K-Messe 25.04.2025, 09:00 Uhr

12 Ideen, die die Defossilisierung der Kunststoffbranche vorantreiben

Die Kunststoffindustrie steht vor großen Herausforderungen: Kunststoffkreisläufe müssen geschlossen, Emissionen reduziert und fossile Rohstoffe ersetzt werden. Die Finalisten des Start-up-Wettbewerbs „Towards Zero“ präsentieren nun ihre innovativen Lösungen, um diese Ziele zu erreichen und die Branche nachhaltiger zu gestalten.

Kunststoff

12 innovative Start-up-Ideen für eine nachhaltige und defossilisierte Zukunft der Kunststoffindustrie.

Foto: PantherMedia / DJSrki

Lösungen zu finden, die Kunststoffkreisläufe schließen, Emissionen reduzieren und fossile Rohstoffe ersetzen – das sind große Herausforderungen. Doch genau darum geht es: Die Abhängigkeit der Kunststoffindustrie von Öl und Gas zu verringern. Um diesem Ziel näher zu kommen, findet am 13. Oktober 2025 auf der K 2025 in Düsseldorf, der weltweit führenden Messe für Kunststofftechnologien, der große Start-up Pitch unter dem Motto „Towards Zero“ statt. Hier zeigen zwölf Start-ups, was in Sachen Innovation möglich ist.

Start-ups, deren Technologien, Lösungen oder Geschäftsmodelle zu einer Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen, zur Defossilisierung der Kunststoffindustrie oder zur Reduktion der sogenannten Scope-3-Emissionen beitragen, konnten sich bis zum 1. März 2025 bewerben.
Plastics Europe Deutschland, der Verband der Kunststoffhersteller, stellt nun die Finalisten des Start-up-Wettbewerbs „Towards Zero“ vor.

Innovationen für Kreislaufwirtschaft und weniger fossile Rohstoffe

Im Fokus stehen Lösungen, die Kunststoff im Kreislauf halten, Emissionen reduzieren und fossile Rohstoffe in der Produktion ersetzen.
„Start-ups liefern wichtige Impulse für die Zukunft der Branche“, kommentiert Dr. Christine Bunte, Hauptgeschäftsführerin von Plastics Europe Deutschland. „Die Finalisten des Wettbewerbs zeigen, wie die Kunststoffindustrie künftig mit weniger fossilen Rohstoffen auskommen kann und welche Lösungen für die Umstellung der Produktionsprozesse gebraucht werden.“

Die Start-ups treten in zwei Gruppen auf. Am Vormittag zeigen junge Unternehmen ihre Ideen auf der Newcomer Stage. Am Nachmittag stehen dann die „Big Fish“ im Rampenlicht – Start-ups, die ihre Lösungen schon erfolgreich im Markt getestet haben.

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Junge Start-ups auf der Newcomer Stage

Am Vormittag zeigen junge Start-ups auf der sogenannten Newcomer Stage, wie sie mit frischen Ideen die Kunststoffbranche nachhaltiger machen wollen.

  • AES hat eine mobile Recyclinganlage entwickelt, die Kunststoffabfälle direkt dort verarbeitet, wo sie entstehen – ohne lange Transportwege. Aus dem Abfall wird vor Ort wieder nutzbares Öl.
  • Coiss bietet einfache Sensorlösungen an, mit denen sich ältere Maschinen digital nachrüsten lassen. Das hilft, Ausfälle zu vermeiden und den Energieverbrauch zu senken.
  • Moldsonics setzt auf Ultraschallsensoren, die Maschinen in der Kunststoffverarbeitung präziser machen und gleichzeitig Ausschuss, Energie und Material einsparen.
  • Osphim entwickelt KI-gestützte Software, die hilft, bei der Kunststoffverarbeitung mehr Recyclingmaterial einzusetzen – auch bei komplexen Anwendungen – und dabei Energie zu sparen.
  • Radicaldot arbeitet an einem besonders energieeffizienten Verfahren für chemisches Recycling. Damit lassen sich aus Kunststoffabfällen Basischemikalien gewinnen, die fossile Rohstoffe teilweise ersetzen können.
  • S1seven schließlich sorgt mit digitalen Materialpässen für mehr Transparenz: Sie zeigen, woher ein Kunststoff stammt, wie er zusammengesetzt ist und welchen CO₂-Fußabdruck er hat – ein wichtiger Schritt für besseres Recycling.

Etablierte Start-ups zeigen Lösungen für eine nachhaltige Kunststoffindustrie

Am Nachmittag gehört die Bühne den etablierten Start-ups – Unternehmen, die ihre Ideen bereits erfolgreich am Markt getestet haben:

  • Carbon Minds bietet eine Datenbank, die zeigt, wo in der Kunststoffproduktion Emissionen entstehen und wie man sie verringern kann.
  • ECO2GROW ermöglicht es Mittelständlern, günstigeren Grünstrom direkt vom Erzeuger zu festen Preisen zu beziehen.
  • MacroCycle betreibt Anlagen für energiearmes Recycling, um PET endlos und ohne Qualitätsverlust wiederverwerten zu können.
  • Paques Biomaterials stellt biologisch abbaubare Kunststoffe aus organischen Abfällen her, um fossile Rohstoffe zu ersetzen.
  • Polymerize bietet eine KI-gestützte Plattform, die die Materialentwicklung beschleunigt und Kunststoffanwendungen verbessert.
  • Sykell entwickelt eine ERP-Software, die hilft, zirkuläre Produkte und Mehrwegsysteme effizienter zu verwalten und Ressourcen besser zu nutzen.

„Die Finalisten des Start-up-Wettbewerbs decken die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Kunststofferzeugung über die Verarbeitung, den Maschinenbau bis zum Recycling“, wird Thomas Franken, Director K der Messe Düsseldorf und Kooperationspartner des Pitches in einer Pressemitteilung zitiert. „Das ist auch gut so! Denn die Defossilisierung der Kunststoffindustrie wird nur möglich sein, wenn die gesamte Wertschöpfungskette zusammenarbeitet“, resümiert Thomas Franken.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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