Um die geplante deutsche Energiewende umzusetzen, muss der Ökostrom von Norddeutschland über Hunderte von Kilometern nach Süddeutschland transportiert werden. Herkömmliche Wechselstromnetze stoßen hier technologisch an Grenzen, daher favorisieren die Übertragungsnetzbetreiber für diese Stromautobahnen Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ).
In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sind freie Flächen für Windenergieanlagen Mangelware. Was diese Bundesländer aber haben, ist Wald. Was sich ein wenig kurios anhört, hat bei genauer Betrachtung enormes Potenzial. Allerdings erst seit einigen Jahren, denn heute ist die Technik da, um das Potenzial auch zu nutzen.
Mit der wachsenden Zahl von regenerativen Energien wird das Stromnetz immer stärker belastet. Eine Alternative ist der Verbrauch vor Ort. Auf der kleinen Nordseeinsel Pellworm wird dies versucht. Es geht um zukunftsweisende Lösungen zur optimalen Nutzung und lokalen Speicherung von regenerativ erzeugtem Strom.
Für die Investitionen in die deutsche Energiewende blickt die Politik oft auf Großinvestoren. Doch das Genossenschaftsmodell hat gezeigt, dass es für den Ausbau erneuerbarer Energien tragfähig ist und gleichzeitig Akzeptanz schafft. Es könnte auch beim erforderlichen Netzausbau helfen.
Mitten in Berlin auf einem Hochhaus dreht eine Windenergieanlage ihre Flügel. Die Mini-Windmühle mit einer Nennleistung von 600 W gehört zu den Exoten und dient den Wissenschaftlern der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin als eine von fünf Anlagen zu Forschungszwecken.
Die kleine Nordseeinsel Pellworm könnte in Deutschland bundesweiten Modellcharakter erlangen. Auf dem Eiland vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste soll das erste intelligente Stromnetz (Smart Grid) Deutschlands, kombiniert mit einer Energieversorgung komplett aus erneuerbaren Energien, errichtet werden. Noch ist dies allerdings Theorie.
In Deutschland gehören Kleinwindanlagen eher zu den Exoten. Doch das Interesse wächst. Grundsätzlich arbeiten Kleinwindanlagen wie ihre großen Brüder. Ein einheitliches Design hat sich bislang aber nicht durchgesetzt. Auf der Messe New Energy in Husum gab es anlässlich des ersten internationalen Kleinwindenergie-Gipfeltreffens eine ganz Fülle verschiedener technischer Lösungen zu sehen.
Die Kritiker sind längst verstummt. Der Einsatz von Leistungselektronik in leistungsstarken Windenergie-Anlagen ist Standard. Sie kann Spannungshöhe und Frequenz kontrollieren und dadurch Einfluss auf die Drehgeschwindigkeit nehmen, um so einen optimalen Energieertrag herauszuholen. Die Möglichkeiten der Leistungselektronik sind noch längst nicht ausgeschöpft. Vor allem für Offshore-Windkraftanlagen.