E-Mobilität 29.07.2025, 17:30 Uhr

Batterien aus E-Autos: Besser recyceln oder wiederverwenden?

Ein Forscherteam analysierte am Beispiel Kalifornien, wie ausgediente Batterien von E-Autos in Ländern mit viel Ökostrom verwendet werden sollten. Die Ergebnisse zeigen, welches Szenario langfristig für Klima und Versorgungssicherheit die besten Effekte bietet.

Grafik eines E-Auto-Chassis mit Batterie in der Mitte.

Was tun mit alten E-Auto-Batterien? Forschende haben sich Gedanken gemacht.

Foto: SmarterPix/petovarga

Angesichts der wachsenden Zahl an E-Autos stellt sich die Frage, welcher Umgang mit Altbatterien aus den Fahrzeugen den größten Nutzen für Umwelt und Ressourcen bietet. Eine Forschungsgruppe aus Münster, von der Fraunhofer-Forschungseinrichtung für Batteriezellenfertigung und vom Lawrence Berkeley National Laboratory hat dazu nun eine detaillierte Untersuchung am Beispiel Kaliforniens durchgeführt. Im Mittelpunkt steht die Entscheidung, ob Altbatterien von E-Autos sofort wiederverwertet werden oder zunächst als stationäre Stromspeicher eingesetzt werden sollten. Beide Strategien, sowohl das Recycling der Batterien zur Rückgewinnung von Rohstoffen als auch ihre erneute Verwendung außerhalb des Fahrzeugs, folgen den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und tragen zur Ressourcenschonung bei. Aber worin bestehen die jeweiligen Vor- und Nachteile?

Nach der Analyse des Forscherteams empfiehlt sich insbesondere für Länder mit hohem Anteil erneuerbarer Energien, Altbatterien aus E-Autos erst ein zweites Leben als stationäre Speicher zu ermöglichen. Diese Zweitnutzung ist von Vorteil, weil sie hilft, Schwankungen im Stromnetz abzufedern, erneuerbare Energien besser einzubinden und so die Energiesicherheit zu stärken. Das unmittelbare Recycling hingegen beschränkt sich auf die Rückgewinnung wertvoller Materialien für neue Batterien, lässt jedoch das zusätzliche Potenzial außen vor. Die Untersuchung zeigt, dass im konkreten Fallbeispiel Kalifornien die Zweitnutzung gegenüber dem direkten Recycling größere Effekte bei der Einsparung von Treibhausgasen ermöglicht.

Wirkung von Batterien als stationäre Speicher

Die Modellierungen gehen davon aus, dass durch sofortiges Recycling aller Altbatterien aus E-Autos bis 2050 etwa 61 Prozent des zukünftigen Bedarfs an Batterien für neue Elektroautos gedeckt werden könnten. Damit lassen sich rund 48 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermeiden. Werden die Batterien jedoch zunächst als Energiespeicher verwendet, steigt die mögliche CO2-Reduktion auf 56 Millionen Tonnen. Diese Differenz zeigt, wie stark sich die gewählte Strategie auf den Klimaschutz auswirkt. Eine weitere Erkenntnis ist, dass die Zahl der ausgedienten E-Auto-Batterien den kalifornischen Bedarf an stationären Speichern langfristig sogar übertrifft. Vor allem Lithium-Eisenphosphat-Batterien gelten als besonders geeignet für den Einsatz in solchen Anwendungen.

Darüber hinaus empfehlen die Forschenden, den Ausbau von Recyclingstrukturen schon während der Priorisierung der Zweitnutzung stringent voranzutreiben. So ließe sich sicherstellen, dass nach Ablauf des zweiten Lebenszyklus der Batterien die wertvollen Rohstoffe erneut nutzbar gemacht werden können. Beide Ansätze—Zweitnutzung und Recycling—ergänzen sich somit innerhalb eines nachhaltigen Gesamtkonzepts für Batterien aus E-Autos. Eine frühzeitige Planung hilft, die Infrastruktur optimal auf künftige Materialbedarfe auszurichten und die gesamte Kette von Produktion bis Entsorgung im Blick zu behalten.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Verkehrsingenieur (w/m/d) als Teamleitung Verkehrssteuerung und Tunnelüberwachung Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg-Fischbach Zum Job 
JET Tankstellen Deutschland GmbH-Firmenlogo
Manager Technical Operations (m/w/d) Energie / Mobilität JET Tankstellen Deutschland GmbH
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Teamleitung (w/m/d) Bauwerksprüfung (Hauptprüfungen) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster Zum Job 
Ingenieur- und Sachverständigenbüro Lucchesi-Firmenlogo
Kfz-Prüfingenieur (m/w/d) oder Unterschriftsberechtigter (m/w/d) Ingenieur- und Sachverständigenbüro Lucchesi
Limburg an der Lahn Zum Job 
DSB Säurebau GmbH-Firmenlogo
Montageleiter In- und Ausland (m/w/d) DSB Säurebau GmbH
Königswinter Zum Job 
über EHRENBRECHT Personal- und Projektmanagement-Firmenlogo
Projektleiter / Bauleiter Tiefbau (m/w/d) im Bereich Telekommunikation über EHRENBRECHT Personal- und Projektmanagement
Schwäbisch Hall Zum Job 
EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Trainee im Bereich Qualitätssicherung (m/w/d) EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG
Velbert Zum Job 
Höcker Polytechnik GmbH Absaug- und Entsorgungssysteme-Firmenlogo
Projektleiter & Vertriebsingenieur International / Absaug- und Filtertechnik (m/w/d) Höcker Polytechnik GmbH Absaug- und Entsorgungssysteme
deutschlandweit Zum Job 
Steuler Services GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projekt- und Facilitymanager (m/w/d) Gebäudemanagement und Infrastruktur Steuler Services GmbH & Co. KG
Höhr-Grenzhausen Zum Job 
Firmengruppe Max Bögl-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Planung Ingenieurbau Firmengruppe Max Bögl
Sengenthal Zum Job 
EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Anlagenbau / Umwelttechnik EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH
Viersen Zum Job 
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter/-ingenieur TGA (m/w/d) INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik als Projektleiter EMSR (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Projektleiterin als Ingenieurin Mittel- und Niederspannungstechnik (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg-Rothenburgsort Zum Job 
N-ERGIE Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Projektplaner Versorgungsnetze Fernwärme (m/w/d) N-ERGIE Aktiengesellschaft
Nürnberg Zum Job 
Mehrer Compression GmbH-Firmenlogo
Applikationsingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Mehrer Compression GmbH
Balingen Zum Job 
AllTerra Deutschland GmbH-Firmenlogo
Support Mitarbeiter Vermessungslösungen / Vermessungstechnik (m/w/d), 80-100 % (Wunstorf bei Hannover, Hamburg, Berlin oder Leipzig) AllTerra Deutschland GmbH
Berlin, Leipzig, Hamburg, Wunstorf bei Hannover Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur als Sachgebietsleiter - Betriebsservice U-Bahn, Bauprojekte (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH
Langenbrettach Zum Job 

Optimierung von Batterien in der Kreislaufwirtschaft

Die Untersuchung hebt außerdem hervor, wie relevant eine ganzheitliche Betrachtung der Lieferketten für E-Auto-Batterien ist: Vom Design und der Herstellung über die Nutzung bis hin zum Recycling und zur Zweitverwendung. Länder, die es schaffen, die gesamte Infrastruktur für Batterien frühzeitig regional aufzubauen und flexibel an künftige Herausforderungen anzupassen, sichern sich klare Vorteile bei der Nutzung von E-Autos und der Schonung von Ressourcen. Nur so lassen sich die Potenziale der Kreislaufwirtschaft nutzen und der ökologische Fußabdruck von Batterien verringern.

Frühere Studien ergaben, dass beim Recycling von Materialien zur Produktion neuer Batterien für E-Autos deutlich weniger Treibhausgase entstehen als bei der Verwendung von Rohstoffen aus dem Bergbau. Ebenso zeigte sich schon zuvor: Werden ausgemusterte E-Auto-Batterien als stationäre Energiespeicher eingesetzt, entsteht nochmals ein kleinerer CO2-Ausstoß, verglichen mit der Nutzung neu produzierter Batterien auf Basis primärer Materialien. Bislang fehlte jedoch ein systematischer Vergleich dieser beiden Optionen, wie er jetzt erstmals vorgenommen wurde.

Vergleich der Szenarien für Batterien aus E-Autos

Zur Beantwortung der Frage, welches Vorgehen den größten Nutzen bringt, setzte das Team drei verschiedene Szenarien auf. Im sogenannten Basisszenario werden lediglich 2,5 Prozent der ausgedienten Batterien von E-Autos als Energiespeicher weitergenutzt, der Rest wird sofort recycelt. Im reinen Recycling-Szenario werden sämtliche Altbatterien von E-Autos recycelt. Im Zweitnutzungs-Szenario wiederum bleibt die Priorität bei der Weiterverwendung als stationäre Speicher, wobei erst nach vollständiger Deckung dieser Nachfrage überschüssige Altbatterien ins Recycling gehen. Dadurch konnten die Forschenden die Auswirkungen beider Strategien präzise gegeneinander abwägen—mit dem Ergebnis, dass gerade in Regionen mit hohem Aufkommen erneuerbarer Energien die Zweitnutzung vor dem direkten Recycling zu bevorzugen ist.

Ein Beitrag von:

  • Julia Klinkusch

    Julia Klinkusch ist seit 2008 selbstständige Journalistin und hat sich auf Wissenschafts- und Gesundheitsthemen spezialisiert. Seit 2010 gehört sie zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Klima, KI, Technik, Umwelt, Medizin/Medizintechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.