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Wie innovativ ist Deutschland wirklich?

27. Januar 2026

Symbolbild Innovation
Trotz Krisen: Innovation bleibt der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit. Foto: Smarterpix/JEGAS_RA
Deutsche Unternehmen investieren 213 Mrd. € in Innovationen – besonders in KI, Dienstleistungen und den Mittelstand. Welche Branchen vorangehen und wo es noch Herausforderungen gibt.
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Inhaltsverzeichnis

Deutschland investiert kräftig in Innovationen – 2024 waren es insgesamt 213,3 Milliarden Euro, ein Plus von 4,9 % gegenüber dem Vorjahr. Doch reicht das, um im internationalen Vergleich vorne zu bleiben? Da die Inflation bei 3,1 % lag, ergibt sich nur ein kleiner realer Zuwachs.

Für die nächsten Jahre planen die Unternehmen, ihre Innovationsausgaben auf diesem Niveau zu halten. Das zeigt die Innovationserhebung 2025 des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

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Dr. Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“, erklärte, dass Unternehmen in Deutschland auch bei schwieriger Wirtschaftslage weiter gezielt in Innovationen investierten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Besonders stark seien die Innovationsausgaben im Dienstleistungsbereich gestiegen, was den Wandel hin zu neuen, innovativen Serviceangeboten verdeutliche.

Zudem betonte Rammer, dass trotz großer Unsicherheiten viele Unternehmen weiterhin auf Innovationen setzten, um ihre Marktposition zu stärken. Aufgabe der Politik sei es, verlässliche und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, etwa durch weniger Bürokratie, ein besseres Fachkräfteangebot, gute Finanzierungsmöglichkeiten und fairen Wettbewerb.

Investitionen allein reichen nicht

Investitionen in Innovationen sind gut, doch vielleicht kommen sie zu spät, um den Abwärtstrend in internationalen Rankings zu stoppen. Deutschland liegt im Global Innovation Index 2025 nicht mehr unter den Top Ten, und auch andere Indizes wie das European Innovation Scoreboard oder der Innovationsindikator des BDI zeigen ähnliche Tendenzen.

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Zwar gibt es Stärken – etwa Spitzenplätze in High-Tech-Produktion, Exportkomplexität und in Innovationsclustern wie München oder Berlin – doch Schwächen wie zu viel Bürokratie, unzureichende Finanzierung, fehlende Digitalisierung und Lücken beim Wissenschaftstransfer bremsen die Umsetzung von Forschung in marktfähige Produkte.

Um die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu stärken, fordern Experten ein dreifaches „Mehr“: mehr langfristige Förderung, mehr Orientierung an den besten europäischen Innovationssystemen und mehr Zusammenarbeit auf europäischer Ebene.

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Das Motto „Mehr Draghi wagen“ verdeutlicht: Investitionen allein reichen nicht. Es kommt auf strategisches, langfristiges Denken an, auf gezielte Förderung von Start-ups und Mittelstand sowie auf die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, um Deutschland wieder an die Spitze der Innovationsländer zu bringen.

Lesen Sie auch:Der Innovationsstandort Deutschland steigt ab

Ja, erst vor Kurzem haben wir berichtet: Innovation gilt als Motor für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Transformation. Ein erster Blick auf die Studie „German Innovation Spotlight 2026“ zeigt jedoch, dass zwischen Anspruch und Realität eine deutliche Lücke besteht. Zwar ist der Wille zur Innovation in vielen Unternehmen vorhanden, doch die Umsetzung bleibt häufig hinter den Erwartungen zurück.

Und mehr noch: Rund 67 % der bislang befragten 50 mittelständischen Unternehmen geben an, Innovation fest in ihrer Unternehmensstrategie verankert zu haben. Auf dem Papier wirkt das wie ein eindeutiges Bekenntnis. In der Praxis zeigen sich jedoch deutliche Schwierigkeiten: Ideen werden oft nicht konsequent umgesetzt, Prozesse stocken, und das volle Potenzial neuer Innovationen bleibt ungenutzt.

Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung

Die Innovationstätigkeit in Deutschland verlagert sich weiter in Richtung Dienstleistungen. Besonders deutlich zeigt sich das im Jahr 2024: Der Dienstleistungssektor wächst stärker als die Industrie, auch wenn dort weiterhin mehr Geld in Innovationen fließt.

  • Der Dienstleistungssektor verzeichnete 2024 ein Plus von 8,3 %.
  • In der Industrie lag der Zuwachs bei 3,5 %.
  • Die Innovationsausgaben beliefen sich in der Industrie auf 150,1 Milliarden Euro.
  • Im Dienstleistungsbereich wurden 63,1 Milliarden Euro investiert.

Großunternehmen bleiben wichtigste Innovationstreiber

Den größten Teil der Innovationsausgaben tragen weiterhin große Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten. Gleichzeitig holen kleine und mittlere Unternehmen bei der Dynamik auf.

  • Großunternehmen investierten 2024 insgesamt 178,4 Milliarden Euro in Innovationen.
  • Das entspricht einem Anstieg von 4,4 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Kleine und mittlere Unternehmen gaben 34,9 Milliarden Euro aus.
  • Ihre Innovationsausgaben stiegen mit 7,1 % stärker als die der Großunternehmen.

Wo Deutschland am meisten in Innovation investiert

Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft konzentrieren sich auf einige wenige Branchen. Den höchsten Betrag investiert der Fahrzeugbau mit 62,3 Milliarden Euro im Jahr 2024. Dahinter folgen:

  • Informations- und Kommunikationsdienste (Software, IT) mit 26,4 Milliarden Euro
  • Elektroindustrie mit 24,2 Milliarden Euro
  • Chemie- und Pharmaindustrie mit 21,1 Milliarden Euro
  • Maschinenbau mit 19,0 Milliarden Euro

Auch gemessen am Umsatz gibt es klare Spitzenreiter:

  • Elektroindustrie: Innovationsintensität 10,3 %
  • Technische Dienstleistungen (Ingenieurbüros, Labore, FuE-Dienste): 9,9 %
  • Fahrzeugbau: 9,2 %
  • Chemie- und Pharmaindustrie: 8,7 %

Künstliche Intelligenz wird in Unternehmen immer wichtiger

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) nimmt in deutschen Unternehmen weiter zu. Inzwischen nutzt rund ein Viertel der Unternehmen KI aktiv in ihren Geschäftsprozessen oder Produkten. Der stärkere Einsatz begann 2023, als etwa 14 % der Unternehmen KI einsetzten. Bis Ende 2024 stieg dieser Anteil auf knapp 24 %.

Besonders verbreitet ist KI im Dienstleistungssektor. Dort nutzen 28 % der Unternehmen KI, während es in der Industrie 19 % sind. Große Unternehmen sind dabei weiter als kleinere: Mehr als jedes zweite Großunternehmen setzte 2025 KI ein. Bei kleinen und mittleren Unternehmen liegt der Anteil bei knapp 25 %.

Am häufigsten kommt KI in der Branche „Information und Kommunikation“ zum Einsatz, zu der Software- und IT-Dienstleistungen gehören. Hier nutzen 58 % der Unternehmen KI. Auch in der Beratungsbranche ist der KI-Einsatz mit 53 % sehr hoch. Finanzdienstleister wie Banken und Versicherungen erreichen einen Anteil von 37 %. In der Industrie liegt die Elektrobranche mit 35 % beim KI-Einsatz an der Spitze.

Das ZEW Mannheim analysiert jedes Jahr im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt, wie innovativ die deutsche Wirtschaft ist. Dabei arbeitet es mit dem Institut für angewandte Sozialwissenschaften und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung zusammen. Die Studie berücksichtigt Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten. Im Jahr 2024 waren das rund 369.000 Unternehmen.

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