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Akku in jeder Form? Neue Batteriekomponente macht es möglich

01. Juli 2026

Dr. Alexis Maurel mit 3D-gedrucktem Elektrolyt
Ein Forscherteam der University of Texas at El Paso unter der Leitung von Dr. Alexis Maurel hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich eine wichtige Batteriekomponente in nahezu jeder beliebigen Form im 3D-Druck herstellen lässt. Foto: The University of Texas at El Paso
Batterien bestimmen oft das Gerätedesign. Ein 3D-gedruckter Elektrolyt könnte Entwicklern künftig mehr Freiheit geben.
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Batterien verschwinden selten elegant im Gerät. Sie brauchen Platz, haben feste Zellformate und zwingen Entwickler oft zu Kompromissen beim Gehäuse. Forschende der University of Texas at El Paso arbeiten an einem Baustein, der diese Logik verändern könnte: einem Gel-Polymer-Elektrolyten aus dem 3D-Drucker.

Wichtig zu wissen: Das Team hat keine vollständige Batterie hergestellt, sondern eine zentrale Komponente. Der Elektrolyt sorgt in einer Batterie dafür, dass Lithiumionen zwischen den Elektroden wandern können. Ohne diesen Ionentransport kann eine wiederaufladbare Batterie nicht arbeiten.

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Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift „Communications Engineering“ veröffentlicht. Beteiligt waren Forschende der University of Texas at El Paso sowie der Sandia National Laboratories.

Inhaltsverzeichnis

Warum Batterieformen bisher ein Problem sind

In vielen Lithium-Ionen-Batterien kommen flüssige Elektrolyte zum Einsatz. Sie leiten Ionen gut, müssen aber zuverlässig eingeschlossen werden. Das macht die Zellkonstruktion aufwendig und begrenzt die Formgebung. Zudem können Leckagen oder Nebenreaktionen Sicherheitsprobleme verursachen.

Gel-Polymer-Elektrolyte setzen an dieser Stelle an. Sie enthalten weiterhin flüssige Elektrolytbestandteile, binden diese aber in einer Polymermatrix. Dadurch entsteht kein klassischer Festkörperakku. Das Material ist eher ein Zwischenweg: leitfähig wie ein elektrolytgefülltes System, aber formstabiler als eine reine Flüssigkeit.

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Für frei geformte Batterien ist das entscheidend. Denn solange der Elektrolyt nur in standardisierten Schichten oder festen Gehäusen funktioniert, bleibt auch das Batteriedesign begrenzt.

Ein Gel für den Licht-3D-Druck

Das Team aus El Paso kombinierte ein UV-härtbares Harz mit einem lithiumhaltigen Flüssigelektrolyten. Anschließend wurde das Material mit Vat-Photopolymerisation verarbeitet. Bei diesem Verfahren härtet Licht ein flüssiges Ausgangsmaterial Schicht für Schicht aus.

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Technisch ähnelt der Ansatz der Stereolithografie. Das Material liegt in einer Wanne. Ein Lichtsystem belichtet gezielt die Bereiche, die fest werden sollen. So entstehen Bauteile mit definierter Geometrie.

Genau hier liegt der Reiz der Arbeit. Der Elektrolyt muss nicht nur Ionen leiten. Er muss auch druckbar sein. Er darf beim Aufbau der Schichten nicht verlaufen, muss nach dem Aushärten mechanisch stabil bleiben und darf seine elektrochemischen Eigenschaften nicht verlieren.

Das ist ein Zielkonflikt. Ein hoher Anteil an flüssigem Elektrolyt verbessert häufig die Ionenleitfähigkeit. Gleichzeitig kann er die Druckbarkeit verschlechtern. Zu viel Harz stabilisiert die Struktur, kann aber den Ionentransport behindern.

Das beste Mischungsverhältnis lag bei 1:4

Die Forschenden untersuchten verschiedene Mischungen aus Harz und Elektrolyt. Als sinnvoller Kompromiss erwies sich ein Verhältnis von 1:4. Damit erreichte das Material eine gute Leitfähigkeit und ließ sich zugleich sauber verarbeiten.

Die besten Proben kamen auf Ionenleitfähigkeiten von bis zu 3,4 × 10⁻³ Siemens pro Zentimeter. Für einen additiv gefertigten Gel-Polymer-Elektrolyten ist das ein relevanter Wert. Wichtig ist aber die richtige Einordnung: Der Vergleich gilt vor allem gegenüber ähnlich aufgebauten, konventionell hergestellten Gel-Polymer-Elektrolyten. Es bedeutet nicht automatisch, dass das Material alle flüssigen Batterieelektrolyte vollständig ersetzt.

Die Wahl des Lösungsmittels entscheidet mit

Ein wichtiger Teil der Arbeit betrifft die verwendeten Lösungsmittel. Die Forschenden arbeiteten mit unterschiedlichen Elektrolytformulierungen, darunter Mischungen auf Basis von EC und EC. Diese Kürzel stehen für organische Carbonate, die in der Batterieforschung häufig verwendet werden.

Die Wahl des Lösungsmittels beeinflusst mehrere Eigenschaften zugleich. Sie wirkt sich auf die Ionenbeweglichkeit aus, auf das Aushärten des Materials, auf die Stabilität im Druckprozess und auf das Verhalten an der Grenzfläche zur Lithiumelektrode.

Gerade diese Grenzfläche ist kritisch. Dort bildet sich bei Lithiumsystemen eine dünne Schutzschicht, die sogenannte SEI. Sie kann die Batterie stabilisieren, aber auch zum Problem werden, wenn sie unkontrolliert wächst oder Nebenreaktionen begünstigt. Für spätere Anwendungen reicht es deshalb nicht, nur eine hohe Leitfähigkeit zu messen. Das Material muss auch über längere Zeit stabil mit den Elektroden zusammenarbeiten.

Gedruckt wurden Scheiben, Waben und ein Würfel

Um die Formfreiheit zu zeigen, druckte das Team mehrere Geometrien. Dazu gehörten einfache Scheiben, eine offene Wabenstruktur und ein massiver Würfel mit einem Volumen von einem Kubikzentimeter.

Das sind Demonstratoren. Sie beweisen noch nicht, dass sich Batterien künftig beliebig in jedes Gerät hineinmodellieren lassen. Sie zeigen aber, dass sich ein elektrochemisch relevanter Batteriebaustein mit einem etablierten 3D-Druckverfahren in unterschiedliche Formen bringen lässt.

Für Entwickler ist genau das interessant. Geräte werden heute häufig um vorhandene Batteriezellen herum konstruiert. Künftig könnten einzelne Batteriekomponenten stärker an vorhandene Bauräume angepasst werden. Das wäre etwa bei Wearables, medizinischen Geräten, Sensoren oder Bauteilen für die Luft- und Raumfahrt relevant. Dort ist Platz knapp, und starre Zellformate können das Design stark einschränken.

Druck unter Umgebungsbedingungen

Ein weiterer Punkt ist die Herstellung unter Umgebungsbedingungen. Batteriematerialien reagieren oft empfindlich auf Feuchtigkeit oder Sauerstoff. Viele Prozessschritte laufen deshalb in Trockenräumen oder unter Schutzatmosphäre ab.

Das UTEP-Team druckte die Gel-Polymer-Elektrolyte nicht in einer sauerstofffreien Kammer. Das macht den Ansatz für spätere Fertigungsprozesse grundsätzlich interessanter. Gleichzeitig ist das kein Freifahrtschein für einfache Serienproduktion. In den Versuchen gab es Hinweise darauf, dass Restfeuchte das Verhalten der Zellen beeinflussen kann.

Für den industriellen Einsatz müsste der Prozess deshalb robuster werden. Entscheidend wären kontrollierte Umgebungsbedingungen, reproduzierbare Materialeigenschaften und stabile Ergebnisse über viele Chargen hinweg.

Noch fehlt die vollständige Batteriezelle

Die wichtigste Einschränkung bleibt: Aus dem Verfahren kommt bislang kein kompletter Akku. Gedruckt wurde der Elektrolyt. Untersucht wurde sein Verhalten unter anderem in symmetrischen Lithium-Zellen. Solche Tests sind wichtig, weil sie zeigen, wie sich der Elektrolyt beim Lithium-Plating und -Stripping verhält.

Sie ersetzen aber keine vollständige Lithium-Ionen-Zelle mit Kathode, Anode, Stromableitern, Separatorfunktion, Gehäuse und realistischen Ladezyklen. Genau dort entscheidet sich, ob ein Material mehr ist als ein vielversprechender Laborbaustein.

Offen bleiben auch Fragen zur Langzeitstabilität, zur Alterung, zur Sicherheit, zur Skalierung und zur Integration in echte Zellarchitekturen. Kleine 3D-gedruckte Demonstratoren sind ein Anfang. Eine reproduzierbare Batteriefertigung ist eine deutlich größere Aufgabe.



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