Gezielter Medikamenteneinsatz 20.02.2025, 13:00 Uhr

Fortschritt gegen Hautkrebs: Mit Licht zu punktgenauer Therapie

Licht als Waffe gegen Hautkrebs: Forschende entwickeln eine Methode, um Medikamente präzise am Zielort zu aktivieren. Nebenwirkungen könnten drastisch sinken.

Lichstrahl auf Ball

Ein einfacher Lichtimpuls kann die Aktivität eines Moleküls an einem bestimmten Ort steuern, ohne die umliegenden Zellen zu beeinträchtigen, wodurch unerwünschte Nebenwirkungen begrenzt werden.

Foto: Gotta lab – UNIGE

Medizinische Behandlungen haben oft systemische Auswirkungen, da Medikamente sich im gesamten Körper verteilen und nicht ausschließlich am gewünschten Zielort wirken. Dies kann zu erheblichen Nebenwirkungen führen. Forschende der Universität Genf (UNIGE) haben nun eine Methode entwickelt, um Medikamente gezielt dort zu aktivieren, wo sie benötigt werden – mithilfe eines kurzen Lichtimpulses. Diese Technik könnte nicht nur die Präzision medizinischer Therapien verbessern, sondern auch Nebenwirkungen drastisch reduzieren. Besonders in der Krebstherapie, zum Beispiel bei Hautkrebs, birgt dieser Ansatz laut Forschungsteam großes Potenzial.

Gezielte Aktivierung von Medikamenten

Die Präzision medizinischer Behandlungen ist entscheidend für ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit. Traditionelle Medikamente entfalten ihre Wirkung systemisch, was bedeutet, dass sie den gesamten Organismus beeinflussen, anstatt sich ausschließlich auf das erkrankte Gewebe zu konzentrieren. Dadurch entstehen oft unerwünschte Nebenwirkungen, die die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen können.

Die Forschenden der UNIGE stellten sich daher die Frage, wie sich Proteine, die für die Zellteilung essenziell sind, gezielt steuern lassen. Besonders das Plk1-Protein, das eine entscheidende Rolle bei der Zellteilung spielt, geriet dabei in den Fokus. „Wir suchten nach einer Möglichkeit, das Plk1-Protein zu hemmen, wann und wo wir wollten, um seine Funktion besser zu verstehen“, erklärt Monica Gotta, Professorin am Institut für Zellphysiologie und Stoffwechsel der medizinischen Fakultät der Universität Genf.

Ein molekulares Schloss mit Lichtimpulsen knacken

Um dieses Ziel zu erreichen, kombinierten die Forschenden Fachwissen aus der Biologie und Chemie. Sie entwickelten ein Molekül, das das Plk1-Protein hemmt, jedoch nur dann aktiv wird, wenn es durch Lichtimpulse ausgelöst wird.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Experte (w/m/d) Vertrags- und Nachtragsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Antriebssysteme im Maschinenbau" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
Pero AG-Firmenlogo
Sales Engineer (m/w/d) Pero AG
Königsbrunn, remote Zum Job 
Firmengruppe Max Bögl-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Planung Ingenieurbau Firmengruppe Max Bögl
Sengenthal Zum Job 
EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Anlagenbau / Umwelttechnik EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH
Viersen Zum Job 
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter/-ingenieur TGA (m/w/d) INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik als Projektleiter EMSR (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Projektleiterin als Ingenieurin Mittel- und Niederspannungstechnik (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg-Rothenburgsort Zum Job 
Stadtverwaltung Frankenthal-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker - Technische Rechnungsprüfung (m/w/d) Stadtverwaltung Frankenthal
Frankenthal (Pfalz) Zum Job 
ETS Efficient Technical Solutions GmbH-Firmenlogo
Technischer Systemplaner / CAD-Konstrukteur TGA (m/w/d) ETS Efficient Technical Solutions GmbH
Wuppertal Zum Job 
ETS Efficient Technical Solutions GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) HKLS ETS Efficient Technical Solutions GmbH
Wuppertal Zum Job 
ETS Efficient Technical Solutions GmbH-Firmenlogo
Bauleiter / Obermonteur (m/w/d) HLKS ETS Efficient Technical Solutions GmbH
Wuppertal Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales für unsere Key Accounts (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
AllTerra Deutschland GmbH-Firmenlogo
Support Mitarbeiter Vermessungslösungen / Vermessungstechnik (m/w/d), 80-100 % (Wunstorf bei Hannover, Hamburg, Berlin oder Leipzig) AllTerra Deutschland GmbH
Berlin, Leipzig, Hamburg, Wunstorf bei Hannover Zum Job 
ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH
Langenbrettach Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur als Sachgebietsleiter - Betriebsservice U-Bahn, Bauprojekte (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH-Firmenlogo
Traineeprogramm für Ingenieure (all genders) - befristet für 24 Monate Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Frankfurt am Main Zum Job 
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur im Bereich Umwelttechnik oder Geowissenschaftlerin / Geowissenschaftler (w/m/d) Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
Berlin, Düsseldorf, Münster, Hannover Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Bauleitung und Bauüberwachung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 

Die Methode basiert auf der chemischen Modifikation eines Inhibitors, dessen aktive Stelle mit einem Cumarinderivat blockiert wurde. Cumarin ist eine natürlich vorkommende Verbindung, die in bestimmten Pflanzen zu finden ist. „Nach einem komplexen Prozess konnten wir die aktive Stelle unseres Inhibitors mit einem Cumarinderivat blockieren“, erklärt Victoria von Glasenapp, Postdoktorandin und Erstautorin der Studie.

Wird der Inhibitor mit Licht bestrahlt, entfernt sich das Cumarin und der Wirkstoff wird aktiv. Entscheidend ist jedoch nicht nur die gezielte Aktivierung, sondern auch die Präzision der Positionierung. Hierfür fügten die Forschenden dem Molekül einen speziellen Anker hinzu, der es ermöglicht, den Inhibitor genau an der gewünschten Stelle im Körper zu fixieren. „Dadurch konnten wir den Inhibitor mit demselben Lichtpuls aktivieren und gleichzeitig an der Zielzelle verankern“, erläutert Nicolas Winssinger, Professor am Institut für Organische Chemie der Universität Genf.

Auch interessant:

Licht als Präzisionswerkzeug in der Krebstherapie

Die neue Technologie ermöglicht es, Medikamente räumlich und zeitlich exakt zu steuern. Die potenziellen Anwendungen sind enorm, insbesondere in der Krebstherapie. Krebsmedikamente könnten zukünftig gezielt auf Tumorgewebe wirken, ohne umliegendes gesundes Gewebe zu schädigen. Dies würde nicht nur die Effektivität der Behandlung erhöhen, sondern auch schwerwiegende Nebenwirkungen reduzieren.

Mit dieser Methode könnte ein einfacher Laser genutzt werden, um ein Medikament gezielt an einer bestimmten Stelle zu aktivieren. Die umliegenden Zellen würden verschont bleiben, wodurch das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen minimiert wäre.

„Wir hoffen, dass unser Tool weit verbreitet eingesetzt wird. Es könnte nicht nur helfen, lebende Organismen besser zu verstehen, sondern auch langfristig zu ortsspezifischen Behandlungen führen“, fasst Monica Gotta zusammen.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.