MINT mal anders 17.12.2025, 12:30 Uhr

Uni Vechta: Wie Kinder MINT spielerisch entdecken können

Mathe, Naturwissenschaften und Technik kann man nur in der Schule lernen? Falsch. Das neue Projekt der Universität Vechta „MINT-FiT“ ermöglicht es Kindern und Eltern MINT-Fächer spielerisch zu entdecken – und das in den eigenen vier Wänden.

Drei Kinder sitzen an einem Tisch und bauen gemeinsam einen kleinen Roboter aus einem Baukastensystem. Sie konzentrieren sich auf Kabel und Bauteile, während der Roboter auf einer bedruckten Spielfläche steht.

Spielerisch forschen statt pauken: Im Projekt „MINT-FiT“ der Universität Vechta entdecken Kinder gemeinsam mit ihren Eltern mathematische, naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge zu Hause – mit alltagsnahen Experimenten und sogenannten "Entdecker:innen-Kisten".

Foto: Dmyrto_Z/Smarterpix

Ziel des Projekts ist es, das wissenschaftliche Denken bei Grundschulkindern gezielt im familiären Alltag zu fördern. Mit Fokus auf die Themenbereiche Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) treten die Kinder spielerisch an das Thema heran und können in eigenem Tempo naturwissenschaftliche und mathematische Kompetenzen entwickeln.

Wissenschaft in einer Kiste entdecken?

Das Herzstück des Projekts sind die „MINT-Entdecker:innen-Kisten“. Diese greifen vielfältige Themen aus den Naturwissenschaften und der Mathematik auf und sind so gestaltet, dass die Kinder und Eltern sie ohne Vorkenntnisse nutzen können. Themen sind beispielsweise:

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Gemeinsam mit ihren Eltern, oder auch alleine, sind die Kinder dazu eingeladen, zuhause mit alltagsnahen Experimenten, kindgerechten Erklärvideos, Forschungsfragen und Reflexionskarten nachzudenken und zu reflektieren.

Kisten werden nach Hause geschickt

Die „Entdecker:innen-Kisten“ werden monatlich per Post direkt an die Familien versendet. Neben allen benötigten Materialien enthalten sie auch kleine Belohnungen und Meilenstein-Zertifikate, die zur regelmäßigen Teilnahme motivieren sollen.

„Das wissenschaftliche Denken von Kindern entwickelt sich nicht nur in der Schule, sondern auch in der Familie“, erläutert Christopher Osterhaus, Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität Vechta. „Wir wollen Eltern als Lernbegleiterinnen und -begleiter stärken und zeigen, wie niedrigschwellige Materialien die Neugier und Reflexionsfähigkeit von Kindern fördern können – unabhängig vom Bildungshintergrund.“

Vorurteile in MINT bei Kindern schon früh

Geschlechtsspezifische Erwartungen prägen schon früh den Zugang zu MINT-Fächern. Zwei Studien des DIPF I Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation zeigen, dass Lehrkräfte und Lehramtsstudierende Mädchen besonders in Technik und Informatik geringere Fähigkeiten zutrauen. Diese Stereotype beeinflussen bereits in der Grundschule die Einstellungen der Kinder gegenüber MINT-Fächern.

Auch wenn Naturwissenschaften, Informatik und Technik dort keine eigenen Fächer sind, werden sie im Sachkundeunterricht bereits vorbereitet. Die „Entdecker:innen-Kisten“ können daher eine Möglichkeit sein, Kindern zu vermitteln, wie vielseitig MINT sein kann und auch Mädchen ermutigen, ihre Fähigkeiten nicht kleinreden zu lassen.

Kisten als Teil einer groß angelegten Studie

Die Kisten sind Teil einer groß angelegten Studie mit über 250 teilnehmenden Familien. Der Projektstart ist im Winter diesen Jahres, erste Studien beginnen im Frühjahr 2026. Geplant ist zunächst die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern der 3. Klassenstufe. Dabei wird es sowohl quantitative Erhebungen als auch begleitende Interviews mit Familien geben. Interessierte Eltern können sich bereits jetzt auf der Projektwebsite informieren und sich für eine Teilnahme an der Studie bewerben.

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). In Kooperation mit der Universität Vechta erhält das Projekt eine Fördersumme von rund 400.000 €. Die Projektdauer beträgt insgesamt drei Jahre.

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

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