Food Africa 2025 30.01.2026, 14:02 Uhr

Afrika will verpackte Lebensmittel – deutsche Firmen liefern die Maschinen

Wo der Bedarf an (verpackten) Lebensmitteln wächst, wachsen auch die Chancen für Maschinenbauer – und für Messen, die sie zusammenbringen. Ein Besuch in Kairo.

Über 30.000 Besucher kamen Mitte Dezember nach Kairo, um sich über Lebensmittel und ihre Verpackung zu informieren. Foto: Food Africa/ pacprocess MEA 2025

Über 30.000 Besucher kamen Mitte Dezember nach Kairo, um sich über Lebensmittel und ihre Verpackung zu informieren.

Foto: Food Africa/ pacprocess MEA 2025

Die Messe Düsseldorf setzt auf den Mittleren Osten als Wachstumsregion, und Ägypten ist ihr Startpunkt. Für deutsche Hersteller von Verpackungsmaschinen öffnet sich hier ein Markt mit enormem Potenzial: Während der Maschinenbau insgesamt schrumpft, steigen die Exporte nach Afrika zweistellig.

Vom Rhein an den Nil

Durch die Hallen der Messe Kairo weht der Duft von Gewürzen und gerösteten Nüssen. In den Gängen stapeln sich Datteln in allen Variationen: mit- oder ohne Stein, naturbelassen oder im Schokomantel. Auf der Food Africa, der größten Lebensmittelmesse des afrikanischen Kontinents, sind schmackhafte Snacks genauso allgegenwärtig wie die Maschinen, mit denen sie sortiert, verarbeitet und verpackt werden.

Die Messe feiert Mitte Dezember 2025 ihr zehnjähriges Jubiläum in der ägyptischen Hauptstadt. Das Gelände platzt aus allen Nähten: Mehr als 1.200 Aussteller aus 51 Ländern zeigen Lösungen für die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie. Neben der libanesischen ifp Group und der Kairoer Agentur „Konzept“ ist die Messe Düsseldorf Hauptveranstalterin. „Dies ist nicht nur eine Plattform für Ägypten“, erklärt CEO Wolfram N. Diener bei der Eröffnung. „Hier treffen sich der gesamte Mittlere Osten und Afrika.“

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Sechs Wochen später liefert die Messe Düsseldorf ihre Geschäftszahlen: 370 Mio. € Umsatz und 29 Mio. € Gewinn hat sie 2025 mit 81 Messen weltweit erwirtschaftet. Und sie setzt auf Expansion, vor allem in der Golfregion. 2026 sind hier vier weitere Neuveranstaltungen geplant. Die Food Africa ist der Ausgangspunkt dieser Entwicklung, der „strategische Brückenkopf“ zwischen afrikanischem Kontinent und arabischer Halbinsel, wie es Diener formuliert. Jedes Jahr feiert sie neue Rekorde: Seit dem Einstieg der Düsseldorfer im Jahr 2022 ist die Ausstellerzahl um 63 % gestiegen, die Fläche hat sich um zwei Drittel vergrößert.

Bereits 2019 hat die Messe Düsseldorf parallel zur Food Africa die pacprocess MEA gegründet, eine Fachmesse für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Die Branche stemmt sich gegen den allgemeinen Abwärtstrend des Maschinenbaus. Insbesondere in Afrika gibt es noch großes Potenzial, betonen die aus Deutschland angereisten Unternehmensvertreter.

halle der Food Africa 2025 in Kairo.

Zur Food Africa 2025 kamen mehr als 1.200 Aussteller aus 51 Ländern.

Foto: Food Africa/ pacprocess MEA 2025

Maschinen für Millionen

Allgemein läuft es im deutschen Maschinenbau gerade nicht so rund. Die Produktion sank 2024 um rund 8 %, für 2025 erwartet der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) ein weiteres Minus von 5 %. Das Inlandsgeschäft bleibt schwach, die Kapazitätsauslastung liegt mit 78 % deutlich unter dem Normalwert. „Damit schrumpft die Produktion in unserer Industrie seit Anfang 2023, und das vierte Quartal 2025 dürfte das zwölfte Minusquartal in Folge sein“, bilanzierte VDMA-Präsident Bertram Kawlath auf der Jahrespressekonferenz im Dezember.

Das gilt jedoch nicht für die Hersteller von Verpackungsmaschinen. „Uns geht es eigentlich ganz gut“, so Richard Clemens, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, in seiner Keynote zur Packaging Machinery Conference in Nürnberg. Tatsächlich konnte die Branche ihre Exporte von Januar bis Oktober 2025 um 7 % steigern, betonte Clemens gegenüber dem interpack-Magazin. Deutschland und Italien sind mit je rund 20 % Marktanteil die führenden Exporteure weltweit; Europa liefert rund zwei Drittel aller Verpackungsmaschinen. Die Branche beschäftigt hierzulande rund 62.000 Menschen und erwirtschaftete 2023 einen Rekordwert von 16 Mrd. €.

Ein Grund für die gute Lage ist das Afrikageschäft. Die deutschen Exporte von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen auf den Kontinent erhöhten sich 2024 um 22,7 % auf 497 Mio. €. 2025 setzte sich der Trend fort: Die Lieferungen in alle Regionen Afrikas wuchsen erneut „um insgesamt fast 30 %“, so Clemens gegenüber dem interpack-Magazin. Bis 2029 erwartet das Marktforschungsunternehmen Euromonitor ein Plus von 21 % für die Region Naher Osten und Afrika. Denn: Nirgendwo nimmt der Bedarf an verpackten Lebensmitteln schneller zu. „Auch wenn das Ausgangsniveau teilweise niedrig ist, gibt es eine erhebliche Anzahl von Ländern mit vielversprechender Entwicklung“, kommentiert Clemens. Kein Wunder, dass die Zahl der deutschen Unternehmen auf der Food Africa von Jahr zu Jahr wächst.

Verpackungsmaschine auf der Food Africa 2025.

Wachstumsschmerz statt Krise

Eines davon ist Hassia Redatron aus dem hessischen Ranstadt. Der Mittelständler stellt Form-, Füll- und Verschließmaschinen für Kleinstverpackungen her, die mit Soßen oder Dressings gefüllt werden. „Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ketchup einer bekannten Fastfood-Kette von unseren Maschinen abgepackt wird, ist sehr hoch“, sagt CEO Stephan Bahr. Er besucht das Messe-Duo in Kairo bereits zum zweiten Mal.

In Ländern wie Ägypten sei der Markt anders strukturiert als in Europa, erklärt Bahr. Weil viele Menschen von Tageslohn zu Tageslohn leben, kaufen sie Waschmittel, Kaffee oder Milchpulver lieber in Einzelportionen statt Großgebinden. Das erhöht den Bedarf an Maschinen, die Kleinstverpackungen herstellen und befüllen können. „Wir wachsen stark“, freut sich Bahr. „Unser größtes Problem ist es, qualifiziertes Personal zu finden, um die Nachfrage zu stemmen.“ Wachstumsschmerzen statt Krise: Was im deutschen Maschinenbau eine Ausnahme darstellt, ist im exportstarken Geschäft mit Lebensmittel- und Verpackungsmaschinen – 86 % der Produktion gehen ins Ausland – eher die Regel.

Stefan Spanel von Kreyenborg kann das bestätigen. Der Maschinenbauer aus dem Münsterland fertigt Anlagen zum Rösten von Nüssen sowie zum Sterilisieren von Kräutern und Saaten. „Der afrikanische Markt bietet super viel Potenzial“, sagt der Technical Sales Manager. In Gebieten wie dem Nildelta nördlich von Kairo herrschten optimale Bedingungen für den Anbau von Petersilie, Basilikum, Majoran und Fenchelsaaten. Kreyenborg liefert Infrarot-Anlagen, mit denen lokale Produzenten ihre Kräuter verarbeiten, bevor sie zum Beispiel nach Europa gehen. Rund zehn Kunden hat das 55-Mitarbeiter-Unternehmen hier bereits beliefert. Auch Spanel ist zum zweiten Mal auf der Food Africa. „Dieses Jahr ist es spürbar voller als letztes Jahr.“

Stefan Spanel von Kreyenborg auf der Food Africa 2025.

Stefan Spanel von Kreyenborg.

Foto: S.Spanel

Ägypten: Der wirtschaftliche Anker der Region

Dass die Beliebtheit der Messe in Kairo wächst, hängt auch mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Ägypten zusammen. Diese sind nämlich günstiger als in vielen anderen Ländern des Kontinents. „Die ägyptische Wirtschaft floriert wieder sehr“, berichtet Maren Diale-Schellschmidt, Geschäftsführerin der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in Kairo. Nachdem von 2022 bis 2024 eine schwere Währungs- und Finanzkrise das Land belastete, wuchs die Wirtschaft im Jahr 2025 um rund 4 %. Und mit Blick auf die Entwicklungen in Nachbarstaaten wie Libyen, dem Sudan und Gaza kommentiert die Norddeutsche: „Rundherum sind Krisen, Ägypten ist stabil.“

Das 120-Mio.-Einwohner-Land werde „neben dem wachsenden bilateralen Handelsaufkommen“ vermehrt auch im Rahmen der Lieferkettendiversifizierung für viele Unternehmen als Produktionsstandort interessant. Es liege nah an Europa und biete günstige Produktion bei wachsender Qualität. Rund 1.500 deutsche Unternehmen sind schon präsent – von Siemens, das in Ägypten gerade seinen weltweit größten Auftrag abwickelt (ein Schnell- und Regionalbahnnetz), bis zum Kabelbaumhersteller Leoni, der im Dezember sein 15. Werk eröffnete und gleich den Grundstein für das 16. legte.

Gala-Abend auf der Food Africa 2025 in Kairo.

Gala-Abend auf der Food Africa 2025 in Kairo.

Foto: Food Africa/ pacprocess MEA

Brückenkopf für die Wachstumsregion

Von den günstigen Bedingungen profitiert auch die Messe Düsseldorf. Vom 7. bis 10. Dezember 2026 findet die nächste Food Africa am „Brückenkopf“ Kairo statt, erneut gemeinsam mit einer Messe für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Diese firmiert dann unter dem Namen Interpack MEA. Zugleich zielen die Rheinländer über ihr neues „Gulf Office“ in Dubai auf weitere Standorte. 2026 starten mit der EuroShop Middle East für die Handelsbranche und der Arbeitsschutzmesse OS+H Middle East zwei Formate in den Emiraten. Darüber hinaus hat sich die Messe Düsseldorf an der AccessAbilities Expo für Rehabilitation und Inklusion beteiligt. In Saudi-Arabien ist die Düsseldorfer Messe, die außer der interpack auch die Kunststoffmesse „K“ und die Druckmaschinenmesse „drupa“ ausrichtet, mit Beteiligungen an den Kunststoff-, Print- und Verpackungsmessen „Saudi Plastics & Petrochem“ sowie „Saudi Print & Pack“ vertreten.

Warum Düsseldorf so stark auf Expansion in der Region setzt? „Unsere neuen Messen sind starke Aushängeschilder für unsere Homebase“, erklärt Unternehmenschef Wolfram Diener. Nachdem Russland als ehemals wichtigster Auslandsmarkt weggefallen ist, setzt die Messe auf neue Wachstumsregionen. In Asien bündelte sie 2024 fünf Tochtergesellschaften unter einem Dach. Nun rückt der Mittlere Osten in den Fokus. „Die Golfregion ist das zentrale interkontinentale Drehkreuz“, so Diener. Hier positioniere man sich gezielt, auch, um langfristig mehr Aussteller und Besucher aus dem Mittleren Osten am Rhein begrüßen zu können.

Die am 21. Januar veröffentlichten Geschäftszahlen deuten darauf hin, dass die Strategie aufgeht. Dabei dürften das Potenzial und die Stabilität der Region für ein nachhaltiges Interesse der Aussteller sorgen. „Messen sind vielleicht nicht der Auslöser für wirtschaftliches Wachstum“, erklärt Diener bei der Galaveranstaltung der Food Africa vor 300 Gästen im historischen MENA-House an den Pyramiden von Gizeh. „Aber beides geht Schulter an Schulter.“

Ein Beitrag von:

  • Magnus Schwarz

    Magnus Schwarz schreibt zu den Themen Wasserstoff, Energie und Industrie. Nach dem Studium in Aachen absolvierte er ein Volontariat und war mehrere Jahre als Fachredakteur in der Energiebranche tätig. Seit Oktober 2025 ist er beim VDI Verlag.

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