Fingergreifer für das automatisierte Greifen schwieriger Produkte
Ein neue Fingergreifer und ein abgestimmtes Steuerungsmodul ermöglichen schonendes, präzises Greifen variierender Waren.
Der neue Fingergreifer pickt schnell und zuverlässig, ohne zu beschädigen oder zu verunreinigen.
Foto: J. Schmalz GmbH
Das automatisierte Handhaben von empfindlichen und geometrisch unregelmäßigen Produkten ist oft schwierig. Mit dem Fingergreifer M-Grip Basic und dem Steuerungsmodul SRCU Basic erweitert Schmalz sein Portfolio und will damit Automatisierung auch dort verfügbar machen, wo besonders viel Flexibilität und Kosteneffizienz gefragt sind.
Wer in der Lebensmittel-, Agrar-, Verpackungs- oder Logistikbranche automatisiert, kennt das Problem: Kartoffeln, Gebäck, Molkereiprodukte oder in Netzen und Blister verpackte Artikel. Die Waren sind unregelmäßig geformt, empfindlich und variieren in Größe sowie Gewicht. Herkömmliche mechanische Greifer stoßen an dieser Stelle schnell an ihre Grenzen. Schmalz schließt nach eigenen Angaben diese Lücke jetzt mit zwei neuen Lösungen: dem Fingergreifer M-Grip Basic und dem Steuerungsmodul SRCU Basic. Diese Modelle senken laut Schmalz die Einstiegshürde gezielt und bringen das bewährte Soft-Touch-Handling in Branchen, die bislang keinen wirtschaftlichen Zugang zur automatisierten Handhabung hatten.
Variable Fingermodule mit spezieller Geometrie
Pneumatisch gesteuerte Fingergreifer sind anpassungsfähiger als mechanische Systeme, führt Schmalz aus. Der Fingergreifer M-Grip Basic nutzt weiche, variable Fingermodule mit einer speziell entwickelten Geometrie. Sie passen sich der Form der Artikel an, ohne sie zu beschädigen. Fingerabstand und -position lassen sich flexibel einstellen. Damit eignet er sich für Anwendungen mit variierenden Produkten – etwa Obst und Gemüse, Süßwaren und Backwaren oder in Folie verpackte Produkte.

während Sauggreifer an fehlendem Unterdruck scheitern würden. Bild: J. Schmalz GmbH
Wie das Unternehmen ausführt, ist ein zentraler Vorteil des modularen Systems, dass die Fingermodule sich aufgrund der integrierten Befestigungselemente schnell demontieren und neu positionieren lassen. Wechsele das Produkt, wechsele die Konfiguration und nicht den Greifer. Das reduziere Umrüstzeiten und senke die Investitionskosten.
Steuerungsmodul ergänzt Greiferkonzept
Das Steuerungsmodul SRCU Basic ergänzt dieses Konzept. Der Bediener könne den Ausgangsdruck über einen Einstellgriff manuell anpassen und damit die Griffstärke variieren. Der Vakuum-Schalter zeige den aktuellen Druckwert an. Darüber hinaus verfüge das Steuerungsmodul über einen internen Druckminderer, der den Ausgangsdruck automatisch begrenze und so die Überbelastung der Finger verhindere. Das verlängere die Lebensdauer des Systems. Für Anwendungen mit geringer Produktvarianz und bis zu 120 Picks pro Minute bietet das Modul eine besonders wirtschaftliche und zuverlässige Steuerungslösung, heißt es weiter.

Anwender können den Fingergreifer M-Grip Basic auch in ihre eigenen End-of-Arm-Tool-(EOAT)-Lösungen integrieren, denn die Fingermodule und Montageplatten lassen sich in individuelle Greifersysteme einbauen. Das gibt Konstrukteuren die Freiheit, maßgeschneiderte Lösungen mit der bewährten Soft-Finger-Technik von Schmalz als Basis zu entwickeln.
Die Plattform M-Gripedia zeigt in über 100 realen Anwendungen, wie Schmalz empfindliche Produkte automatisiert, hygienisch und prozesssicher greift – vom Croissant bis zum Hähnchenschenkel. Alle Use Cases lassen sich filtern, um die optimale Lösung für ein konkretes Werkstück zu finden. Bei Bedarf ist ein direktes Feedback von den Experten nur einen Klick entfernt. Damit liefere Schmalz nicht nur Hardware, sondern ein erprobtes Baukastensystem aus Know-how, Daten und Anwendungserfahrung, das sich schnell auf eigene Prozesse übertragen lasse.
(Quelle: J. Schmalz GmbH)




