Young Austrian Engineers Contest 2026 28.05.2026, 16:30 Uhr

Warum Österreichs Technik-Nachwuchs jetzt im Fokus steht

Der Young Austrian Engineers Contest 2026 (YAEC) rückt Österreichs HTL-Talente ins Rampenlicht und vernetzt sie früh mit Industrie und Innovation.

Symbolbild Innovation und Technik

Beim „Young Austrian Engineers Contest 2026“ präsentierten 245 Schülerinnen und Schüler aus 31 HTLs insgesamt 104 technische Projekte aus den Bereichen Mechatronik, Maschinenbau, Automatisierung und digitale Entwicklung.

Foto: Smarterpix/ArtemisDiana

Der „Young Austrian Engineers Contest 2026“ (YAEC) zeigt die Projekte von technischen Schüler*innen aus Österreich. 245 Schülerinnen und Schüler aus 31 HTLs reichten insgesamt 104 Projekte ein – so viele wie bisher noch nie.

Die Arbeiten decken Bereiche wie digitale Produktentwicklung, Mechatronik, Maschinenbau sowie Automatisierung und industrielle Digitalisierung ab. Das macht sichtbar, welche Themen in der technischen Ausbildung aktuell eine Rolle spielen und woran der Nachwuchs arbeitet.

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Der Wettbewerb setzt bewusst auf Offenheit und Praxisnähe. „Es ist uns wichtig , dass jede/jeder  Schülerin/Schüler mit einem spannenden technischen Projekt teilnehmen kann“, erklärt Wolfgang Pachatz vom österreichischen Bildungsministerium für Bildung. Entscheidend sei dabei der Anspruch: „Die Projekte müssen konstruiert, berechnet und vollständig ausgearbeitet sein – also echte Ingenieurarbeit.“

Ein zentrales Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Industrie schnell in den Unterricht zu integrieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Arbeitsgruppe „DigiPro“ des Bildungsministeriums unter Leitung von Wolfgang Pachatz und mit Andreas Probst in der operativen Umsetzung. Der YAEC ist in diesem Projekt das Fenster zur Öffentlichkeit, durch das die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in diesem Projekt sichtbar gemacht werden. Der YAEC findet 2026 bereits zum 16. Mal statt und zählt inzwischen mehr als 1000 Einreichungen.

Technik-Talente im Fokus: YAEC als Plattform für Innovation und Praxis

Der YAEC ist daher mehr als ein Wettbewerb – er ist  eine Bühne für technische Talente und praxisnahe Innovationen. Alle Projekte durchlaufen eine detaillierte Bewertung durch eine Jury aus Bildung und Industrie. Neben Konstruktion und Funktion zählt auch die Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich zu präsentieren.

Damit werden nicht nur technische Fähigkeiten gefördert, sondern auch Kommunikation, Problemlösung und interdisziplinäres Denken – Kompetenzen, die in der modernen Industrie zunehmend gefragt sind.

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HTL-Ausbildung: Fundament für Fachkräfte und industrielle Wettbewerbsfähigkeit

Der Wettbewerb macht zugleich die Bedeutung der HTLs (Höhere technische und gewerbliche Lehranstalten in Österreich, EQF Level 5) sichtbar. Rund 75 Schulen in Österreich bilden jährlich hochqualifizierte Fachkräfte aus – insbesondere in Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik Informatik und Digitalisierung.

Ein entscheidender Vorteil liegt in der Kombination von vertiefter Theorie  und der Praxisorientierung dieser Schulen: „Die Schülerinnen und Schüler absolvieren rund 550 Stunden Konstruktionsausbildung – deutlich mehr als in vielen universitären oder hochschulischen Studiengängen“, so Wolfgang Pachatz. Werkstätten, Labore und Projektarbeit sorgen dafür, dass Absolventinnen und Absolventen über hervorragende Job-Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten verfügen und in vielen Wirtschaftssektoren, über die österreichischen Grenzen hinaus, stark nachgefragt sind.

Die PreisträgerInnen samt LaudatorInnen YAEC 2026
Die PreisträgerInnen samt LaudatorInnen YAEC 2026 Foto: YAEC/Felix Wolfram – die Graphische

Praxisnahe Innovationen: Von Robotik bis nachhaltiger Produktion

Die eingereichten Projekte spiegeln aktuelle Technologietrends wider und zeigen konkrete Lösungsansätze für industrielle Herausforderungen. Dazu zählen unter anderem:

  • Robotik und automatisierte Systeme
  • Additive Fertigung und Recyclinglösungen
  • Fahrzeug- und Luftfahrttechnik
  • Mechatronische Steuerungs- und Sortiersysteme
  • Prototypen für Mobilität und Produktion

Besonders hervorzuheben ist, dass Projekte wie zum Beispiel  ein Filament-Recycler für 3D-Druck, ein automatisierter M&M-Sortierer oder innovative E-Mobilitätslösungen gebaut oder hergestellt wurden

Karrieresprungbrett YAEC: Direkter Kontakt zwischen Talenten und Industrie

Der YAEC entwickelt sich zunehmend zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen Ausbildung und Arbeitsmarkt. Unternehmen nutzen den Wettbewerb gezielt, um frühzeitig mit talentierten Nachwuchskräften in Kontakt zu treten.

Die hohe Qualität der Projekte macht die Teilnehmenden besonders attraktiv für die Industrie. „Wenn Unternehmen sehen, was die Jugendlichen leisten, kommt es vor, dass sie direkt sagen: ‚Komm zu uns‘“, beschreibt Probst die Praxis.

Damit wird der Wettbewerb zu einer echten Talent-Pipeline: Schülerinnen und Schüler gewinnen Sichtbarkeit und erhalten konkrete Karrierechancen, während Unternehmen Zugang zu hochmotivierten, praxisnah ausgebildeten Fachkräften erhalten.

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Preisträger des YAEC 2026 im Überblick

Young Experts

  1. Shabir Hamraz (HTBLA Graz-Gösting) – „Drehtisch mit Rollengang“
  2. Max Habacht & Georg Wogowitsch (HTBLA Hollabrunn) – „Vorderachse“
  3. Aleksander Chleifa (HTBLA Eisenstadt) – „Einziehbares Flugzeugfahrwerk“

Advanced

  1. Zhanpeng Xie (HTBLA Graz-Gösting) – „Roboterarm“
  2. Louis Gurtner (HTBLA Wr. Neustadt) – „Doppelteleskopischer Forstkran“
  3. Team Francisco-Josephinum – „Hackmaschine HBZ-450“

Professional

  1. HTBLA Graz-Gösting – „Formel-1-Motor“
  2. HTBLA Eisenstadt – „Kettengetriebener Dumper“
  3. Francisco-Josephinum – „FJ-Telescopix 7005-LT“

Sonderpreise (Auswahl)

  • TGM Wien – „Filament Recycler“
  • HTL Linz Leitec – „BobbyCar Pro“
  • HTBLA Eisenstadt – „M&M Sorter“ / „VelocityX“
  • HTBLA Ferlach – „Trinity Chair“

Rookie Award: HTBLA Wels – „4×5 Kamera“

Erfolgsmodell HTL: Praxis, Spezialisierung und Innovationskraft

Mit mehr als 40.000 Schülerinnen und Schülern ist dass  HTL-System eine tragende Säule der technischen Ausbildung etabliert. Es verbindet:

  • Vertieftes theoretisches Wissen
  • intensive Praxis in Werkstätten und Laboren
  • projektbasiertes Lernen
  • frühe fachliche Spezialisierung
  • enge Kooperation mit der Industrie

Die Motivation dahinter ist klar: „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten bieten um ihre Kompetenzen zu  zeigen und sie gleichzeitig bestmöglich fördern“, so Pachatz.

Der YAEC 2026 zeigt, wie wirkungsvoll frühe Talentförderung im MINT-Bereich sein kann. Die Kombination aus praxisnaher Ausbildung, realen Projekten und Wettbewerb schafft eine neue Generation von Fachkräften, die Innovation aktiv vorantreibt.

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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