Die exklusiven Kunden des Joint Ventures sind Symbio und Schaeffler. Symbio hat bereits von einem führenden Fahrzeughersteller einen ersten Auftrag als wesentlicher Zulieferer für ein Brennstoffzellensystem erhalten. Es ist vorgesehen, dass das Joint Venture dafür die Bipolarplatten herstellen wird.

Symbio habe kumulativ mehr als 30 Jahre Erfahrung bei der Entwicklung von Brennstoffzellensystemen und bietet ein umfangreiches Produktportfolio von bereits validierten und integrierten Wasserstoffsystemen (Stack-Packs) an, die alle Standards im Hinblick auf Leistung und Langlebigkeit für eine nachhaltige und emissionsfreie Mobilität erfüllen.

Als ein weltweit führender Automobil- und Industriezulieferer verfüge Schaeffler über eine umfassende Kompetenz im Bereich der Präzisions-Umformungstechnik und -Stanztechnik sowie über fundiertes Prozess-Know-how für die Großserienfertigung von metallischen Bipolarplatten. Schaeffler verwendet diese sowohl für die Elektrolyse zur Herstellung von Wasserstoff als auch als Schlüsselelement der Brennstoffzellen-Stacks für jegliche Arten von mobilen und stationären Brennstoffzellen-Anwendungen, mit denen Wasserstoff verstromt wird. Die hohe Fertigungstiefe im Bereich Umformungstechnik und anspruchsvolle Beschichtungsverfahren des Unternehmens bilden die Grundlage für das fundierte Prozess-Know-how für die Großserienfertigung von BPP, heißt es weiter.

Strategische Komponente des Brennstoffzellensystems

„Metallische Bipolarplatten sind eine strategische Komponente des Brennstoffzellensystems mit hohem Mehrwert. Innoplate wird maßgeblich dazu beitragen, eine Serienproduktion zu ermöglichen, die die Programme unserer Kunden und die Akzeptanz des Marktes gegenüber Mobilität durch Wasserstoff stärkt. Gleichzeitig werden wir die systemische Leistung und die Wirtschaftlichkeit unserer Lösungen steigern. Mit diesem Projekt leistet Symbio einen Beitrag zum Aufbau einer technologischen und industriellen Führungsrolle Europas“, sagt Philippe Rosier, CEO von Symbio.

Wasserstoff wird entscheidende Rolle spielen

„Wir sind überzeugt, dass Wasserstoff eine entscheidende Rolle für die nachhaltige Mobilität der Zukunft spielen wird. Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und die Umstellung auf nachhaltige Energieressourcen werden maßgeblich von der Industrialisierung verlässlicher Lieferketten für die neuen Technologien abhängen. Unser Joint Venture mit Symbio ist ein sehr gutes Beispiel für diesen Ansatz. Als globales Unternehmen mit Sitz in Deutschland sind wir zudem hoch erfreut, mit Symbio in Frankreich eine Partnerschaft einzugehen und die deutsch-französische Zusammenarbeit in diesem wichtigen Bereich zu fördern. Das JV ermöglicht Schaeffler einen schnellen Markteintritt mit einem führenden Brennstoffzellenanbieter als Partner“, sagt Klaus Rosenfeld, CEO von Schaeffler.

„Bei Forvia ist uns bewusst, dass die Zusammenarbeit zwischen zwei großen deutsch-französischen Unternehmen ein starker Motor für exzellente Ergebnisse ist. Unsere Überzeugungen im Bereich der Brennstoffzellen sind solide und konstant: Wasserstoff ist ein zentrales Thema für die Mobilität von morgen. Gemeinsam stellen Symbio und Schaeffler ihr komplementäres Know-how Innoplate zur Verfügung, um einen Schlüsselakteur in der Wasserstoffmobilität zu schaffen“, sagt Patrick Koller, CEO von Faurecia, einem Unternehmen der Forvia Gruppe.

„Dieser gemeinsame strategische Schritt von Schaeffler und Symbio fördert die schnellere Entwicklung von Mobilität durch Wasserstoff und stärkt zweifelsohne die Fähigkeit von Symbio, bis 2030 ein weltweit führender Anbieter von Brennstoffzellensystemen zu werden. Bei Michelin sind wir fest davon überzeugt, dass eine paneuropäische Zusammenarbeit den Akteuren der europäischen Industrie eine hervorragende Möglichkeit bietet, bei strategischen Technologien führend zu bleiben. Diese deutsch-französische Allianz ist ein perfekter Beleg hierfür“, sagt Florent Menegaux, CEO von Michelin.

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