Expertenrunde 13.08.2025, 18:00 Uhr

Generelle KI: Warum GPT-5 weit von echter Intelligenz entfernt ist

Mit der Vorstellung von GPT-5 durch OpenAI ist die Diskussion neu entfacht: Können Sprachmodelle den Schritt zur Artificial General Intelligence (AGI) schaffen?

PantherMedia / mdisk2514@gmail.com

Mit der Vorstellung von GPT-5 durch OpenAI ist die Diskussion neu entfacht: Können Sprachmodelle den Schritt zur Artificial General Intelligence (AGI) schaffen?

Foto: PantherMedia / mdisk2514@gmail.com

Mit der Vorstellung von GPT-5 durch OpenAI ist die Diskussion neu entfacht: Können Sprachmodelle den Schritt zur Artificial General Intelligence (AGI) schaffen? Drei deutsche KI-Experten haben im Press Briefing des Science Media Center ihre Einschätzung abgegeben – und liefern ein differenziertes Bild.

Was AGI bedeutet

AGI beschreibt laut Holger Hoos, Professor für Methodik der künstlichen Intelligenz an der RWTH Aachen, eine KI, die „das komplette Spektrum der menschlichen Intelligenz in allen Ausprägungen“ abdeckt – inklusive emotionaler Fähigkeiten. Nach diesem Maßstab seien aktuelle Systeme „sehr weit davon entfernt“.
Abzugrenzen ist dieser strenge Begriff von einer general purpose AI, die viele Aufgabenbereiche abdecken kann, aber nicht die volle Bandbreite menschlicher Intelligenz.

GPT-5: Fortschritt ohne Durchbruch

Michael Franke, Professor für Sprachwissenschaft und Informatik an der Universität Tübingen, sieht GPT-5 vor allem als Produktoptimierung: Verbesserungen gibt es bei der Code-Generierung („Software on Demand“), beim kreativen Schreiben und in der Gesundheitsberatung.
Neu ist ein Routing-System, das je nach Anfrage ein kleineres, energieeffizientes oder ein leistungsstärkeres Modell auswählt. Auch das Sicherheitstraining wurde verfeinert, um bei sensiblen Themen differenzierte Antworten zu geben. Ein technischer Durchbruch in Richtung AGI sei GPT-5 jedoch nicht.

Sicherheit: besser, aber nicht perfekt

Thilo Hagendorff, Leiter der Forschungsgruppe Ethik generativer KI-Systeme an der Universität Stuttgart, bewertet GPT-5 als „sehr sicheres Modell“. Angriffe, um verbotene Inhalte zu entlocken, seien schwierig, aber nicht ausgeschlossen.
OpenAI und Anthropic gelten als Vorreiter in puncto Sicherheit, während andere Anbieter deutlich weniger investieren.

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Grenzen der Sprachmodelle

Die Experten sind sich einig: Sprachmodelle sind leistungsfähig, bilden aber nur einen Ausschnitt menschlicher Intelligenz ab. Defizite zeigen sich besonders beim logischen Schließen, beim kausalen Weltwissen und bei der Generalisierung in völlig neuen Kontexten.
Ein möglicher Weg zu AGI könnte in hybriden neurosymbolischen Systemen liegen, die statistische Lernverfahren mit logikbasierten Methoden kombinieren.

Fazit: Baustein, nicht Endlösung

Sprachmodelle wie GPT-5 können Teil des Weges zu genereller künstlicher Intelligenz sein – allein werden sie dieses Ziel aber kaum erreichen. Wahrscheinlicher ist ein Zusammenspiel verschiedener KI-Technologien, das Stärken bündelt und Schwächen ausgleicht.

(mv mithilfe von KI)

Ein Beitrag von:

  • Mélanie Voisin

    Nach einem Studium der Germanistik und Journalistik sammelte sie PR-Erfahrung an der Französischen Botschaft in Wien. Auf ein Volontariat folgte eine Anstellung als Redakteurin bei der WAZ. Von BILD abgeworben, entwickelte sie sich zur Online-Expertin. Derzeit leitet sie den Bereich Digital Content beim VDI Verlag, wo sie die digitale Transformation vorantreibt.

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