Energiewirtschaft 16.10.2025, 16:30 Uhr

KI vermarktet Megaspeicher besser

Energieversorger Iqony nutzt jetzt seine Batteriegroßspeicher mithilfe von KI besser als vorher. Möglich macht das eine Partnerschaft mit dem Start-up Suena Energy.

Batteriegroßspeicher

Strategische Partnerschaft: Energieversorger Iqony nutzt jetzt seine Batteriegroßspeicher mithilfe von KI besser als vorher. Möglich macht das eine Partnerschaft mit dem Start-up Suena Energy.

Foto: Steag Iqony Group

Das Essener Energieunternehmen Iqony geht gemeinsam mit dem Hamburger KI-Spezialisten Suena Energy eine strategische Partnerschaft ein, um seine Ressourcen an bestehenden Batteriestromspeichersystemen (BESS) wirtschaftlich besser zu vermarkten. Statt wie bisher die Speicher nur für Systemdienstleistungen im Rahmen der Frequency Containment Reserve (FCR) bereitzustellen, kann Iqony jetzt sein Portfolio von 90 MW auch marktdienlich versilbern.

Konkret soll ein Batteriesystem, das von Iqony bisher nur für Primärregelleistung genutzt wurde, künftig zusätzlich am Großhandelsmarkt für Strom aktiv sein – und zwar automatisiert. Hier kommt Suenas energy mit seinem Trading Autopilot ins Spiel, der KI-Algorithmen einsetzt. Er analysiert in Echtzeit Preisprognosen, Wetterdaten und die technischen Zustandsdaten der Batteriespeichersysteme.

Daraus leitet der Algorithmus dann Handelsentscheidungen ab und die resultierenden Vorgaben für den Speicherfahrplan. Das Ganze synchronisiert die KI mit den Anforderung, die die Vermarktung als Primärregelleistung mit sich bringt. „Das Projekt zeigt, wie sich durch intelligente Handelsstrategien Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Systemstabilität optimal verbinden lassen“, erklärt Suena-Geschäftsführer Lennard Wilkening.

KI wird zum Standard im Batteriespeicherhandel

Großspeicher Bexbach

Großspeicher Bexbach des Essener Energieanbieters Iqony. In Zukunft werden die Ressourcen dort mithilfe von KI breiter vermarktet als bisher.

Foto: Steag Iqony Group

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Ingenieur als Teamleiter Netzleitstelle (m/w/d) naturenergie netze GmbH
Rheinfelden (Baden), Donaueschingen Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Gemeinde Steinen-Firmenlogo
Leiter/in des Fachbereichs Bauen und Umwelt (w/m/d) Gemeinde Steinen
Steinen Zum Job 
Netz Leipzig GmbH-Firmenlogo
Teamleitung (m/w/d) Leitstelle Strom Netz Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
Duale Hochschule Sachsen (DHSN)-Firmenlogo
W2-Professur für "Umweltanalytik und Umwelttechnik" (m/w/d) Duale Hochschule Sachsen (DHSN)
GW Batterien GmbH-Firmenlogo
Anwendungstechniker (m/w/d) GW Batterien GmbH
Zwickau Zum Job 
AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.-Firmenlogo
Ingenieur / Elektrotechniker (m/w/d) AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.
Groß-Gerau Zum Job 
Alltech Dosieranlagen GmbH-Firmenlogo
Vertriebs- und Projektingenieur (m/w/d) Schwerpunkt: Verfahrenstechnik / Umwelttechnik / Elektrotechnik Alltech Dosieranlagen GmbH
Weingarten Zum Job 
SOCON Sonar Control Kavernenvermessung GmbH-Firmenlogo
Vermessungsingenieur / Geodäsie (m/w/d) SOCON Sonar Control Kavernenvermessung GmbH
Gießen Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (gn) für Kanal- und Entwässerungsplanung Stadtwerke Essen AG
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Region Hamburg, Berlin oder Düsseldorf / Köln (West) Zum Job 
Landkreis Wesermarsch-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur*in (m/w/d) / Bachelor / Master der Fachrichtungen Agrarwirtschaft, Landespflege, Landschaftsplanung/-entwicklung oder Landschaftsökologie Landkreis Wesermarsch
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
PhD Position - Techno-economic assessment of geothermal plants with material co-production in energy systems Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Zum Job 
Landkreis Friesland-Firmenlogo
Kommunaler Energiemanager (m/w/d) Landkreis Friesland
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) für Geotechnik, Abfall, Altlasten und Georisiken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
HIC Consulting-Firmenlogo
Geschäftsführer (m/w/d) HIC Consulting
Hamburg Zum Job 
Hochschule Emden/Leer-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in im Projekt "OS-Lotse" Hochschule Emden/Leer
Stadt Langenhagen-Firmenlogo
Leiter (m/w/d) der Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe Stadt Langenhagen
Langenhagen Zum Job 

Iqony sieht vor allem einen strategischen Mehrwert: Das Essener Unternehmen will sein Portfolio von heute 90 MW auf 140 MW im kommenden Jahr hochfahren. Ein Teil davon soll in der vereinbarten Mehrfachverwertung gefahren werden. Wie groß dieser Teil ist, teilt Iqony laut Meldung nicht mit.

Lesen Sie auch:

Die großen Batteriespeichersysteme erleben seit über einem Jahr europaweit einen Boom. Gerade erst heute gab es in Nordrhein-Westfalen den Spatenstich des Speicherprojektierers Green flexibility im westfälischen Ennigerloh für dessen erstes Batteriespeicherprojekt im Bundesland. Direkt neben einem Umspannwerk wird ein 10-MW-BESS (Batterie-Energiespeichersystem) mit einer Kapazität von 25 MWh entstehen. Kostenpunkt: 10 Mio. €. Die Pipeline, macht Green flexibility deutlich, ist voll. Allein im Umkreis des Bürostandorts Münster befänden „sich über 500 MW an weiteren Batteriespeicherprojekten in der finalen Entwicklungsphase“.

Gute Aussichten für große Batteriespeicher

Die Marktaussichten für Batteriegroßspeicher gelten bis 2028 als gut. Wie ehrgeizig die Branche ist, zeigt sich auch bei der Benennung des ehemaligen Chefs des Mannheimer Energieversorgers MVV, Georg Müller, in den Aufsichtsrat des Schweizer Batteriespeicherbetreibers BW ESS, einer Tochter der norwegischen BW Group.

BW ESS betreibt nach eigenen Angaben derzeit BESS mit einer Kapazität von mehr als 500 MWh, hat 3,3 GWh im Bau und plant Projekte mit einer Gesamtkapazität von etwa 9,5 GWh. In Deutschland plant BW ESS ein Projektportfolio von 2,4 GW, das sich in verschiedenen Entwicklungsphasen befindet. Die Umsetzung ist ab 2026 geplant.

Wirtschaftlicher Betrieb der Stromspeicher

Nun war es bisher nicht immer möglich, aus den Systemen wirtschaftlich herauszuholen, was technisch möglich ist. Die Kombination, wie sie Iony und Suena jetzt vereinbart haben, gilt als einer der Schlüssel, um auch dezentral verteilte Speichereinheiten wirtschaftlich zu integrieren und ihre Flexibilität zu nutzen. Große BESS-Betreiber wie RWE oder Uniper machen das inhouse.

Andere nutzen für Cloud-basierte Verfahren Dienstleister wie das Start-up Suena Energy. Erst vor zwei Wochen hatte Suena eine Partnerschaft mit der Energiegenossenschaft Prokon bekannt gegeben. Etablierte Konkurrenten zu dem Start-up zu Algotrading im Batteriespeichersektor wären unter anderem Entelios, Enspired, Entrix oder der österreichische Verbund. Einen Marktüberblick bietet das pv-magazine.de.

Ein Beitrag von:

  • Stephan W. Eder

    Stephan W. Eder

    Stephan W. Eder ist Technik- und Wissenschaftsjournalist mit den Schwerpunkten Energie, Klima und Quantentechnologien. Grundlage hierfür ist sein Studium als Physiker und eine anschließende Fortbildung zum Umweltjournalisten.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.