Kampf gegen Gedächtnisverlust 18.11.2025, 17:30 Uhr

Bewegung macht klug – und schützt vor Alzheimer

Könnte regelmäßige Bewegung künftig Alzheimer-Erkrankungen therapieren? Ein internationales Forschungsteam hat überraschende Belege dafür gefunden, dass das Geheimnis für den Schutz vor Gedächtnisverlust in unseren Muskeln liegt – und ein Protein bislang unterschätzt wurde.

Gedächtnisverlust

Regelmäßiges Training kann den Verlauf von Alzheimer positiv beeinflussen.

Foto: Smerterpix/ktsdesign

Klar ist: Körperliche Aktivität hält fit und Alzheimer gefährdet das Gedächtnis. Dass Sport jedoch in den Muskelzellen Prozesse auslöst, die die Krankheit beeinflussen könnten, ist ein vergleichsweise neuer Gedanke. Als besonders spannend gilt die Entdeckung der Florida Atlantic University, bei der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zusammen mit Forschungszentren in Dänemark der Verbindung zwischen Skelettmuskulatur und kognitiver Gesundheit nachgingen.

Gamechanger Muskelprotein Cathepsin B

Im Mittelpunkt der aktuellen Studie steht das Muskelprotein Cathepsin B (Ctsb). Dieses Molekül war bislang eher in der Krebsforschung und im Kontext von Hirnschädigungen bekannt. Nun kristallisiert es sich als myostatischer Botenstoff mit Einfluss auf Gehirnfunktionen heraus – ein triftiger Grund mehr für Ingenieurinnen und Ingenieure, die täglich viel Zeit im Sitzen vor dem Computer verbringen, regelmäßig Bewegung und Muskeln aufbauenden Sport in ihren Alltag einzubauen.

Alzheimer und der Muskel als Schutzfaktor

Mit einem gentechnischen Trick schleusten die Forschenden das Ctsb-Gen über einen harmlosen viralen Vektor in die Muskelzellen von Mäusen, deren Genmaterial Alzheimer-typische Mutationen trägt. Diese Tiere entwickeln eigentlich Gedächtnisstörungen und zeigen Ablagerungen von Amyloid im Gehirn. Doch die Behandlung mit Ctsb brachte eine kleine Sensation: Die Mäuse behielten ihre Lernfähigkeit und das Gedächtnis schien unversehrt. Sogar die für das Lernen so zentrale Region, der Hippocampus, ließ weiter neue Nervenzellen entstehen – ein erstaunliches Resultat. Gezielt gesteigertes Ctsb in der Muskulatur könnte einen wichtigen Schutz vor den Auswirkungen von Alzheimer bieten: Nicht nur im Gehirn selbst, sondern auch im trainierten Körper können Hebel gegen Demenz gesetzt werden.

Mehr als Plaques: Alzheimer aus einer neuen Perspektive

Die Muskeltherapie wirkte, obwohl die klassischen Merkmale von Alzheimer wie entzündliche Reaktionen und Plaque-Bildungen in den behandelten Tieren weiterhin vorhanden waren. Die Forschenden vermuten, dass Ctsb das Gedächtnis und die kognitive Leistung möglicherweise über bislang kaum verstandene Pfade verbessert – etwa, indem es dem Gehirn hilft, wichtige Eiweiße für das Wachstum neuer Nervenzellen und die Kommunikation zwischen ihnen wieder selbst herzustellen. Der Weg zur Behandlung könnte also weniger im Entfernen von Plaques, sondern in der Stärkung körpereigener Reparaturfähigkeiten liegen – eine kleine Revolution im Alzheimer-Verständnis.

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Verlorenes Gedächtnis zurückgewinnen

„Unsere Studie ist die erste, die zeigt, dass die spezifische Expression von Cathepsin B in Muskeln Gedächtnisverlust verhindern und die Gehirnfunktion in einem Mausmodell für Alzheimer erhalten kann“, betont Autorin und Neurowissenschaftlerin Henriette van Praag. Sie erkennt darin große Chancen: Die gezielte Modulation dieses Proteins durch Gentherapie, Medikamente oder Sport könne helfen, verlorenes Gedächtnis zurückzugewinnen. Die Hoffnung: Neue Nervenzellen wachsen, das empfindliche Gleichgewicht von Proteinen wird stabilisiert, und die neuronale Vernetzung bleibt aktiv.

Alzheimer-Therapie durch Training?

Auch wenn sich die Ergebnisse hauptsächlich auf Mäuse beziehen, werfen sie einen Blick auf vielversprechende Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten. Der sportliche Muskel scheint zum Vermittler zwischen Körper und Geist zu werden. „Muskeln sind nicht nur mechanisches Gewebe – sie sind ein leistungsstarker Kommunikator mit dem Gehirn“, erklärt Atul S. Deshmukh, einer der Hauptautoren der Untersuchung. Seine Vision: Mit gezielter Bewegung und medikamentöser Unterstützung könnten in Zukunft ganz neue Therapiewege gegen Alzheimer eröffnet werden, die natürliche Ressourcen des Körpers nutzen. Doch die Forschenden entdecken auch Kehrseiten: Bei Mäusen ohne Alzheimer-Symptome führte zugeführtes Ctsb sogar dazu, dass ihr Erinnerungsvermögen litt. Bis zu einer Anwendung im Menschen müssen also noch viele Fragen geklärt werden.

Gehirn und Muskeln als Team

Die Ergebnisse der Studie aus Florida fügen sich ein in ein Gesamtbild, das darauf hindeutet, dass regelmäßiges Training den Verlauf von Alzheimer beeinflussen und im Idealfall sogar verhindern könnte. Die gezielte Stärkung der Muskeln eröffnet nicht nur neue Wege für Medikamente, sondern auch für lebensnahe, bezahlbare und zugängliche Therapieoptionen. „Es gibt zwar noch viel zu lernen, aber unsere Arbeit untermauert eine wichtige Erkenntnis: Der Weg zum Schutz des Gehirns könnte im Körper beginnen“, resümiert van Praag.

Ein Beitrag von:

  • Anke Benstem

    Anke Benstem ist freie Journalistin, Buchautorin und Texterin. Sie gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Klima und Umwelt.

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