Anzeige

Von Qubits zu Qudits: Quantencomputer nutzen jetzt vier Zustände

23. Februar 2026

: Quantencomputer
Quantencomputer werden viel-dimensional: Forschende realisieren verschränkendes Gate mit vier Zuständen pro Photon. Foto: Smarterpix / Funtap
Quantencomputer werden viel-dimensional: Forschende realisieren verschränkendes Gate mit vier Zuständen pro Photon.
Anzeige
Anzeige


Quantencomputer arbeiten bisher meist mit Qubits. Also mit Quantensystemen, die zwei Basiszustände haben. Null und Eins – allerdings in Überlagerung. Nun gehen Forschende einen Schritt weiter. Statt zwei Zuständen nutzen sie vier. Das klingt nach einem Detail. Tatsächlich verändert es die Architektur optischer Quantencomputer grundlegend.

Ein Team der TU Wien hat gemeinsam mit Forschungsgruppen aus China ein neuartiges Quanten-Gate entwickelt. Es arbeitet nicht mit klassischen Qubits, sondern mit sogenannten Qudits. Die Ergebnisse erschienen in Nature Photonics.

Anzeige
Anzeige

Inhaltsverzeichnis

Qudits statt Qubits

Das Prinzip eines Quantencomputers ist bekannt: Ein Qubit kann 0 und 1 gleichzeitig annehmen. Möglich macht das die Superposition – also die Überlagerung von Zuständen. Dadurch lassen sich bestimmte Rechenprobleme effizienter lösen als mit klassischen Bits.

Doch die Quantenphysik beschränkt sich nicht auf zwei Zustände. Ein Quantensystem kann grundsätzlich mehr als zwei unterscheidbare Basiszustände besitzen. Nutzt man diese gezielt, spricht man von Qudits. Ein Qudit mit vier Basiszuständen trägt mehr Information als ein Qubit. Pro Teilchen steigt die Informationsdichte.

Das bedeutet nicht automatisch, dass alles viermal schneller wird. Aber es verschiebt die Skalierungsfrage. Wenn mehr Information in einem einzelnen Quantensystem steckt, braucht man unter Umständen weniger physische Teilchen. Genau hier setzt die Arbeit aus Wien und China an.

Anzeige
Anzeige

Photonen in neuen Freiheitsgraden

Optische Quantencomputer arbeiten mit Photonen. Bisher konzentrierten sich viele Experimente auf die Polarisation. Diese liefert zwei klar unterscheidbare Zustände. Horizontal oder vertikal. Das passt gut zum Qubit.

Das Wiener Team ging einen anderen Weg. „Wir verwenden Photonen aber auf grundlegend andere Weise“, erklärt Nicolai Friis vom Atominstitut der TU Wien. „Wir interessieren uns nicht für die Polarisation, sondern für die Wellenform des Photons. Sie kann theoretisch unendlich viele verschiedene Zustände annehmen, die unterschiedlichen Drehimpuls-Werten entsprechen.“

Anzeige
Anzeige

Gemeint ist der sogenannte orbitale Drehimpuls des Lichts. Photonen können dabei komplexe Phasenstrukturen tragen. Diese Zustände sind experimentell zugänglich und prinzipiell hochdimensional. Für das erste Demonstrationsexperiment beschränkte man sich auf vier Zustände pro Photon.

Ein verschränkendes Gate in vier Dimensionen

Zwei Photonen, jeweils in einer Überlagerung von vier Zuständen. Das klingt abstrakt. Entscheidend ist jedoch die Operation zwischen ihnen. Quantenrechnen braucht verschränkende Gatter. Nur so entstehen nichttriviale Korrelationen zwischen den Teilchen.

Genau ein solches Gatter konnte das Team realisieren. „Es ist nun erstmals gelungen, ein logisches Quanten-Gatter herzustellen, das mit zwei Photonen arbeitet, die sich jeweils in einer Kombination von vier verschiedenen Zuständen befinden“, sagt Nicolai Friis.

Damit lassen sich die beiden Photonen gezielt verschränken. Oder wieder entkoppeln. Für Quantenalgorithmen ist das eine zentrale Fähigkeit.

Heralded: Man weiß, ob es funktioniert hat

Ein weiteres Detail ist für die Praxis wichtig. Das Protokoll ist „heraldiert“. Das heißt, man erhält ein klares Signal, ob die Operation erfolgreich war. „Wir können die beiden Photonen verschränken – und es handelt sich um ein heraldiertes Protokoll, das bedeutet, dass wir nach der Quantenoperation genau feststellen können, ob sie funktioniert hat oder nicht. Wenn nicht, kann man die Operation einfach wiederholen. Das ist genau, was man für Quantenoperationen in der Praxis braucht“, so Friis.

In optischen Plattformen sind viele Operationen probabilistisch. Sie funktionieren nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Ein heralded Ansatz erlaubt es, Fehlversuche zu erkennen, statt sie unbemerkt in den Rechenprozess einfließen zu lassen.

Mehr Information pro Teilchen

Auch aus informations­theoretischer Sicht ist der Ansatz interessant. „Wir brauchen weniger Teilchen, um dieselbe Menge an Quanteninformation zu speichern“, erklärt Prof. Marcus Huber vom Atominstitut der TU Wien. Weniger Teilchen bedeuten weniger Fehlerquellen. Das kann die Stabilität erhöhen.

Allerdings steigen mit der Dimensionalität auch die Anforderungen an Kontrolle und Auslese. Hochdimensionale Zustände sind empfindlich gegenüber Störungen. Die experimentelle Umsetzung erfordert hohe Präzision in Optik und Detektion. Genau hier trug das chinesische Team um Hui-Tian Wang entscheidend bei.

Hier geht es zu Originalpublikation



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Firmenprofile

Ludwigshafen am Rhein
Anzeige
Anzeige