Ausnahmen erleichtern es den Herstellern 29.10.2025, 18:00 Uhr

Was bedeutet die EU-Batterieverordnung für die Medizintechnik?

Mit der neuen EU-Batterieverordnung gilt die Pflicht, für Batterien einen digitalen Pass anzulegen. Für Hersteller und Händler medizinischer Geräte gab es Fragen und Unsicherheiten. Die wurden nun durch Ausnahmeregelungen ausgeräumt.

Medizinisches Personal steht vor einem tragbaren Ultraschallgerät.

Bei medizintechnischen Geräten gelten hinsichtlich der neuen EU-Batterieverordnung Ausnahmen.

Foto: smarterPix / SergiiKolesnikov

Mobile Monitore, tragbare Analysegeräte, Fußschalter – kabellose Medizingeräte sind aus dem Alltag in einer Klinik nicht mehr wegzudenken. Seit August 2023 müssen Hersteller die neue EU-Batterieverordnung umsetzen. Diese gilt seit Februar 2024. Wesentlicher Bestandteil dieser neuen Verordnung: Nachhaltigkeit und Transparenz im Batteriekreislauf. Grundsätzlich wird dabei zwischen fünf Arten an Batterien unterschieden: Geräte-, Industrie-, Elektrofahrzeug-, LV und Starterbatterien. Für die Medizintechnik ist vor allem die Kategorie der Gerätebatterien relevant.

Im deutschen Recht wird die EU-Verordnung zusätzlich durch das neue Batterie-Recht-Durchführungsgesetz ergänzt. Besonders wichtig ist dabei der digitale Batteriepass, der für Akkusysteme vorgeschrieben ist.

Digitaler Batteriepass als Dokumentationsstandard

Der digitale Batteriepass enthält umfangreiche Informationen zum Lebenszyklus jeder Batterie. Hersteller, Importeure und Händler müssen Daten zu Herkunft, Seriennummer, Produktionsdetails, eingesetzten Rohstoffen sowie Entsorgung und Recycling hinterlegen.

Die Datenbank ist Grundlage für die Rückverfolgbarkeit und damit auch für eine bessere Kreislaufwirtschaft mobiler Akkusysteme, auch in medizinischen Geräten. Die einzigartige Seriennummer sorgt dafür, dass sich vor allem bei gefährlichen Materialien und kritischen Rohstoffen deren Herkunft nachvollziehen lässt.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 
Mehrer Compression GmbH-Firmenlogo
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d) Mehrer Compression GmbH
Balingen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster, Gelsenkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück Die Autobahn GmbH des Bundes
Osnabrück Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
SCHEIDL-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau SCHEIDL
Moosburg/Landshut Zum Job 
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d) INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg Zum Job 
Montanhydraulik GmbH-Firmenlogo
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung Montanhydraulik GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
Technische Universität Graz-Firmenlogo
Universitätsprofessur für Process Systems Engineering (m/w/d) Technische Universität Graz
Graz (Östereich) Zum Job 

Datenbanken für eine bessere Bewertung

In speziellen Datenbanken werden die verschiedenen Zelltypen aufgeführt und gespeichert. Über 400 unterschiedliche Zellen mit spezifischen Eigenschaften werden in Laboren unter realen Bedingungen getestet und dokumentiert. Die Bewertung reicht damit in der Regel weit über die Datenblätter hinaus und berücksichtigt auch Langzeittests und Prüfungen nach Ausfall, um die bestmögliche Eignung für den medizinischen Einsatz zu bestimmen.

Diese Tests sind deutlich umfangreicher und damit aussagekräftiger als die Datenblätter, die von den Herstellern beigelegt werden. Daraus resultiert, dass nun neben den bekannten koreanischen und chinesischen Herstellfirmen auch europäische und internationale Unternehmen in den Markt einbezogen werden. Zugleich entsteht auf diese Art und Weise Klarheit, welcher Zelltyp sich tatsächlich für welche Anwendung eignet.

Batteriepass: Mehr Effizienz dank KI

Ein KI-System simuliert Formfaktoren und Leistungsdaten, um Entwicklungszeiten und Kosten zu senken. Die Auswahl passender Batterietypen wird dadurch deutlich flexibler und schneller. Insbesondere für neue Anwendungen in der Medizintechnik erleichtert dies die Integration anspruchsvoller Akkusysteme bei gleichzeitiger Einhaltung der Gesetzesvorgaben rund um den Batteriepass.

Die Anforderungen an Akkus variieren weiterhin je nach Geräteeinstufung und Einsatzbereich. Ob Beatmungsgerät, Defibrillator, Rollstuhl oder Infusionspumpe – der Batteriepass ist für mobile Komponenten maßgeblich, aber die medizintechnischen Zulassungsvorgaben selbst bleiben davon unberührt. Im Fokus stehen ausschließlich die Batterie- und Akkusysteme in mobilen Medizingeräten.

Ausnahmen für Medizintechnik beim Batteriepass

Ab 2027 sollen Batterien grundsätzlich austauschbar sein, um Reparaturen zu erleichtern und die Lebensdauer von Geräten zu verlängern. Für medizinische Geräte gelten jedoch Ausnahmen, etwa bei fest verbauten Akkus aus Gründen der Sicherheit oder Hygiene, zum Beispiel bei Endoskopen. Auch wenn die Lebensdauer von Geräten die der Akkuzelle unterschreitet, kann die Regelung entfallen. Die Details müssen mit den Zulassungsbehörden abgesprochen werden.

Aufgrund der Informationspflicht für Medizingeräte muss nun auch jedes Gerät einen digitalen Batteriepass vorweisen. Anders als früher, dokumentiert der Batteriepass nicht allein nur statische Daten, sondern nun auch dynamische Leistungswerte der Batterie. Das erleichtert die Betriebsführung und eröffnet Herstellern neue Möglichkeiten etwa im Bereich Garantieerweiterung oder der Analyse von Fehlern – und das immer auf Basis von Echtzeitdaten.

Vereinfachte Regeln für KMU

Eigentlich sollten Hersteller ab August 2025 neue Nachweise zu Lieferketten und Rohstoffherkunft erbringen. Gerade für kleinere Unternehmen aus der Medizintechnik wurde diese Vorgabe aber um zwei Jahre verschoben und später nochmals entschärft. Insbesondere KMU und sogenannte Small-Mid-Cap-Unternehmen, zu denen ein Großteil der europäischen Akku-Importeure sowie zahlreiche Gerätehersteller gehört, profitieren von der geringeren Berichts- und Dokumentationslast. Für mittelständische Unternehmen bleiben viele Vorgaben überschaubar, da die komplexeren Regelungen primär Großbatterien betreffen und weniger die Medizintechnik.

Die gelockerten Vorschriften für KMU bedeuten, dass die Berichte zu Sorgfaltspflichten nur einmal jährlich und später im Dreijahresrhythmus eingereicht werden müssen. Unternehmen, die ihre Batteriepass-Pflichten erfüllen, müssen also weniger bürokratischen Aufwand betreiben und können sich stärker auf die technische Dokumentation konzentrieren.

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.