KI simuliert Herzschlag 28.10.2025, 11:03 Uhr

Digitaler Zwilling: Ein Herz aus Daten soll Leben retten

Ein Herz aus Daten: Forschende der Hochschule München (HM) haben ein digitales, pulsierendes Herz entwickelt. Mithilfe von KI sollen so Ursachen von Herzerkrankungen schneller erkannt und Eingriffe künftig präziser geplant werden können.

Das digitale Herzmodell der Hochschule München simuliert realistische Herzbewegungen – ein Schritt zu präziserer Diagnose und Planung kardiologischer Eingriffe.

Das digitale Herzmodell der Hochschule München simuliert realistische Herzbewegungen – ein Schritt zu präziserer Diagnose und Planung kardiologischer Eingriffe.

Foto: Alexander Ratzing

Herzkreislauferkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Jedes Jahr sterben mehr als 300.000 Menschen an kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck. Die Ursachen solcher Erkrankungen sind oft von vielen Faktoren abhängig. Es gibt zahlreiche Wechselwirkungen zwischen dem Blutdruck, der Form und Funktion des Herzmuskels sowie der Herzklappen. Diese komplexen Zusammenhänge kann man nur schwer an lebenden Patientinnen und Patienten untersuchen.

Simulation mit digitalem Herz

Der Maschinenbauer und Projektleiter Ludwig Wagmüller entwickelte in seiner Promotionsarbeit an der Hochschule München (HM) das personalisierte Computermodell eines pulsierenden Herz-Kreislauf-Systems. Der digitale Zwilling soll es in Zukunft ermöglichen, das Verhalten des menschlichen Herzens auch ohne invasive Diagnoseverfahren zu analysieren.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Beckhoff Automation GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) für Maschinenbau Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
Herzebrock-Clarholz Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur / Projektingenieur Ingenieurbau (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig-Firmenlogo
Ingenieur/-in / Naturwissenschaftler/-in (m/w/d) für den Einsatz im Bereich Medizintechnik/-Produkte Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Aerologic GmbH-Firmenlogo
Engineer Aircraft Reliability & Maintenance Program (m/f/x) Aerologic GmbH
Schkeuditz Zum Job 
Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Verfahrenstechniker / Ingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Seppeler Holding & Verwaltungs GmbH & Co. KG
Rietberg Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
ifp | Executive Search. Management Diagnostik.-Firmenlogo
Geschäftsführung (m/w/d) ifp | Executive Search. Management Diagnostik.
Ruhrgebiet Zum Job 
HYDRO Systems GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Teamlead Shopfloor Service Station Norderstedt (m/w/d) HYDRO Systems GmbH & Co. KG
Norderstedt Zum Job 
GVG Immobilien Service GmbH-Firmenlogo
Projektassistenz (m/w/d) Baumanagement GVG Immobilien Service GmbH
München Zum Job 
Steuler Services GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Gebäudemanagement und Infrastruktur Steuler Services GmbH & Co. KG
Höhr-Grenzhausen Zum Job 
Birkenstock Productions Hessen GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Meister / Techniker Elektrotechnik / Automatisierungstechnik (m/w/d) Birkenstock Productions Hessen GmbH
Steinau an der Straße Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Architekten, Bau- und Elektroingenieure (m/w/d) Staatliches Baumanagement Region Nord-West
Wilhelmshaven Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Architekten / Bauingenieure (m/w/d) Hochbau Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Versorgungstechnik bzw. Technische Gebäudeausrüstung Staatliches Baumanagement Region Nord-West
Wilhelmshaven, Bad Iburg, Oldenburg, Aurich, Meppen, Emden Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) der Fachrichtungen konstruktiver Ingenieurbau/Tiefbau/Geo-/Naturwissenschaften/Landschaftsbau Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
WITTENSTEIN SE-Firmenlogo
Werkleitung (w/m/d) mit Leitwerksfunktion WITTENSTEIN SE
Igersheim-Harthausen Zum Job 
Sparda-Bank Südwest eG-Firmenlogo
Leitung Facility Management (m/w/d) Sparda-Bank Südwest eG
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 

Für das Projekt SmartHeart entwarf Wagmüller gemeinsam mit Simulationsexpertinnen und -experten an der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Flugzeugtechnik der HM sowie der Technischen Universität München mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) ein neuartiges Herzmodell. Dieses kann die patientenspezifische Geometrie detailgetreu nachbilden und braucht weniger Rechnerleistung als traditionelle Simulationsverfahren.

Schnellere Rechenleistung mit KI

Bisherige Simulationen waren oftmals zu langsam oder nur in aufwendiger Weise patientenspezifisch adaptierbar. Für die Berechnung und Visualisierung eines einzigen Pulsschlages benötigten Supercomputer oftmals mehrere Stunden.

Mit KI geht das deutlich schneller. Der Ansatz ist hierbei, eine Kombination aus statistischen Verfahren und KI zu nutzen. Dadurch benötigt die Simulation deutlich weniger Rechenzeit.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei das sogenannte Reduced Order Model. Solche reduzierten Modelle sind weniger komplex als klassische Simulationen, erreichen jedoch mit Berücksichtigung der wesentlichen Charakteristika eine hohe Übereinstimmung. Außerdem sind solche Modelle wesentlich energieeffizienter.

Die Forschenden haben so erstmalig typische Bewegungsmuster in der Herzbewegung über verschiedene Patientengeometrien hinweg identifiziert und mathematisch beschreiben können.

Der digitale Zwilling

Das neue Herzmodell basiert auf realen Daten von lebenden Patientinnen und Patienten. Mithilfe von 70 anonymisierten MRT-Datensätzen ist es dem Forschungsteam gelungen, den digitalen Zwilling eines Durchschnittsherzen inklusive seiner Abweichungen zu simulieren. Dieser wurde anschließend – ebenfalls mit anonymisierten – MRT-Daten trainiert.

Das Ergebnis ist ein pulsierendes, digitales Herz-Kreislauf-System, mit dem sich wesentliche physikalische Vorgänge abbilden und vorhersagen lassen. Dieses digitale Herz lässt sich mithilfe von spezifischen Daten individualisieren.

Die Zukunft der Kardiologie?

Das digitale Herzmodell ermöglicht langfristig Einblicke in pulsierende Herz-Kreislauf-Systeme. Zudem hoffen die Forscherinnen und Forscher, in Zukunft chirurgische Eingriffe visualisiesieren und erproben zu können.

 „Der digitale Zwilling wird laufend weiterentwickelt. Auf diese Weise lässt sich vielleicht eines Tages schon vor einem Eingriff am offenen Herzen untersuchen, ob die geplante Operation den gewünschten Erfolg bringt“, ergänzt HM-Professor und Co-Leiter des Projekts, Michael Wibmer.

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.