Nachhaltig und effizient 06.01.2025, 11:45 Uhr

Ternäre Datenspeicherung ermöglicht vierfach höhere Speicherdichte

Ein neuartiger Datenspeicher, der auf ternären statt binären Code setzt, erhöht die Speicherdichte gegenüber herkömmlichen Speichern um das Vierfache.

Speichermedien

CD, USB-Stick oder Festplatte sehen gegenüber dem neuen Datenspeicher ziemlich alt aus.

Foto: PantherMedia / Catuncia-01

Die stetig steigende Nachfrage nach leistungsfähigen Datenspeicherlösungen fordert technologische Innovationen. Ein Forschungsteam der Flinders University hat ein neues Polymer entwickelt, das mithilfe des ternären Codes die Datenspeicherdichte erheblich steigern kann. Diese Technologie könnte nicht nur effizienter, sondern auch umweltfreundlicher und kostengünstiger sein.

Von der Keilschrift zur Hightech-Folie

Die Keilschrift, eine der ältesten bekannten Schriftsysteme, diente als Grundlage für diese bahnbrechende Speichertechnik. So wie einst Symbole in Ton geritzt wurden, speichert das Polymer Daten in winzigen „Dellen“. Der entscheidende Unterschied: Statt der binären Codierung, die lediglich zwei Zustände kennt, nutzt das neue System drei Zustände – den ternären Code.

Dabei bedeutet das Fehlen einer Vertiefung „0“, eine flache Delle „1“ und eine tiefere Einkerbung „2“. Dieses zusätzliche Informationsniveau ermöglicht eine vierfach höhere Datendichte im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten oder SSDs.

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Das Prinzip mit den Einkerbungen ist bereits von der Compact Disc bekannt, das Philips und Sony 1979 für die Musikspeicherung auf den Markt gebracht haben. Allerdings handelt es sich bei der CD um Binärcode. Eine Vertiefung steht hierbei für eine „1“, fehlt diese, handelt es sich um eine „0“.

Technologische Umsetzung

Das Polymer, bestehend aus Schwefel und Dicyclopentadien, wird durch ein Rasterkraftmikroskop bearbeitet, deren Spitze kaum dicker als ein Atom ist. Diese hochpräzise Technik erzeugt die Vertiefungen mit atomarer Genauigkeit. Die Dellen sind nur wenige Nanometer tief, was die Speicherdichte weiter optimiert. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, die oft Laserstrahlen verwenden, bietet das Verfahren zahlreiche Vorteile:

  • Geringer Energieverbrauch: Die mechanische Bearbeitung benötigt keine Wärme. Bei der CD schmilzt ein Laserstrahl den Kunststoff punktweise auf.
  • Wiederverwendbarkeit: Durch Erhitzen auf 140 Grad Celsius lassen sich die Daten in Sekundenschnelle löschen, und das Material kann erneut beschrieben werden.
  • Langlebigkeit: Tests zeigten, dass das Polymer über mehrere Schreib-Lese-Lösch-Zyklen stabil bleibt.

„Das Zeitalter von Big Data und künstlicher Intelligenz treibt die Nachfrage nach Datenspeicherlösungen immer weiter in die Höhe“, betont Professor Justin Chalker von der Flinders University.

Wirtschaftlich und nachhaltig

Neben der technischen Überlegenheit bringt das Polymer ökologische und ökonomische Vorteile mit sich. Die Hauptbestandteile – Schwefel und Dicyclopentadien – sind nicht nur kostengünstig, sondern auch umweltfreundlich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Speichertechnologien, die auf seltene Erden und energieintensive Herstellungsprozesse angewiesen sind, bietet das neue Material eine nachhaltigere Alternative.

Dr. Pankaj Sharma, einer der leitenden Forscher, erklärt: „Die einzigartige physikalische und chemische Struktur des Polymers ermöglicht eine schnelle und energieeffiziente Datenverarbeitung.“

Bedeutung der Neuentwicklung

Die Einführung des ternären Codes in die Datenspeicherung könnte weitreichende Auswirkungen haben. Schon jetzt suchen große Technologieunternehmen wie IBM und Intel nach Wegen, die Datenspeicherdichte zu erhöhen. Das neue Polymer könnte der Schlüssel sein, um die Grenzen bisheriger Technologien zu überwinden.

„Für den ständig wachsenden Rechen- und Speicherbedarf des Informationszeitalters werden neue Lösungen benötigt“, fügt Professor Chalker hinzu.

Die Vorteile sind vielversprechend:

  • Vierfach höhere Speicherdichte
  • Geringer Energieverbrauch
  • Wiederverwendbarkeit und Nachhaltigkeit

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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