Umfrage 06.02.2025, 09:00 Uhr

Strom und Kosten: Was die Deutschen wirklich wollen

Woher kommt der Strom, den wir täglich nutzen – und spielt das überhaupt eine Rolle? Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele Deutsche großen Wert auf regionale Energie legen, wenn der Preis stimmt…

Strom

Wie wichtig ist regionaler Strom – auch am Arbeitsplatz? Eine Umfrage gibt spannende Einblicke.

Foto: PantherMedia / serezniy

Die Frage, welche Energiequellen die besten sind, beschäftigt viele Menschen. Die Mehrheit der Bevölkerung hat sich bereits festgelegt: Der Strom sollte möglichst aus der Region kommen – am liebsten aus der Sonne. Das zeigt eine Umfrage, die auch die verschiedenen Bundesländer berücksichtigt.

Strom aus der Heimat – auch am Arbeitsplatz wichtig

Viele Menschen schätzen Strom aus der Heimat, auch für ihren Arbeitsplatz. Über 70 % finden es wichtig, dass der privat genutzte Strom regional erzeugt wird (18 % sehr wichtig, 26 % wichtig, 27 % eher wichtig). Es gibt regionale Unterschiede:

  • Berlin: 84 %
  • Niedersachsen: 79 %
  • Hessen: 75 %
  • Baden-Württemberg: 72 %
  • Nordrhein-Westfalen: 68 %
  • Rheinland-Pfalz: 51 %

Noch wichtiger wird es jedoch für den Strom am Arbeitsplatz. Mehr als 63 % der Befragten finden es wichtig, dass auch der beruflich genutzte Strom aus der Region stammt. Die Unterschiede sind ebenfalls spürbar:

  • Niedersachsen: 69 %
  • Sachsen: 68 %
  • Nordrhein-Westfalen: 66 %
  • Hessen: 64 %
  • Baden-Württemberg: 61 %
  • Rheinland-Pfalz: 45 %

Über 80 % wissen, dass Unternehmen selbst Strom erzeugen können. Insgesamt 83 % stimmen der Aussage zu, dass Firmen an ihrem Standort eigene Stromquellen nutzen können.

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„Wenn Unternehmen selbst zum Stromproduzenten werden, wirkt die selbst erzeugte Energie identitätsstiftend für das Unternehmen. Zudem macht eigenproduzierter, regionaler Strom die Unternehmen unabhängiger vom Weltmarkt”, sagt Florian Resatsch, CEO des Energieanbieters Elevion Green.

Solarenergie bevorzugt, aber…

Wenn Preis und Verfügbarkeit keine Rolle spielten, würden die Deutschen bevorzugt Solarenergie für ihre private Stromversorgung wählen. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Appinio, bei der 1.000 Deutsche im Auftrag von Elevion Green befragt wurden. Auf die Frage nach der idealen Stromversorgung stimmten rund 32 % für Sonnenenergie, gefolgt von einem Mix aus erneuerbaren Energien (26 %) sowie Kernkraft und Wind (jeweils rund 9 %). Fast 11 % waren sich unsicher.

Die Mehrheit der Deutschen steht der Dezentralisierung der Stromerzeugung positiv gegenüber – das bedeutet viele kleine, im Land verteilte Erzeuger. Über 60 % befürworten das (18 % sehr positiv, 43 % eher positiv). Nur ein kleiner Teil ist skeptisch (8 %), und 3 % sind sehr skeptisch. Mehr als ein Viertel (28 %) hat keine klare Meinung dazu.

Viele Deutsche wissen nicht, wo ihr Strom herkommt

Allerdings: Trotz der aktuellen Diskussionen über die Energieversorgung wissen rund 36 % der Deutschen nicht, aus welcher Energiequelle sie ihren Strom beziehen. Das ist die häufigste Antwort. 21 % nutzen einen Mix aus erneuerbaren Energien, 13 % setzen auf Solar oder fossile Brennstoffe.
Trotzdem lehnen fast 50 % einen höheren Preis für einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren ab. 36 % wären bereit, bis zu 5 % mehr im Monat zu zahlen, wenn es den Ausbau beschleunigt. Nur 9 % würden 10 % mehr zahlen. 8 % haben keine Meinung.

Atomkraftwerk und Windkraftanlage in der Nähe

Mehr als die Hälfte der Deutschen (55 %) ist gegen ein Atomkraftwerk in ihrer Nähe. Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 64 % der Frauen lehnen es ab, bei den Männern sind es rund 46 %.

Im Gegensatz dazu wird eine Windkraftanlage in der Nähe von weniger als einem Viertel (22 %) abgelehnt. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist hier gering: 23 % der Männer und 21 % der Frauen sind dagegen. 85 % der Deutschen sind sich einig, dass Windkraft auch in Zukunft eine wichtige Energiequelle bleibt.

Hier geht es zu den Ergebnissen der Umfrage

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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