Wohnungsbau 01.09.2016, 00:00 Uhr

Dezentrale Lüftungslösungen für Ein- und Mehrfamilienhäuser

Beim Neubau oder der Sanierung von Ein- oder Mehrfamilienhäusern spielt die Lüftungstechnik zunehmend eine entscheidende Rolle. Hier sieht sich der Planer oder Installateur mittlerweile einer Vielzahl von Optionen gegenüber, was die Entscheidung für das „richtige“ System zunächst nicht einfacher macht.

Das dezentrale Lüftungsgerät sorgt für die kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Durch sein puristisches Design fügt es sich in jedes Raumambiente. Bild: Helios Ventilatoren

Das dezentrale Lüftungsgerät sorgt für die kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Durch sein puristisches Design fügt es sich in jedes Raumambiente. Bild: Helios Ventilatoren

Bei der Wahl zwischen dezentralen Lüftungssystemen, bei denen ein Gerät in die Außenwand eines Raumes installiert wird, und zentralen Lüftungsgeräten, bei welchen eine gesamte Wohneinheit oder ein Haus zu einem Lüftungssystem verbunden wird, sind die verschiedenen Anforderungen der Bewohner zu beachten.

Allrounder für die dezentrale Wohnraumlüftung

Seit seiner Markteinführung im letzten Jahr setzt der EcoVent Verso von Helios Ventilatoren Maßstäbe im Bereich der dezentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Dank seiner kompakten Maße bietet er sich besonders dann an, wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht. Dabei eröffnet er durch die variablen Einsatzmöglichkeiten und die vielfältigen Kombinationen mit anderen Geräten ein breites Einsatzgebiet und dies im Neubau wie in der Sanierung, im Ein- oder Mehrfamilienhaus.

Die Wärmerückgewinnung des dezentralen Lüftungsgeräts erfolgt im Reversierbetrieb, das heißt Zu- und Abluftphasen wechseln sich ab. In der Abluftphase nimmt der Keramik-Wärmespeicher die Wärme der Raumluft auf und speichert diese. Im anschließenden Zuluftbetrieb wird die Außenluft durch den Keramikspeicher geleitet und übernimmt dessen Wärme, so dass die Zuluft vorgewärmt in den Wohnraum strömt. Dabei bilden mindestens zwei Geräte eine funktionsfähige Einheit, indem sie in ihrer Betriebsart phasenversetzt arbeiten.

In Eschborn stattet die Gemeinnützige Wohnungsunternehmen Eschborn GmbH während einer weitläufigen Sanierung ihren Wohnungsbestand mit dem EcoVent Verso von Helios aus. Das Anfang der 80er Jahre erbaute Areal umfasst sechs Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 37 Wohnungen. Während der Sanierungsmaßnahmen 2015/2016 wurden die Wohneinheiten nach den neuesten Gebäudestandards modernisiert. Durch die vorgenommenen Dämmmaßnahmen und die Erneuerung der Fenster, erhalten die Gebäude eine dichte Außenhülle, die dafür sorgt, dass keine Energie durch Fugen oder Ritzen verloren geht. Gleichzeitig unterbindet dies aber auch einen natürlichen Luftaustausch. Um diesen dennoch sicherzustellen und die feuchte, mit Gerüchen belastetet Luft zuverlässig nach draußen abzuführen, übernimmt eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung den Luftaustausch. Aufgrund der individuellen Wohnungsgrundrisse, die von Wohnung zu Wohnung abweichen, entschieden sich die Architekten in Eschborn für eine dezentrale Lüftungslösung. Diese wird je Wohneinheit über mehrere EcoVent Verso in Verbindung mit den reinen Abluftgeräten MiniVent M1 von Helios realisiert.

Die Edelstahl-Außenfassade des Lüftungsgeräts fügt sich formschön in die Architektur der Gebäude ein. Bild: Helios Ventilatoren

Die Edelstahl-Außenfassade des Lüftungsgeräts fügt sich formschön in die Architektur der Gebäude ein. Bild: Helios Ventilatoren

Hybridlüftung – Vielfältige Möglichkeiten für alle Einsatzbereiche

Diese Hybridlüftung als Kombination aus Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung und Abluftsystemen nach DIN 18017–3 erweitert die Einsatzmöglichkeiten des EcoVent Verso. Über die Steuerung und ein Erweiterungsmodul werden die Funktionen der Abluftgeräte und des EcoVent Verso gekoppelt und verbinden sich zu einer echten Hybridlüftung. Diese Art der intelligenten Lüftung eignet sich besonders für Wohnungsgrundrisse, bei denen innenliegende Bäder vorhanden sind und die Entlüftung beispielsweise über ein Einrohrlüftungssystem realisiert wird. In Eschborn sind in den Wohn- und Schlafräumen vier EcoVent Verso und in den Ablufträumen wie Bad, WC und Küche jeweils ein MiniVent M1 verbaut. Sobald der MiniVent aktiv wird, reagiert das Erweiterungsmodul und passt die Betriebsart des EcoVent an. So schaltet dieser beispielsweise automatisch auf Zuluftbetrieb und gewährleistet eine ausgeglichene Luftbilanz in der gesamten Wohnung. Eine ausreichende Luftzufuhr wird auf diese Weise vollautomatisch sichergestellt. Vorteil für die Bewohner ist, dass die Lüftung völlig selbstständig und nutzerunabhängig funktioniert. Durch das einheitliche Design der Abluftgeräte und der dezentralen Lüftungslösungen ergänzen sich die Lüftungsgeräte in den Wohnungen auch optisch. Die mehrfach prämierten Innenblenden integrieren sich durch das puristische Design und die klare Linienführung dezent in jedes Raumambiente.

Komfortable Steuerung

Die Steuerung des EcoVent Verso erfolgt pro Gerät über das LED-Bedienelement. Die beiden Taster regulieren fünf Lüftungsstufen und drei Betriebsarten (Reversierbetrieb mit Wärmerückgewinnung, Querlüftung und Zuluftbetrieb). Zusätzlich erinnert das Bedienelement nach einem definierten Intervall durch ein Blinksignal an den anstehenden Filterwechsel.

Alternativ zur Inbetriebnahme des Lüftungsgeräts über die Taster, kann die dezentrale Lüftung dank der Software über den integrierten USB-Anschluss auch mit PC oder Laptop verbunden werden. Ein weiterer Vorteil des EcoVent Verso ist, dass alle eingestellten Werte auf dem PC bzw. Laptop gespeichert und bei Bedarf wieder auf die Steuereinheit übertragen werden können.

Dezentral oder Zentral – Wann passt welches System?

Doch in welcher Wohnsituation eignen sich die dezentralen Lüftungssysteme und wann sollte der zentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung der Vorzug gegeben werden? Eine pauschale Aussage kann nicht getroffen werden. Allerdings ist eine durchdachte Planung am Anfang der Bau- bzw. Sanierungsmaßnahmen unerlässlich. Dabei sind verschiedene Punkte zu beachten:

1. Installationsaufwand

Der Vorteil der dezentralen Lüftungsgeräte liegt darin, dass die Geräte einzeln in die Außenwand gesetzt werden. Es muss kein Luftverteilsystem installiert werden, welches das Lüftungsgerät mit jedem Zimmer verbindet. Allerdings sind für die Installation je Lüftereinheit Wandöffnungen, z. B. mittels Kernbohrung, herzustellen und die elektrischen Leitungen vorzubereiten. Der Arbeitsaufwand ist in etwa vergleichbar mit dem zur Installation eines Luftverteilsystems. Danach ist die Montage der Lüftereinheit schnell und einfach in drei Schritten erledigt.

2. Kosten

Bei der Betrachtung der Investitionskosten für dezentrale Lüftungssysteme ist eine große Bandbreite möglich. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von der Art der Auslegung und der Anzahl der verbauten Geräte ab. Bei der Be- und Entlüftung einzelner Räume reduzieren sich die Investitionskosten auf ein Minimum. Bei DIN-konformer Betrachtung einer ganzen Wohneinheit relativiert sich der Investitionskosten-Unterschied einer dezentralen zu einer zentralen Lüftung allerdings wieder.

3. Akustik

Ein wichtiger Aspekt für die Zufriedenheit mit der kontrollierten Wohnraumlüftung – egal, ob zentral oder dezentral – während der gesamten Nutzungszeit ist die Akustik des Lüftungssystems. Hierbei ist bereits in der Planung auf die Auswahl des Systems und die Positionierung innerhalb der Aufenthalts- und Ruheräumen zu achten. Im Vergleich zur Fensterlüftung ist durch die integrierte Dämmung des dezentralen EcoVent Verso ein verbesserter Schallschutz möglich. Allerdings weist die zentrale Wohnraumlüftung die besten Geräuschwerte auf, da das Lüftungsgerät im Technikraum oder hinter der Wand installiert werden kann.

Von Sandra Bechmann

Sandra Bechmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Helios Ventilatoren, Villingen-Schwenningen.

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