Anzeige

Warum KI-generierte Bilder oft zu positiv erscheinen

21. Oktober 2024

KI-Bild Teanager
Alle gut aussehend und aus einer sozialen Schicht: Soll eine KI Menschen, zum Beispiel Teenager, zeichnen, ist Vielfalt meist nur auf den ersten Blick gegeben. Foto: Die Illustration hat das Forschungsteam mit Hilfe von ChatGPT/Dall-E 3 erstellt
KI-generierte Bilder erscheinen oft übertrieben positiv. Expertinnen und Experten warnen vor einer zu einseitigen Darstellung, die die Realität verzerrt.
Anzeige
Anzeige


Künstliche Intelligenz hat in den letzten Jahren eine beachtliche Entwicklung durchlaufen, insbesondere im Bereich der Bilderstellung. Tools wie Dall-E 3, ein KI-basierter Bildgenerator, der in ChatGPT integriert ist, erzeugen beeindruckend realistische Bilder. Doch es gibt eine zunehmende Kritik: Diese Bilder erscheinen oft übertrieben positiv und sind in ihrer Darstellung von Menschen und Situationen erstaunlich einseitig.

Inhaltsverzeichnis

Vielfalt nur auf den ersten Blick

„Sie sind so schön gemacht, dass es aufdringlich wird“, sagt die Forscherin Gunhild Kvåle von der norwegischen Universität Agder. Diese Aussage fasst treffend die Kritik zusammen, die sich immer häufiger im Zusammenhang mit KI-generierten Bildern äußert. Kvåle hat gemeinsam mit ihrem Kollegen Gustav Westberg von der Universität Örebro untersucht, wie Dall-E 3 insbesondere Teenager darstellt. Dabei stießen die Wissenschaftlerin und ihr Kollege auf mehrere auffällige Muster, die auf tiefere Probleme hinweisen.

Anzeige
Anzeige

Eine der zentralen Entdeckungen war die oberflächliche Darstellung von Vielfalt. Auf den ersten Blick scheinen die Bilder Personen unterschiedlicher ethnischer Herkunft zu zeigen. „Es ist auffällig, wie Dall-E einerseits auf ethnische und geschlechtsspezifische Vielfalt achtet, während die Bilder andererseits nicht sehr vielfältig sind“, erklärt Kvåle. Dies bedeutet, dass die visuelle Diversität auf den Bildern nur die Oberfläche berührt.

Die Forschenden gaben der KI allgemeine Anweisungen wie „Erstelle Bilder von Teenagern“. Auch als sie Dall-E 3 erlaubten, selbst kreative Texteingaben zu generieren, änderte sich das Ergebnis kaum. Zwar wurde die Vielfalt betont, aber in den Details ähnelten sich die Darstellungen stark: Alle Teenager auf den Bildern tragen ähnliche Kleidung, sind durchweg attraktiv, haben makellose Haut und voluminöses Haar. Eine reale Vielfalt, die auch soziale und individuelle Unterschiede widerspiegelt, fehlt.

Eine übertrieben positive Darstellung

Ein weiteres gemeinsames Merkmal der von Dall-E generierten Bilder ist die durchweg positive Darstellung der Menschen und Situationen. Die Teenager erscheinen immer glücklich, sei es beim gemeinsamen Lernen, bei Konzerten oder in Freizeitaktivitäten. „Auf den Bildern sind alle glücklich, niemand ist traurig“, beschreibt Kvåle.

Anzeige
Anzeige

Dieses positive Bild lässt jedoch bestimmte Aspekte des Alltags komplett außen vor. Es fehlen Darstellungen von Arbeit oder Herausforderungen des Lebens. Die dargestellten Situationen sind meist Freizeitaktivitäten, die von der Gesellschaft geschätzt werden, wie Marshmallow-Grillen oder Konzertbesuche. Das Bildmaterial zeigt Menschen in einem idealisierten Umfeld, was oft nicht der Realität entspricht.„Es ist auffällig, wie Dall-E einerseits auf ethnische und geschlechtsspezifische Vielfalt achtet, während die Bilder andererseits nicht sehr vielfältig sind“, sagt Kvåle.

Fotorealismus als Standard

Ein drittes auffälliges Merkmal der von Dall-E erstellten Bilder ist der starke Fokus auf Fotorealismus. Die Beleuchtung, die Anordnung der Objekte im Bild sowie die Schauplätze wirken auf den ersten Blick authentisch. „Die Bilder erwecken den Eindruck von Authentizität“, so Kvåle, „aber durch den Kontext werden diese jungen Menschen auch sozial positioniert.“

Anzeige
Anzeige

Die Orte, an denen die Teenager dargestellt werden, sind Parks, Jugendclubs oder gemütliche Jugendzimmer. Doch eine Vielfalt an Szenarien, die auch weniger privilegierte Lebensumstände abbilden, fehlt fast vollständig.

Eingeschränkte Kreativität

Eine weitere Erkenntnis des Forschungsteams betrifft die begrenzte Vorstellungskraft von Dall-E. Obwohl die KI in der Lage ist, fantasievolle Szenarien zu erstellen, wie etwa Teenager, die in einer Schneekugel Schlittschuh laufen, geschieht dies nur auf ausdrückliche Aufforderung. Standardmäßig bevorzugt Dall-E realistische, fast sterile Darstellungen.

„Fotorealistische Bilder werden von Dall-E offensichtlich bevorzugt“, erklärt Kvåle. Dies lässt wenig Raum für kreative, alternative Darstellungen, die von der Realität abweichen.

Ein kritischer Blick auf KI-generierte Bilder

Bildgeneratoren wie Dall-E sind heute sehr leistungsfähig und zugänglich. Doch trotz der wachsenden Popularität dieser Technologie fluten sie nicht die Welt mit KI-generierten Bildern. „Es heißt, dass sich durch künstliche Intelligenz alles ändern wird, aber das stimmt eindeutig nicht“, merkt Kvåle an. In vielen Bereichen, wie etwa in Redaktionen oder Kommunikationsabteilungen, gelten weiterhin etablierte Standards.

Dennoch ist es wichtig, ein kritisches Bewusstsein für die Macht von KI-generierten Bildern zu entwickeln. „Dienste wie Dall-E können einen starken Einfluss auf unsere visuelle Kultur haben“, sagt Kvåle. Sie mahnt, dass die Art und Weise, wie diese Bilder Menschen und Situationen darstellen, nicht immer die Vielfalt und Realität unserer Gesellschaft widerspiegelt.

Hier geht es zur Originalpublikation



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

22.09.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

22.09.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

22.09.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

22.09.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

22.09.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

22.09.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

22.09.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

22.09.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

22.09.2026
verschiedene Einsatzorte
Bauingenieur / Verkehrsingenieur (w/m/d) Straßenplanung/Straßenbauprojekte
Die Autobahn GmbH des Bundes

22.09.2026
Nürnberg
Senior Manager System Engineering Power Systems (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

23.09.2026
Altenstadt
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau im Geschäftsbereich 3 „Erhaltung, Kompetenzzentrum Brücken“
Landesamt für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein

23.09.2026
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck
Strategic Account Manager (m/f/x)
via Richard Hönig Wirtschaftsberatungen

22.09.2026
München
Bauleiter Hochbau, Baumanagement – LPH 6-9, Industrie & Gewerbe (m/w/d)
RSE+ Architekten Ingenieure GmbH

23.09.2026
Stuttgart, Kassel, Göttingen
Bauingenieur (m/w/d) als Produktmanager Weiterbildung
Bildungszentren des Baugewerbes e.V. (BZB)

23.09.2026
Krefeld
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x)
Sweco GmbH

23.09.2026
Hannover
Hardware- und Firmware-Entwickler (m/w/d)
AWITE Bioenergie GmbH

23.09.2026
Langenbach (Bayern)
Projektleiter (m/w/d)
Frozen Fish International GmbH

23.09.2026
Bremerhaven
Quality Manager (m/w/d)
SEG Electronics GmbH

24.09.2026
Kempen
Ingenieur für Netzanschlussregeln (m/w/d)
TenneT

24.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige