E-world: Digitale Energiewende und neue Geschäftsmodelle
Im Februar 2026 trifft sich die europäische Energiebranche erneut in Essen zur E-world energy & water. Die Messe steht in diesem Jahr besonders im Zeichen der Digitalisierung, Flexibilisierung und Dekarbonisierung der Energieversorgung.
Impressionen der E-world energy & water 2025.
Foto: Christian Deutscher/E-world energy & water
Themenschwerpunkte der E-world sind unter anderem intelligente Netze, Speichertechnologien, neue Marktmodelle, Cloud- und KI-basierte Softwarelösungen sowie smarte Infrastrukturen für Kommunen, Industrie und private Haushalte. Zahlreiche Aussteller zeigen, wie regulatorische Anforderungen, steigende Komplexität und neue Geschäftsmodelle technisch abgebildet werden können – von integrierten Plattformen für Energieversorger über Smart Meter Rollouts bis hin zu vernetzten Energiesystemen und IoT-Anwendungen. Wir stellen einige Aussteller vor:
innovation2business.nrw / PROvendis: Halle 3, Stand R120
Der Hochschulverbund innovation2business.nrw präsentiert gemeinsam mit PROvendis ausgewählte, schutzrechtlich gesicherte Technologien aus nordrhein-westfälischen Hochschulen. Im Fokus stehen Innovationen aus Energie-, Umwelt- und Elektrotechnik. Gezeigt wird unter anderem eine mobile Prüfvorrichtung für Ladesäulen von Elektrofahrzeugen, mit der komplette Ladekurven realitätsnah simuliert und Energie ins Netz zurückgespeist werden kann. Zudem wird eine neuartige Treiberschaltung für GaN-GIT-Leistungshalbleiter vorgestellt, die hochfrequente Ansteuerungen im Megahertz-Bereich ermöglicht und die Bauteilzahl reduziert. Die Lösungen eignen sich für Anwendungen in E-Mobilität und erneuerbaren Energien.
Wilken Software Group: Halle 3, Stand B103
Wilken zeigt die Weiterentwicklung seiner cloudbasierten Lösungsplattform für die Energiewirtschaft. Kern ist die neue Produktgeneration GY, die als technischer, skalierbarer Plattformkern fungiert und mit den bestehenden Systemen Ener:gy und NTS.suite verbunden wird. Ziel ist die durchgängige Abbildung und Automatisierung energiewirtschaftlicher End-to-End-Prozesse. Ergänzt wird die Plattform durch einen Integration-Layer für betriebswirtschaftliche Anwendungen sowie geplante KI-Assistenzfunktionen zur Unterstützung operativer Aufgaben. Neue Tools zur Datenmigration sollen Risiken reduzieren und Prozesse vereinfachen. Ein Partnernetzwerk erweitert das Ökosystem schrittweise um zusätzliche Module.
Kraftwerk Software Gruppe: Halle 1, Stand C100
Unter dem Leitthema „Von Daten zu Entscheidungen“ präsentiert die Kraftwerk Software Gruppe ihre integrierte Plattform für Versorgungsunternehmen. Gezeigt werden Lösungen für ERP und Abrechnung, Energiedatenmanagement, CRM, Asset Management und E-Mobility. Ein Schwerpunkt liegt auf KI-gestützten Funktionen, etwa automatisierter Datenerfassung, Workflows und Compliance-Prüfungen. Premiere feiert ein neues integriertes EDM auf Basis der Fraunhofer-Lösung EMS-EDM Prophet. Im CRM-Bereich werden neue Werkzeuge für Kampagnensteuerung und Segmentierung vorgestellt. Ergänzt wird das Portfolio durch Lösungen für Flottenabrechnung, digitale Betriebsprozesse und Asset-Analysen.
Aktif Unternehmensgruppe: Halle 1, Stand E120
Aktif zeigt Software- und Serviceangebote zur Abbildung komplexer energiewirtschaftlicher Geschäftsmodelle. Dazu zählen dynamische Stromtarife, Direktvermarktung, PPA-Konstruktionen, Ladestromabrechnung sowie die wirtschaftliche Nutzung von Speicherkapazitäten. Die Lösungen decken Standardprozesse wie Abrechnung, Bilanzkreismanagement, Energiedatenmanagement und Marktkommunikation ab und sollen Versorger angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen entlasten. Neu vorgestellt werden zusätzliche Schnittstellen und Web-APIs zur weiteren Automatisierung. Ein weiterer Fokus liegt auf der fristgerechten Marktkommunikation sowie der Abrechnung von Speicherprojekten, die zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Greenflash: Halle 5, Stand D122
Greenflash präsentiert integrierte Energiesysteme für Industrie und Gewerbe, bestehend aus Photovoltaik, Speichern, Ladeinfrastruktur und KI-gestützter Steuerungssoftware. Die Lösungen zielen auf resiliente, wirtschaftliche und CO2-neutrale Versorgungskonzepte ab. Ergänzend veranstaltet das Unternehmen bereits einen Tag vor Messebeginn die Hausmesse „PrE-world“, die sich mit der Transformation der Energieversorgung hin zu datenbasierten Echtzeitlösungen befasst. Auf der E-world selbst knüpft Greenflash an diese Inhalte an und zeigt, wie sich erneuerbare Erzeugung, Speicherung und intelligente Steuerung zu ganzheitlichen Energiesystemen kombinieren lassen.
Eplan und Rittal: Halle 5, Stand D116
Eplan und die Schwesterfirma Rittal zeigen auf der E-world Möglichkeiten, um die Energiewende zu beschleunigen. So sind Lösungen für die Elektrokonstruktion von Anlagen in Stromnetzen, für Energiespeicher und -erzeugung sowie Ladeinfrastruktur sind in Eplan Software schon vorausgedacht. Der Aufbau Digitaler Anlagen-Zwillinge kann zum Beispiel den Netzausbau voranbringen. Rittal will durch die Standardisierung von Hardware für Schaltanlagen-Gehäuse, Stromverteilung oder Klimatisierung Tempo machen.
O2 Business: Galeria, Stand 33
O2 Business stellt Netzwerktechnologien für die Digitalisierung der Energiewirtschaft vor. Gezeigt werden NarrowBand-IoT für batteriebetriebene Sensoren und Wasserzähler, LTE-M für mobile Anwendungen sowie 5G-Technologien für zeitkritische Steuerungsprozesse. Ergänzt wird das Portfolio durch Satellite-IoT zur Anbindung entlegener Standorte. Mit 5G RedCap adressiert O2 energieeffiziente Vernetzung für Smart Meter Gateways und IoT-Router. Zudem werden private 5G-Campus-Netze und 5G-Slicing vorgestellt, die reservierte Netzperformance und hohe Sicherheit bieten. Ziel ist eine zuverlässige Kommunikationsbasis für Smart Grids und vernetzte Infrastrukturen.
Tauber-Solar-Gruppe: Halle 1, Stand C134
Tauber-Solar präsentiert ein breites Portfolio rund um regenerative Energien. Im Mittelpunkt stehen großskalige Solarparks und Speichersysteme zur Netzstabilisierung sowie individuelle Photovoltaik- und Speicherlösungen für Gewerbe und Industrie. Ergänzend werden Finanzierungsmodelle wie Power Purchase Agreements (PPAs) vorgestellt, die langfristig kalkulierbare Strompreise ermöglichen. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Geschäftsfeld Operation & Maintenance mit Echtzeit-Monitoring, vorausschauender Wartung und deutschlandweiter Betriebsführung. Ziel ist es, Solarenergie, Speichertechnologien und Dienstleistungen zu skalierbaren Energielösungen für Großprojekte und Unternehmensstandorte zu verbinden.
Arvato Systems: Halle 3, Stand C115
Arvato Systems zeigt „IT Solutions for Utilities“ zur Digitalisierung von Versorgungsunternehmen. Ein Fokus liegt auf ganzheitlichen CRM-Lösungen für Energieversorger, die Standardprozesse, individuelle Anpassungen und Cloud-Flexibilität vereinen. Als weiteres Highlight wird die Abrechnungsplattform AEP.EnerS4 präsentiert, die Standardisierung, Cloud-Funktionen und KI-Komponenten kombiniert und auf neue Geschäftsmodelle ausgerichtet ist. Darüber hinaus thematisiert Arvato KI-gestützte Automatisierung, API-basierte Marktkommunikation, Cloud-Services, Application Modernization sowie ESG-Reporting und Sicherheitskonzepte für kritische Infrastrukturen.
Kisters: Halle 1, Stand E140
Kisters stellt eine neue cloudbasierte Portfoliomanagement-Plattform für Energiehandel und -steuerung vor: BelVis+ PFM, die 2026 in den Markt startet und auf hohe Automatisierung ausgelegt ist. Ergänzend zeigt das Unternehmen eine rollenübergreifende IT-Plattform für Flexibilitätsmanagement im Niederspannungsnetz, die Steuerungsanforderungen und dynamische Tarife unterstützt. Digitale Zwillinge automatisieren Schaltprozesse und regulatorische Nachweise. Für den Messstellenbetrieb wird ein MSB-Cockpit präsentiert, das Gerätemanagement, Gateway-Administration und Datenbereitstellung integriert. Kundenportale und Optimierungslösungen für Industrieanwendungen runden das Portfolio ab.
EFR GmbH: Halle 2, Stand B118
EFR zeigt Systemlösungen für intelligente Netze und Smart Grids. Im Mittelpunkt steht die überarbeitete Version des Smart Meter Gateways Secure Smart Grid Hub (SGH-S), das Steuern aus dem Gateway gemäß aktueller technischer Richtlinien unterstützt und sichere Firmware-Updates ermöglicht. Zudem wird ein neues Breitbandpowerline-System nach G.hn-Standard vorgestellt, das robuste Echtzeitkommunikation im Netz erlaubt. Ergänzt wird das Angebot durch elektronische Stromzähler der SGM-Serie sowie eine skalierbare SaaS-Plattform für Messen, Steuern und Einspeisemanagement, die Funktionen wie Gateway-Administration, Monitoring und Sicherheitsmanagement vereint.
beegy: Halle 3, Stand M131
Beegy präsentiert integrierte Lösungen für das Heim-Energiemanagement. Die modulare Plattform vernetzt Photovoltaik, Stromspeicher, Wallboxen, Wärmepumpen und weitere steuerbare Verbraucher. Energieflüsse werden visualisiert und automatisiert optimiert, um Eigenverbrauch und Autarkie zu erhöhen sowie dynamische Tarife effizient zu nutzen. Neue Funktionen umfassen unter anderem bidirektionales Laden (Vehicle-to-Home) und die Integration von Wärmepumpensystemen. Offene Schnittstellen ermöglichen die Einbindung bestehender Anlagen. Perspektivisch sollen Haushalte auch in netzdienliche Prozesse wie Lastverschiebung eingebunden werden.
Soptim: Halle 1, Stand E130
Soptim rückt den fachlichen Austausch in den Mittelpunkt und präsentiert seine modulare Cloudplattform Soptim Elements. Die Lösung bildet energiewirtschaftliche Prozesse flexibel ab und ermöglicht schnelle Implementierungen ohne lange Projektlaufzeiten. Gezeigt werden Weiterentwicklungen für dynamische Tarife, automatisierten Stammdatenabgleich, Bilanzkreismanagement Gas sowie Technologien zur sicheren Datenverarbeitung. Ergänzend stehen Standardlösungen für Fahrplanmanagement, Kurzfristhandel und Marktkommunikation im Fokus. Soptim adressiert damit insbesondere Themen wie Skalierbarkeit, Datenintegration und regulatorische Anforderungen in einem zunehmend komplexen Energiemarkt.
EMH metering: Halle 3, Stand P118
EMH metering präsentiert sein komplettes Geräteportfolio für den Smart-Meter- und Steuerungsrollout. Gezeigt werden der neue FNN-Basiszähler eBZD-M, das Smart Meter Gateway Casa 1.1 sowie die zertifizierte FNN-Steuerbox Cara. Highlight ist ein neues Webportal für Letztverbraucher, das Messwerte aus dem Smart Meter Gateway in Echtzeit und im Sekundentakt visualisiert. Energieversorger können damit gesetzliche Anforderungen zur lokalen Datenauslesung ohne eigenen Entwicklungsaufwand erfüllen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Rollout für RLM-Kunden.
Zenner International: Halle 2, Stand C114
Zenner zeigt Lösungen für Smart Cities und den Smart Water Rollout. Im Mittelpunkt stehen smarte Messtechnik und IoT-basierte Anwendungen für Wasser-, Wärme- und Gasnetze. Vorgestellt wird unter anderem der Ultraschall-Hauswasserzähler IUWS B.One mit Parallelfunk über LoRaWAN und Wireless M-Bus. Ergänzend präsentiert Zenner „Metering as a Service“-Modelle zur wirtschaftlichen Fernauslesung sowie Lösungen für Leckageerkennung, Umweltmonitoring und Hochwasserschutz. Grundlage ist das weltweit größte LoRaWAN-Netz der Minol-Zenner-Gruppe. Eine neue B.One-Lösungswelt bündelt kompatible Geräte und Anwendungen.
Schleupen SE: Halle 3, Stand B130
Schleupen zeigt moderne Meter-to-Cash-Lösungen zur Beherrschung komplexer Prozesse in der Energiewirtschaft. Neu ist das zeitreihenbasierte Continuous Billing, das auch dynamische Tarife automatisiert abrechnen kann. Ergänzt wird das Portfolio durch KI- und Voicebot-Integration im Kundenservice sowie die Smartphone-App SchleupenOne zur Kundenbindung und Verbrauchsoptimierung. Ein weiterer Fokus liegt auf Smart-Meter-Gateway-Administration und CLS-Management zur Steuerung von Erzeugungs- und Verbrauchseinrichtungen. Zudem bietet Schleupen Business-Service-Providing-Modelle an, bei denen Standardprozesse ausgelagert werden können.
regiocom: Halle 3, Stand K102
Regiocom startet zur E-world offiziell die neue Cloudplattform RegMan 1.0 für Regulierungsmanager von Netzbetreibern. Die modulare Lösung löst die bisherige Systemgeneration ab und ermöglicht den flexiblen Einsatz einzelner Funktionsbausteine je nach regulatorischem Bedarf. Im Fokus stehen automatisierte Prozesse, sichere Datenintegration und die Unterstützung bei Berichtspflichten gegenüber der Bundesnetzagentur. Perspektivisch sollen Benchmarking- und KI-Funktionen repetitive Aufgaben weiter reduzieren und Kosten- sowie Erlöspfade transparenter machen. Die Plattform wird als in Deutschland betriebener Cloud-Service angeboten.




