Positionspapier 30.09.2025, 08:29 Uhr

VDI warnt: Technikbildung darf nicht am Föderalismus scheitern

Wie kann Deutschland seine Innovationskraft sichern? Mit gezielter Förderung von MINT-Kompetenzen für die Fachkräfte von morgen.

MINT-Bildung: Wissen, das die Zukunft gestaltet. Foto: PantherMedia / stokkete

MINT-Bildung: Wissen, das die Zukunft gestaltet.

Foto: PantherMedia / stokkete

MINT-Bildung ist Zukunft. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik liefern die Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit – vom Klimaschutz über Digitalisierung bis hin zu neuen Technologien.

Das neue Positionspapier des Nationalen MINT-Forums zeigt, wie entscheidend MINT für die Zukunft des Bildungsstandorts Deutschland ist. Besonders im Fokus: die duale MINT-Ausbildung. Sie verbindet Praxis und Theorie und macht junge Menschen fit für den Arbeitsmarkt – genau das, was unsere Wirtschaft dringend braucht. Kein Wunder, dass duale Ausbildungen und duale Studiengänge so beliebt sind.

VDI begrüßt Initiative des Nationalen MINT-Forums

Gleichzeitig ist klar: Politik und Gesellschaft müssen noch stärker in MINT investieren.
Technikbildung eröffnet nicht nur jedem Einzelnen gute Berufschancen – sie ist die Basis für Innovation, Wohlstand und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Ob Chemie, Elektrotechnik oder Bau: Ohne technisches und naturwissenschaftliches Wissen bleibt unser Land nicht konkurrenzfähig.

„Ohne gut ausgebildeten Nachwuchs werden wir die vor uns liegenden Herausforderungen nicht bewältigen. Das inhaltliche Fundament bildet die MINT-Bildung. Daher befürworte ich die Aktivitäten des MINT-Forums – vor allem die MINT-Ausbildung als Startpunkt zu sehen. Mit dieser Grundlage haben junge Menschen alle Optionen auf ihrem späteren Berufsweg“, sagt VDI-Direktor Adrian Willig.

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Technik in die Schulen bringen

Willig betonte, dass es jetzt darauf ankomme, sich nicht in Zuständigkeitsfragen zwischen Bund und Ländern zu verlieren. Er hob hervor, wie wichtig es sei, technische Kompetenzen in den Schulen zu vermitteln – idealerweise so, dass Kinder und Jugendliche Technik praktisch erleben und ihre Einsatzmöglichkeiten verstehen. Seiner Ansicht nach muss dies bundesweit gestärkt und flächendeckend etabliert werden, um junge Menschen früh für technische Zusammenhänge zu begeistern und sie auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.

„Wir brauchen den Mut, das Bildungssystem in allen Bundesländern zukunftsfähig zu gestalten“, sagt VDI-Bereichsleiter Beruf, Bildung und Netzwerke Thomas Kiefer. „Technikbildung darf nicht am Föderalismus scheitern. Wir müssen jetzt die Basis stärken, damit Deutschland auch künftig Innovationsstandort bleibt.“

Für den VDI gehört Technikbildung einfach dazu. Mit der Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ schaut der VDI voraus: Welche Fähigkeiten bzw. Qualifikationen werden in den kommenden Jahrzehnten gebraucht? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten werden Ideen und Impulse für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt, um die Zukunft aktiv zu gestalten. „Als größter technisch-wissenschaftlicher Verein Deutschlands treiben wir diesen Dialog mit konkreten Vorschlägen aktiv voran”, sagt der VDI-Direktor.

Technik erleben, Fachkräfte stärken – die Bildungsstrategie des VDI

Der VDI sieht Bildung als Schlüssel für Innovation und Zukunftsfähigkeit. Um junge Menschen bestmöglich auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten, werden drei zentrale Punkte im Bildungsbereich gefordert:

  • Debatte um MINT-Bildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen
  • Praxiserfahrungen und das Erleben von Technik sollten bereits im Schulalter und der vorschulischen Bildung ins Zentrum rücken
  • Fachkräfte stärken und Ausbildungssysteme stärker an technologischer Wettbewerbsfähigkeit ausrichten

Für die Umsetzung betont der VDI die Bedeutung von Vielfalt: Mehr Diversität im Ingenieurberuf schafft mehr Innovationspotenzial und reduziert Fachkräftelücken.

„Das treiben wir in unserem Zukunftsdialog Qualifikation aktiv voran“, sagte Thomas Kiefer. „Es ist kein Geheimnis, dass der Frauenanteil im Ingenieurberuf weiter erhöht werden muss. Aktuell liegt er bei 22 %.“

Der VDI setzt sich aktiv dafür ein, Frauen im Ingenieurberuf zu unterstützen – unter anderem über ein Mentoring-Programm. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, junge Menschen aus dem Ausland für eine MINT-Ausbildung in Deutschland zu gewinnen. Dabei hilft der VDI bereits mit seinem Projekt „Xpand“, das zugewanderte Ingenieurinnen und Ingenieure gezielt unterstützt.

MINT

MINT-Kompetenzen öffnen Türen zur Zukunft.

Foto: VDI

Zukunft braucht technische Lösungen und Ingenieur-Know-how

Die VDI-Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ verfolgt das Ziel, Deutschlands Zukunftsfähigkeit zu sichern und auszubauen. Sie liefert faktenbasierte Dialoge, entwickelt Handlungsempfehlungen für Bund, Länder und Kommunen und trägt dazu bei, Debatten über Technologien sachlich zu führen. Dabei sollen positive Zukunftsperspektiven aufgezeigt, technische Themen neutral und transparent vermittelt und unterschiedliche Sichtweisen aus Industrie, Wissenschaft und Politik eingebunden werden. Mit ihrem Engagement übernimmt die Initiative langfristig Verantwortung für die Gesellschaft und gibt fundierte Empfehlungen für die Politik.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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