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Hauptthema: Resiliente, nachhaltige ­Wertschöpfung 03.03.2026, 17:13 Uhr

Inhalte der Online-­Ausgabe 1/2-2026

WT – Werkstattstechnik online/01-02/2024/WT-Online_01-02_2024

Foto: Fachmedien / Grafik: Hochschule Reutlingen

Resiliente, nachhaltige Wertschöpfung – 
vom ­Anspruch zur Methode

D. Palm – Hochschule Reutlingen; Reutlinger Zentrum Industrie 4.0
Nachhaltigkeit gehört seit Jahren zum festen Vokabular der Produktionstechnik. Kaum eine Strategie, kaum ein Förderprogramm, das 
ohne den Begriff auskommt. Und doch blieb Nachhaltigkeit lange Zeit, was sie in vielen Kontexten noch immer ist: ein Zielbild ohne klare operative Entsprechung. Was bedeutet Nachhaltigkeit konkret für die Konstruktion eines Elektronikbauteils? Für die Wahl einer Schleifscheibe? Für die Planung eines globalen Produktionsnetzwerks? 
Die Ausgabe 1/2-2026 der wt Werkstattstechnik online liefert 
auf diese Fragen ­keine Antworten auf dem ­Abstraktionsniveau 
von Leitbildern, sondern auf dem Niveau konkreter Maßnahmen. S. 1

Kreislauffähigkeit im Elektronikdesign

A. Braun, G. Schullerus – Hochschule Reutlingen
Elektronikprodukte mit Materialverbunden, Rohstoffen und kurzen Innovationszyklen ­erschweren Kreisläufe. Der Beitrag operationalisiert Kreislauffähigkeit über Reparierbarkeit, Wiederverwendung, Rezyklierbarkeit, Langlebigkeit und Materialkritikalität. Ein regelbasierter ­Fuzzy-Ansatz übersetzt Ziele in Entscheidungen zu Modularität, ­Kondensatortechnologie, Aufbau- und Verbindungstechnik. Der Ansatz ist an die „Ecodesign for Sustainable Products ­Regulation” mit digitalem Produktpass angebunden. Eine Nutzwertaggregation unterstützt ­Variantenwahl, zeigt Ziel­konflikte und ist mit Felddaten kalibrierbar. 
S. 2
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-6

Blockchain für Produktidentifikation

N. Künster, V. Hummel, D. Palm – NXT Nachhaltigkeit und Technik, Hochschule Reutlingen; Fraunhofer IPA, Stuttgart
Produktidentifikationssysteme gelten als zentrale Voraussetzung 
für den Aufbau übergreifender Infrastrukturen für die Umsetzung 
des ­digitalen Produktpasses (DPP). Zugleich erweist sich der Aufbau ­konsistenter Identifikationssysteme als anspruchsvoll. Die Blockchain wird insbesondere für fragmentierte, heterogene Lieferketten als ­zentrale Technologie diskutiert. Dieser Beitrag untersucht mit einer Online-Befragung unter Maschinenbauunternehmen in Baden-­Württemberg die Herausforderungen von Produktidentifikationssystemen und leitet daraus mögliche ­Lösungspotenziale der Blockchain ab. S. 12
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-12

KI-gestützte Prüfung manueller Klebeprozesse

C. Kuhn, D. Lucke; H. Wirtz – Hochschule Reutlingen, NXT; 
Anticipate GmbH, ­Aachen
Manuelle Klebeprozesse ­nehmen vor allem bei Instandsetzung, ­Remanufacturing und Nacharbeit zu. Das hier vorgestellte Assistenzsystem ­erkennt Klebe- und Dichtnähte zuverlässig, bewertet kontinuierlich die Qualität und integriert die Ergebnisse in PPS- und MES-Systemen. Die Lösung ist für lokale Werkstätten und flexible Reparaturarbeitsplätze konzipiert und erhöht ­Resilienz und Nachhaltigkeit durch effizientere Reparaturen, weniger Ausschuss und längere ­Produktlebensdauer. S. 15
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-19

KI-basierte Bildanalyse ­zur Prozessautomatisierung

C. Hofmann, M. Benfer, G. Lanza; T. Rüdiger – asmedos GmbH, ­Karlsruhe; wbk Institut für Produktionstechnik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT); Städtisches Klinikum Karlsruhe
In pathologischen Laboren ­werden Gewebeproben in einem Produktionsprozess in ­mehreren Schritten für die anschließende Diagnose auf­bereitet. Während ein Großteil der Prozesse automatisiert ­stattfindet und Robotik in der Handhabung Einzug hält, ist der erste Arbeitsschritt des Zuschnitts noch durch manuelle Schritte ­geprägt. Dieser ­Beitrag stellt eine KI-basierte Auto­matisierung der Probenbeschreibung und
-transkription dar. Damit ­beschreibt der Beitrag einen wichtigen Schritt zur ­Verbesserung heterogener Prozesse in der Pathologie. S. 22
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-26

Zielbild einer nachhaltigen Werkzeugfertigung

G. Schuh, J. Kenfenheuer, L. Klisch, J. Schreiber, R. Calchera – Werkzeugmaschinenlabor WZL, RWTH Aachen University
Die industrielle Wertschöpfung orientiert sich traditionell an Kosten, Zeit und Qualität, während Nachhaltigkeit lange als Zusatzlast galt. Zugleich erfordert das volatile Umfeld robuste Ansätze, auch für ­kleine und mittlere Unternehmen. Der Beitrag zeigt eine Methode, 
die aus ­einer FESG-Zielvision strategische Ziele ableitet und 
in einem partizipativen Prozess 43 Erfolgsfaktoren für den ­KMU-­geprägten Werkzeugbau identifiziert. Der Ansatz bündelt ­Branchen­besonderheiten und Regulierung zu einem konsistenten ­Referenzrahmen mit Katalog erfolgskritischer Faktoren für ­einen ­zukunftsfähigen, kreislauforientierten Werkzeugbau. S. 30
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-34

Personalplanung für Re-Assembly-Fabriken

G. Schuh, E. Schukat, R. Koc, L. Fehse – WZL, RWTH Aachen University
Re-Assembly-Fabriken sind ­Befähiger der wertsteigernden Kreis­laufwirtschaft. Neue Funktionen werden nach dessen End-of-Use 
in ­Produkte integriert, um neue vollständige Nutzungszyklen 
zu ­ermöglichen. Allerdings birgt die Re-Assembly inhärente Unsicher­heiten, die die Personalplanung in Fabriken grundlegend verändern. ­Dieser ­Beitrag skizziert ein Konzept zur Personalplanung für ­Re-­Assembly-Fabriken, das Abweichungen reduziert und gleichzeitig die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit erhöht. S. 40
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-44

Ökonomisch effiziente Anlagenoptimierung

L. Greimel, F. Kamhuber, L. Chalupa; F. Ansari – Fraunhofer Austria ­Research GmbH, Wien; ­Technische Universität Wien
Die „Twin Transition“, verstanden als paralleler digitaler und nach­haltiger Wandel, stellt einen strukturellen Transformationsprozess dar. Datengetriebene Technologien etablieren die Instandhaltung als ­wesentlichen Hebel zur Steigerung der Nachhaltigkeit und Effizienz. Der ­Beitrag demonstriert simulationsgestützt die Analyse kosten­-relevanter Einflussfaktoren sowie im Ausblick die Erweiterung 
der Entscheidungsbasis um ökologische Dimensionen. S. 46
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-50

Produktionsnetzwerke ­erfolgreich gestalten

B. Janssen, L. Hauser, T. Walter, K. Böttger, S. Schmitz, G. Schuh – WZL, RWTH Aachen ­University

Ebenen der kontinuierlichen ­Netzwerkgestaltung. ­
Grafik: RWTH Aachen

Angesichts externer Volatilität und steigender Anforderungen an ­Resilienz und Nachhaltigkeit müssen globale Produktionsnetzwerke kontinuierlich und ganzheitlich gestaltet werden. Hierfür wird eine ­integrierte ­Vorgehensweise über die strategische, taktische und operative Ebene der Netzwerkgestaltung vorgestellt, um einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess zur ermöglichen. Strategisch müssen die Ziele der Nachhaltigkeit und Resilienz in die ­langfristigen Leistungsziele des Netzwerkes integriert werden, was die Definition von ­Gestaltungsrichtlinien und die Anpassung von Netzwerk-Phänotypen ­erfordert. Taktisch erfolgt die datengestützte Gestaltung und Bewertung von Netzwerkszenarien, wobei Resilienz und Nachhaltigkeit ­systematisch in die Bewertung einfließen. Operativ sichern ein ­globaler Leitstand zur ­datengetriebenen Frühwarnung sowie das ­systematische ­Migrationsmanagement die agile Steuerung und 
die adaptive ­Umsetzung der Netzwerkkonfiguration, wodurch die Kontinuität der Gestaltung gewährleistet wird. S. 55
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-59

Ursachenanalyse geringer Anlagenproduktivität

K. Welzel, B. Kirchhoff, N. Müller, M. Schmidt – Leibniz Universität ­Hannover, Institut für Fabrikanlagen und Logistik
Zunehmender Kostendruck ­erfordert von Unternehmen Produktivitätssteigerungen, die sich mit der Overall Equipment Effectiveness (OEE) messen lassen. Die Produktionsplanung und -steuerung (PPS) bietet zwar zahlreiche Stellschrauben, doch aufgrund der hohen ­Systemkomplexität sind die Ursachen einer geringen OEE schwer 
zu finden. Eine modellbasierte Ursachenanalyse ­systematisiert diese anhand logistischer Ursache-Wirkungs­beziehungen und ermöglicht 
die Identifikation der Primär­ursache sowie geeigneter Maßnahmen 
in der PPS.  S. 66
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-70

Kompetenzorientierter Produktionsanlauf

L. Mastroianni, M. Meiertöns, M. Schmidt – Leibniz Universität Hannover, Institut für Fabrikanlagen und Logistik
Steigende Produktvarianz und verkürzte Produktlebenszyklen ­erhöhen die Anlaufkomplexität. Zur Beherrschung dieser Komplexität ist die Berücksichtigung von Mitarbeiterkompetenzen, besonders in über­wiegend manuell geprägten Montagesystemen, von zentraler ­Bedeutung. Dieser Beitrag entwickelt einen Bezugsrahmen, der ­technische, ­produktbezogene und kompetenzbezogene Systemgrößen 
im Anlauf strukturiert. Auf Basis einer integrierten Literatur­analyse werden diese Größen identifiziert und systematisiert. S. 76
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-80

Schleifscheiben aus Schleifvlies-Abfall

K. Rösch – Universität Stuttgart, Institut für Industrielle Fertigung 
und Fabrikbetrieb (IFF)
Schleifvliesabfälle enthalten ­Polymere und Schleifkörner in schwer trennbarer Bindung und gelten als kaum recycelbar. Basierend auf ­früheren Ergebnissen wird ein neues Heißpressverfahren gezeigt, ­welches beide Fraktionen ohne Trennung zu funktionsfähigen Schleifscheiben verarbeitet. Mit 15 % frischem Phenolharz-Binder erreichen sie ­Eigenschaften nahe konventioneller Produkte, bei kürzerer und energiesparender ­Herstellung. Zusätzlich werden energetische Betrachtungen bei der Bearbeitung durchgeführt. S. 85
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-89

Chargenschwankungen bei Schleifscheiben

S. Kuroiwa, E. Reuter, P. Breuer, ­S. Prinz, T. Bergs – NSK Deutschland GmbH, Ratingen; Manufacturing Technology Institute MTI, RWTH ­Aachen
Trotz hoher Anforderungen an die Schleifwerkzeugfertigung resultieren aus ungleich­mäßigen Kornverteilungen oder thermischer Abweichungen beim Brennprozesse signifikante Chargenschwankungen. 
Zur ­Analyse ihrer Auswirkungen wurden Werkzeuge verschiedener Chargen und Hersteller bezüglich ihrer Härte charakterisiert und 
in Schleifversuchen geprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass härtere Schleifscheiben früher Schleifbrand verursachen, wobei das Ausmaß des ­Härteeinflusses je nach Hersteller variiert. S. 94
doi.org/10.37544/1436-4980-2026-01-02-98

Von Alexandra Briesch

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