Forschungsprojekt zu Trinkwasserhygiene 11.06.2021, 09:01 Uhr

Ultrafiltration in der Praxiserprobung

Kann Ultrafiltration helfen die Trinkwasserhygiene in Gebäuden zu erhalten, auch wenn die Trinkwarmwasser-Temperaturen unter die vorgeschriebenen 60 °C abgesenkt werden? Antworten soll ein Forschungsprojekt unter Leitung der TU Dresden liefern.

Foto: panthermedia.net/ gemenacom

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Der Energiebedarf für die Wärmeversorgung wird künftig zu mehr als 50 Prozent von der Trinkwassererwärmung bestimmt. Dabei geht in einem Gebäude mit zentraler Trinkwassererwärmung viel Energie ungenutzt verloren. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Ultra-F – Ultrafiltration als Element der Energieeffizienz in der Trinkwasserhygiene“ unter Leitung der TU Dresden untersuchen fünf wissenschaftlichen Einrichtungen gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft ganzheitlich die Anforderungen an Trinkwasser-Installationen – im Labor wie im Feldversuch.. Auf diese Weise soll der Nachweis der Wirksamkeit von Ultrafiltration hinsichtlich der Sicherstellung eines hygienisch einwandfreien Betriebes bei abgesenkten Trinkwarmwasser-Temperaturen erbracht werden. Zudem will man die primärenergetischen Wirkungen und die Effekte der CO2-Emissionsminderung ermitteln. Die Seccua Holding AG ist als Industriepartner an dem Projekt beteiligt. Der Ansatz des auf Membranfilteranlagen spezialisierten Unternehmens: Durch eine dauerhafte Nährstoffreduktion und Vermeidung einer „Neukontamination” am Hauswassereingang soll die Trinkwasserhygiene bewahrt werden. Filter der Oberbayern entfernen am Hauswassereingang Bakterien wie Legionellen sowie Einzeller wie Amöben, die eine wesentliche Rolle bei der Vermehrung von Legionellen spielen, aus dem Wasser. Auf diese Weise könnten neue Gebäude vor Legionellen und „Kontamination“ bei der Erstbefüllung geschützt werden. Dies möchte man nun in der Praxis wissenschaftlich nachweisen.

Ultrafiltration: Bundesweite Erprobung

Ziel der Feldversuche ist es, die Energieverluste bei der Trinkwassererwärmung zu minimieren und gleichzeitig die Trinkwasserhygiene im gesamten Gebäude zu gewährleisten. Besitzer von Wohngebäuden haben die Möglichkeit, mit ihrem Neubau gemeinsam mit Seccua an diesem Forschungsprojekt teilzunehmen und in ihrem Wohngebäude eine Temperaturabsenkung unter wissenschaftlicher Betreuung zu erproben. Als erster Schritt des Forschungsprojektes ist vorgesehen, in Absprache mit dem Gesundheitsamt einen hygienisch sicheren Betrieb von Ultrafiltrationsanlagen in der Trinkwasserinstallation zu ermöglichen, die Trübstoffe und Bakterien aus dem Wasser entfernen. Dies ist die Grundlage dafür, anschließend eine schrittweise Absenkung der Trinkwarmwasser-Temperatur zur Energieeinsparung zu ermöglichen. Alle Schritte werden unter Begutachtung der Trinkwasser-Installation sowie einer hohen Anzahl an Trinkwasseranalysen begleitet. Das Forschungsteam bietet jeder/m Teilnehmenden in der Projektlaufzeit kostenfreie Probenahmen für das kalte und warme Trinkwasser sowie Analysen auf Legionellen gemäß Trinkwasserverordnung. Außerdem werden thermo-hydraulische Messungen auf jedem Trinkwarmwasser-Temperaturniveau durchgeführt. Deutschlandweit sind über einen Zeitraum von jeweils bis zu zwei Jahren Untersuchungen in zwölf Gebäuden geplant. Sämtliche Daten im Projekt werden anonymisiert, die Untersuchungsergebnisse stehen den Besitzern des jeweiligen Objekts anschließend zur Verfügung.

Teilnehmer für Feldversuch gesucht

Für die Durchführung des Feldversuchs werden derzeit noch Eigenheimbesitzer gesucht, die Interesse haben sich zu beteiligen. Seccua unterstützt die Teilnehmenden sowohl beim Einbau, als auch bei Wartung und Überwachung der Ultrafiltrationsanlage, welche zu vergünstigten Konditionen zur Verfügung gestellt wird. Folgende Voraussetzungen müssen für eine Teilnahme erfüllt sein:

  • Wohngebäude als Neubau oder mit komplett erneuerter Trinkwasser-Installation (nicht nur zentraler Trinkwassererwärmer, sondern auch komplettes Rohrleitungssystem und alle Armaturen), bis Mitte 2021 betriebsbereit,
  • Die Trinkwasser-Installation ist noch unbefüllt und entspricht den allgemein anerkannten Regeln der Technik.
  • Pläne der Trinkwasser-Installation müssen zur Verfügung gestellt werden.
  • Der bestimmungsgemäße Betrieb der Installation sollte jederzeit nach Inbetriebnahme der Trinkwasser-Installation sichergestellt sein (kein Gebäude- oder Wohnungsleerstand),
  • Trinkwarmwasser-System mit mindestens 4, maximal 10 über moderne Zirkulationsregulierventile (thermoelektrisch oder thermomechanisch) abgeglichene Steigstränge,
  • Möglichkeit der Volumenstrommessung rund um den Trinkwasser-Erwärmer und die Hauseintrittsleitung sowie Zugang zu den Zirkulationsregulierventilen,
  • Probenahmeventile im Umfeld des zentralen Trinkwasser-Erwärmers (Eintritt Trinkwasser kalt in den TWE, Austritt Trinkwarmwasser TWE, Eintritt der Zirkulation in den TWE) und am Trinkwassereingang (TW-Hauseingang) sind vorhanden,
  • Die Mieter/ Nutzer des Gebäudes müssen bereit sein, Trinkwasserentnahmestellen in ihrer Wohnung regelmäßig beproben zu lassen.

Interessenten wenden sich per E-mail an: info@seccua.de (Betreff: Neubau ULTRA-F – (Name Objekt)).

Von Seccua/ Marc Daniel Schmelzer

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