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Werkzeugmaschinenbranche 08.09.2026, 16:53 Uhr

Auftragseingang im Werkzeugmaschinenbau wächst um 12 %

Der Markt der Werkzeugmaschinenbranche zeigt sich leicht erholt. Zum zweiten Mal in Folge verzeichnet die Branche ein zweistelliges Auftragsplus.

Auftragseingang im Werkzeugmaschinenbau wächst im zweiten Quartal um 12 Prozent. Bild: smarterpix/nd3000

Auftragseingang im Werkzeugmaschinenbau wächst im zweiten Quartal um 12 Prozent. Bild: smarterpix/nd3000

Foto: smarterpix/nd3000

Die Erholung im deutschen Werkzeugmaschinenbau gewinnt an Kontur. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 %. Nach einem Plus von 15 % im ersten Quartal ergibt sich für das erste Halbjahr ein Zuwachs von insgesamt 14 %. Die Inlandsbestellungen legten um 16 % zu, die Aufträge aus dem Ausland um 13 %.

„Zwei Quartale in Folge mit einem zweistelligen Auftragsplus sind ein ermutigendes Signal. Die Talsohle liegt hinter uns und die Aufwärtsentwicklung festigt sich“, kommentiert Bernhard Geis, Leiter Wirtschaft und Statistik im VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), die Zahlen.

Für Entwarnung sei es dennoch zu früh, so Geis weiter. Die Branche komme von einem niedrigen Ausgangsniveau, und das Projektgeschäft trage weiterhin wesentlich zum Wachstum bei. Von einer breiten Nachfrageerholung könne man deshalb nur eingeschränkt sprechen.

Luftfahrt und Verteidigung treiben Nachfrage

Die Entwicklung unterscheidet sich weiterhin deutlich nach Abnehmerbranchen, so der VDW weiter. Besonders dynamisch zeigen sich Luftfahrt und Verteidigung. Auch die Nachfrage aus Elektronikindustrie und Medizintechnik wird positiv beurteilt. Schwieriger bleibt die Situation in der Metallbearbeitung und im Maschinenbau. Die größten Herausforderungen liegen weiterhin in der Automobil- und Zulieferindustrie. Ihr Anteil am Gesamtabsatz der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie ist 2025 auf 23 % gesunken. Größter Abnehmer bleibt der Maschinenbau mit 27 %. Deutlich zugelegt hat dagegen die Luftfahrtindustrie: Ihr Anteil stieg innerhalb von zwei Jahren um fünf Prozentpunkte auf 11 %, so der VDW weiter.

Bernhard Geis, Leiter Wirtschaft und Statistik im VDW. Bild: Uwe Nölke / team-uwe-noelke.de

In der Produktion ist die Erholung laut VDW bislang noch nicht angekommen. Im zweiten Quartal lag sie schätzungsweise 6 % unter dem Vorjahresniveau. Im ersten Halbjahr sank die Produktion insgesamt um 7 % auf rund 5,9 Mrd. Euro. Die verbesserte Auftragslage dürfte sich jedoch im weiteren Jahresverlauf zunehmend in der Produktion bemerkbar machen.

Export: USA bleiben wichtigster Absatzmarkt – China mit Rückgang

Auch im Exportgeschäft zeichnet sich den Angaben zufolge zumindest die Tendenz zur Stabilisierung ab. Im zweiten Quartal lagen die Ausfuhren noch 4 % unter dem Vorjahr. Damit hat sich der Rückgang gegenüber dem ersten Quartal deutlich abgeschwächt. Die USA bleiben dabei als größter Absatzmarkt eine wichtige Stütze der Branche. Die Lieferungen dorthin stiegen im ersten Halbjahr um 8 %. Dagegen gingen die Exporte nach China, dem zweitgrößten Absatzmarkt, um 24 % zurück. Unternehmen berichten zuletzt jedoch von einer Stabilisierung und leichten Belebung der chinesischen Nachfrage. Angesichts des intensiven Preiswettbewerbs gewinnt für deutsche Hersteller mit eigener Produktion vor Ort das Prinzip „Local for Local“ weiter an Bedeutung.

Im Werkzeugmaschinenbau setzt sich der Positivtrend auch im 2. Quartal fort: Die Auftragseingänge stiegen um 12 % gegenüber dem Vorjahr. Bild: VDW

In Europa gingen die deutschen Werkzeugmaschinenexporte im ersten Halbjahr insgesamt um 6 % zurück. Positiv entwickelte sich Frankreich mit einem Plus von 25 % und rückte auf Rang drei der wichtigsten Absatzmärkte vor. Auch Polen und Tschechien sorgten für positive Impulse. Indien setzt seinen Wachstumskurs ebenfalls fort und ist mittlerweile der viertgrößte Absatzmarkt der Branche.

Inland: Lage bleibt angespannt, aber positive Signale bei den Bestellungen

Die Entwicklung im Inland bleibt dagegen angespannt, führt der VDW aus. Der Inlandsabsatz lag im ersten Halbjahr 10 % unter dem Vorjahreswert. Positive Signale kommen aber von den gestiegenen Inlandsbestellungen. Aktuell belegen auch Konjunkturindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima und der Einkaufsmanagerindex eine verbesserte Stimmung in der Industrie. Die Importe hielten sich mit einem Minus von 2 % besser als der Inlandsabsatz. Insbesondere japanische und südkoreanische Hersteller konnten ihre Verkäufe in Deutschland steigern.

Insgesamt sank der Inlandsverbrauch um 6 % und zeigt damit, dass die Investitionsschwäche am deutschen Markt noch nicht überwunden ist.

Die Kapazitätsauslastung hat sich zuletzt bei rund 75 % stabilisiert. Gleichzeitig setzt sich der strukturelle Anpassungsprozess in der Branche fort. Im Juni beschäftigten die Unternehmen rund 60.000 Menschen und damit gut 6 % weniger als ein Jahr zuvor. Die Produktion liegt real inzwischen rund ein Drittel unter den Hochphasen früherer Jahre. Bernhard Geis fasst zusammen:

„Der Auftragseingang insgesamt zeigt nun seit einem halben Jahr in die richtige Richtung. Entscheidend ist jetzt, dass daraus eine nachhaltige Erholung wird.“

(Quelle: VDW)

Von Udo Schnell

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