Großangriff 21.05.2025, 07:23 Uhr

Wie Google ChatGPT überholen will

Google greift mit Gemini an: So will der Konzern ChatGPT Konkurrenz machen und seine KI ins Zentrum des Alltags rücken.

KI Chatbots

Google will seine Künstliche Intelligenz zu einem Allzweck-Werkzeug für den Alltag machen. Das bringt den Internet-Riesen auf Kollisionskurs mit ChatGPT und Co.

Foto: PantherMedia / rokas91

Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O einen Ausblick gegeben, wie der Konzern künftig im Bereich der künstlichen Intelligenz mitspielen – und dominieren – will. Im Mittelpunkt steht dabei die KI-Plattform „Gemini“, Googles Antwort auf ChatGPT. Die vorgestellte Strategie zeigt, dass Google weit mehr plant als nur textbasierte KI-Antworten. Ziel ist ein übergreifendes System, das proaktiv arbeitet, Kontext erkennt und die Nutzerin oder den Nutzer durch den Alltag begleitet.

Ein universelles KI-System

„Die ultimative Vision für die Gemini-App ist, sie in ein universelles KI-System umzuwandeln“, erklärte Demis Hassabis, einer der verantwortlichen Google-Manager für Künstliche Intelligenz. Anders als klassische Chatbots, die nur auf Eingaben reagieren, soll Gemini von sich aus Vorschläge machen, Erinnerungen geben oder Informationen anbieten – immer abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Person.

Dafür verknüpft Google verschiedene KI-Modelle: Bildverarbeitung, Sprachverarbeitung, Empfehlungssysteme und Zugriff auf Nutzerkonten wie Gmail oder Kalender. Die Kombination daraus soll eine persönlich abgestimmte, interaktive und lernfähige Assistenz schaffen.

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Kamera statt Tastatur: Wenn die KI mit den Augen sieht

Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Kamera. Ob Smartphone oder Computerbrille: Die KI soll erkennen können, worauf man gerade schaut. Google demonstrierte etwa, wie Gemini bei einer Fahrradreparatur unterstützt: Die Kamera filmt eine Schraube, die Software erkennt das Bauteil und schlägt das passende Werkzeug vor.

Damit die Hände frei bleiben, ist die Integration in Datenbrillen geplant. Erste Prototypen dieser Brillen stellte Google bereits vor. Sie sollen Informationen direkt im Sichtfeld einblenden. Ein konkreter Marktstart ist jedoch noch offen.

Die neue Websuche: Von der Linkliste zur Antwortmaschine

Google beherrscht seit Jahrzehnten die Internetsuche. Doch der Wettbewerb ändert sich. Immer mehr Menschen verwenden Chatbots wie ChatGPT, um schnelle Antworten zu erhalten, statt lange durch Webseiten zu klicken.

Schon heute bietet Google mit der Funktion „Übersicht mit KI“ eine zusammenfassende Antwort auf manche Suchanfragen. Diese Funktion erreicht laut Konzernchef Sundar Pichai bereits 1,5 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer. Die nächste Ausbaustufe ist der sogenannte KI-Modus. Dieser soll nicht nur Suchergebnisse liefern, sondern komplexe Fragen direkt beantworten und dabei Argumente liefern.

Ein Beispiel: Wer ein Haushaltsgerät sucht, bekommt nicht nur Produktlinks, sondern eine strukturierte Empfehlung mit Vor- und Nachteilen. Das System kann sogar Preisalarme setzen oder im „Agent Mode“ einen Besichtigungstermin vereinbaren.

Gemini kennt Ihre Interessen – dank Google-Apps

Ein Vorteil für Google ist die tiefe Integration in den eigenen Ökosystemen. Wer der KI Zugriff auf Gmail, Kalender oder Google Maps erlaubt, bekommt personalisierte Vorschläge. Steht etwa ein Städtetrip an, könnte Gemini den Hinweis geben, dass eine Galerie vor Ort eine Ausstellung bietet, die zu Ihren Interessen passt. Oder bei der Restaurantsuche darauf achten, dass Sie bevorzugt draußen sitzen.

Diese Informationen stammen aus früheren Suchanfragen, Newsletter-Abos oder Kalendereinträgen. Die Idee: Die KI versteht den Kontext immer besser und macht damit passendere Vorschläge.

Zwischen Hilfe und Werbung

Natürlich bleibt Googles Geschäftsmodell Werbung. Auch im KI-Modus sind gesponserte Links sichtbar – teils gut sichtbar am Rand. Das führt zu Kritik: „Ich glaube nicht, dass eine in Werbung eingewickelte einfache Antwort das ist, was die Verbraucher wollen“, sagte Analyst Gene Munster.

Ob der Wandel zu mehr KI Google Werbeeinnahmen sichert oder Nutzerinnen und Nutzer verprellt, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Google verdient bisher am meisten mit Werbung in der Websuche.

Neue Konkurrenz: ChatGPT, Perplexity und andere

ChatGPT, Claude oder Perplexity: Längst gibt es neben Google weitere Anlaufstellen für KI-gestützte Informationen. Die Konkurrenz beantwortet Fragen direkt, statt nur Links zu liefern. Das Nutzerverhalten verändert sich dadurch. Apple-Manager Eddy Cue erklärte vor Gericht, dass die Suchanfragen aus dem Safari-Browser erstmals zurückgegangen seien. Google betont dagegen, dass die Gesamtnutzung auf Apple-Geräten weiter wachse.

Die Herausforderung für Google liegt darin, den Wandel mitzugehen, ohne das eigene Werbemodell zu gefährden.

KI für E-Mails, Shopping und Modeberatung

Neben der Suche will Google Gemini in viele Alltagsbereiche integrieren. Bei E-Mails kann die KI helfen, Texte zu analysieren, Termine vorzuschlagen oder Inhalte zusammenzufassen. Auch das Shopping-Erlebnis soll sich verändern. Die KI durchsucht eigenständig das Netz nach passenden Produkten, erkennt Nutzerwünsche und soll bei Bedarf automatisch bestellen.

Ein weiteres Feld ist die virtuelle Anprobe. Google präsentierte auf der I/O eine Funktion, bei der Nutzerinnen und Nutzer Kleidungsstücke digital überziehen können. Die Software analysiert Körpermaße und Materialeigenschaften, um die Passform realistisch darzustellen.

Auch Videos lassen sich bald einfacher erstellen: Das neue Modell Veo 3 erzeugt nicht nur bewegte Bilder, sondern auch passende Geräusche dazu. Google zielt damit auf den professionellen Einsatz, etwa in der Werbung oder bei Online-Kursen.

Noch nicht für alle verfügbar

Einige der vorgestellten Funktionen stehen zunächst nur in den USA zur Verfügung. Auch das neue Abo-Modell Google AI Ultra mit erweiterten Funktionen startet dort. Der Preis: rund 250 Dollar pro Monat. Wer die neuen Funktionen in Deutschland testen will, muss sich noch gedulden. Manche Dienste werden zuerst über Google Labs eingeführt, das hierzulande noch nicht verfügbar ist. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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