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Projekt für Netzstabilität und erneuerbare Energien 30.04.2026, 14:30 Uhr

Deutschlands größter Batteriespeicher nimmt Form an

Mit 300 Megawatt Leistung und mehr als 700 Megawattstunden Kapazität entsteht in Förderstedt gerade Deutschlands größter im Bau befindlicher Batteriegroßspeicher. Mit den jetzt anrollenden Modultransporten beginnt seine sichtbarste Phase.

Baustelle des Batteriegroßspeicher-Projekts Förderstedt

Baustelle des Batteriegroßspeicher-Projekts Förderstedt.

Foto: Eco Stor

Große Batteriespeicher sind eine wichtige Komponente der Energiewende. Sie überführen die volatil erzeugte Energie in ein zeitlich davon unabhängiges Nutzungsmodell.

Im Projekt Eco Power Three in Förderstedt bei Staßfurt in Sachsen-Anhalt entsteht mit 300 MW Leistung und mehr als 700 MWh Speicherkapazität derzeit der nach Angaben von Eco Stor der größte im Bau befindliche Batteriegroßspeicher Deutschlands. Batteriespeicher übernehmen heute eine eigene Systemfunktion: Sie erhöhen die Flexibilität, entlasten das Netz und machen die Stromversorgung robuster gegenüber kurzfristigen Schwankungen.

Bis zu 15 Schwertransporte pro Tag

Mit der jetzt gestarteten Anlieferung der Batteriemodule erreicht das Projekt eine neue Sichtbarkeit. Bis Ende Juni beziehungsweise laut einzelnen Berichten bis Ende Juli 2026 sollen rund 300 vormontierte Systemeinheiten auf das Gelände gebracht werden, um sie dort zu installieren. Diese Container enthalten Batterien und Wechselrichter bereits als funktionsfähige Module. Die Logistik läuft über die A14 und regionale Bundesstraßen; zeitweise sind bis zu 15 Schwertransporte pro Tag vorgesehen.

Anlage geht ab Mitte 2026 schrittweise ans Netz

Der Batteriespeicher ist in drei unabhängig betreibbare Blöcke gegliedert. Diese Modularität soll es ermöglichen, einzelne Teile der Anlage schrittweise ans Netz zu bringen. Das geschieht noch vor der vollständigen Fertigstellung des Gesamtprojekts. Damit kann die Anlage laut Eco Stor bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit ersten Blöcken zur Netzstabilisierung beitragen. Solche modularen Konzepte sind für Batteriegroßspeicher nicht nur aus Bau- und Wartungssicht sinnvoll. Denn sie passen auch gut zu einem Energiesystem, das zunehmend aus verteilten, aber digital koordinierten Einheiten besteht.

Insgesamt werden im Projekt werden laut Eco Stor 600 000 Batteriezellen verbaut. Bereits Ende 2025 hatte man nach Unternehmensangaben drei 125-MVA-Transformatoren am Standort angeliefert, montiert und getestet.

Logistisches Großprojekt

Mit dem jetzt begonnenen Transportabschnitt ist der erste Schritt vom Bauprojekt zur realen Energieinfrastruktur getan. Dafür arbeitet Eco Stor mit den Logistikpartnern Bremer Lloyd und Blue Water Shipping zusammen.