Additive Fertigung weiter im Aufwind
Um satte 10,9 % ist der Weltmarkt rund um den 3D-Druck im vergangenen Jahr gewachsen. Treiber war vor allem China. Fakten aus dem aktuellen Wohlers-Report.
Ein Grund dafür, dass die additive Fertigung immer noch ziemlich kostspielig ist, ist das Post-Processing: Nach dem Druck von Metallteilen müssen regelmäßig Stützstrukturen entfernt werden.
Foto: Stefan Asche
Zählt man die Umsätze, die 2025 mit 3D-Druck-Materialien, Druckern, Druck-Dienstleistungen und einschlägiger Software weltweit gemacht wurden, ergibt sich die stolze Summe von 24,2 Mrd. $. Das sind knapp 11 % mehr als im Vorjahr. Berechnet haben dies die Analysten der US-Beratungsunternehmens Wohlers.
Druckdienstleister nehmen das größte Stück vom Kuchen
Den größten Anteil am Kuchen haben Druckdienstleistungen. Sie wuchsen um 15,5 % auf 11,7 Mrd $. Materialverkäufe legten um 12 % zu, auf insgesamt 4,9 Mrd. $. Im Bereich Software gab es ein Plus von 4,6 %, in absoluten Zahlen: 1,4 Mrd. $. Und im Hardwarebereich stiegen die Umsätze um 3,6 % auf 6,2 Mrd. $.
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Etwas ernüchternd – zumindest aus europäischer Sicht – ist ist der Blick auf die regionale Verteilung des Wachstums: Der APAC-Raum legte um 19,8 % zu. Er umfasst – qua Definition – Asien, Australien und Ozeanien. Insider aber wissen: hier ist vor allem China gemeint.
Der AMER-Raum, also Nord und Südamerika, legte um 12,6 % zu. Schlusslicht ist der EMEA-Raum (Europa, nahe Osten und Afrika). Er muss sich begnügen mit einem Plus von 6,5 %.
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Interessant ist, wofür die Additive Fertigung, die ursprünglich zur Herstellung von Prototypen gedacht war, heute dient: 40 % aller Nutzungen münden in fertigen Bauteilen, die direkt beim Endkunden landen. Nur noch knapp 25 % aller Drucke dienen der Herstellung von vorläufigen Modellen. Aus gut 12 % werden „Jigs, Fixtures and Gauges“, also etwa Bohrschablonen, Spannvorrichtungen, Montagehilfen oder Lehren. 9 % aller Drucke dienen der Bildung und Forschung, weitere 7 % werden der Wartung, Reparatur und Überholung zugeordnet. Und um das Puzzle voll zu machen: 6 % dienen der Herstellung von (Gießerei-)Werkzeugen („Patterns, Cores, Molds and Dies“).
Das Post-Processing bleibt teuer
Gut zu wissen ist ferner, wie sich die Kosten pro Bauteil aufteilen. Auch das haben die Wohlers-Experten kalkuliert: Bei Metallteilen entfallen 14 % auf die Produktionsvorbereitung („Pre-Processing“). 62 % auf den Druckprozess und 24 % auf die Nachbearbeitung („Post-Processing“). Im Kunststoffbereich ist die Verteilung ähnlich. Der Anteil der Nachbearbeitung ist aber etwas kleiner, die relativen Druckkosten sind dafür etwas höher.




