Fluchtwege planen 21.05.2024, 13:00 Uhr

Sichere Fußball-EM 2024: KI steuert große Menschenmassen

Wenn große Menschenmengen in Panik geraten und fliehen, kommt es oft zu schlimmen Katastrophen. Mit Hilfe von KI soll dies bei der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft verhindert werden.

Fußballstadion

Sichere Spiele: Bei der Fußball-EM 2024 in Deutschland will die Polizei erstmals Fluchtwege mit Hilfe von KI planen.

Foto: PantherMedia / biancoblue (YAYMicro)

Große Stadionkatastrophen wie 1985 in Brüssel (Heysel) oder 1989 in Sheffield (Hillsborough) konnten sich nur ereignen, weil die in Panik geratenen Menschenmassen keine Fluchtmöglichkeit hatten. Die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland soll dagegen sicher und friedlich verlaufen. Unvorhergesehene Ereignisse können jedoch die Evakuierung eines Stadions erforderlich machen. Die Fluchtwege müssen im Voraus so berechnet werden, dass die Menschen sicher ins Freie gelangen können. Die Polizei nennt dieses Phänomen „Entfluchtung“. Dazu setzt sie an allen EM-Spielorten die KI-Software „Escape Pro“ ein. Sie steuert die Bewegung großer Menschenmengen.

Forschungsprojekt mit Vorgeschichte

Das Forschungsprojekt Escape zur Simulation von Besucherströmen legte von 2020 bis 2022 die Grundlagen. In der Theorie wurde die Erfassung von Besucherströmen am Bildschirm durchgespielt. Das Folgeprojekt Escape Pro, das vom Bundesforschungsministerium mit rund einer Million Euro gefördert wird, setzt die Theorie in die Praxis um. Projektleiter Carsten Höfeler vom Polizeipräsidium Stuttgart: „Wir simulieren, wie Menschen bei einer Räumung am schnellsten von dem Veranstaltungsgelände kommen.“

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Für alle zehn Spielorte der EM 2024 werden Personenstromsimulationen durchgeführt. Die Ergebnisse fließen in die Einsatzplanung der Polizei ein. Die benutzerfreundliche und praxistaugliche Software wird erstmals unter realen Bedingungen getestet. Die Initiatoren, darunter das Polizeipräsidium Stuttgart und Projektleiter Carsten Höfeler, planen bereits, die Erfahrungen auch für andere Großveranstaltungen zu nutzen.

KI-gestützte Videoanalyse

Die Analyse großer Veranstaltungsflächen ist bisher nur eingeschränkt möglich. Carsten Höfeler betont: „Die Berechnung der Gehgeschwindigkeit, die Berücksichtigung der baulichen und topografischen Gegebenheiten und die raumzeitliche Analyse kann kein Mensch kognitiv leisten. Deshalb brauchen wir Escape Pro.“ Die Software, eine Weiterentwicklung von „crowd:it“ der accu:rate GmbH aus München, kommt dort zum Einsatz, wo viele Überwachungskameras installiert sind.

Die Software erkennt Personen, die definierte Linien überschreiten oder sich in markierten Bereichen aufhalten. Sie berechnet in Echtzeit Daten wie Personendichte, Durchflussmenge und Geschwindigkeit der Personen. Werden diese Daten ungewöhnlich, löst sie einen Alarm aus, noch bevor die Situation eskaliert. Höfeler fasst zusammen: „Die Simulationssoftware zeigt uns, wie im Ernstfall Personenströme verlaufen, sodass wir wissen, welche Wege wir gehen müssen, um schnellstmöglich am Einsatzort einzutreffen.“

Positive Effekte für die polizeiliche Arbeit

Die Polizei verspricht sich durch den Einsatz von Escape Pro bei der EM 2024 viele Vorteile: Einsatzkräfte können taktisch günstig positioniert werden, um im Notfall möglichst wenig mit Personenströmen zu kollidieren. Auch die Anfahrtswege und Sammelpunkte der Einsatzkräfte können sinnvoll festgelegt werden. Höfeler: „„Stelle ich an bestimmten Stellen mehr Einsatzkräfte bereit? Auf welchen Wegen kann ich Einsatzkräfte schnell an den Einsatzort bringen, ohne selbst im Stau zu stehen? Das sind alles Informationen, die wir früher nie hatten.“

Darüber hinaus können Wechselwirkungen der Personenströme mit umliegenden öffentlichen Räumen oder Parallelveranstaltungen vorhergesagt und in die Einsatzplanung einbezogen werden. Auch die Dauer der Räumung eines Stadions kann nun genauer abgeschätzt werden, was die Einsatzplanung erleichtert. Die Polizei lernt aus jedem Einsatz von Escape Pro. Eine Einschränkung gibt es: Escape Pro kann noch nicht genau vorhersagen, wie sich Menschen in Panik verhalten. Aber die Software gibt der Polizei die besten Mittel an die Hand, um sich auf solche Situationen vorzubereiten.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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