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EU-Batterieverordnung 04.03.2026, 22:59 Uhr

Digitaler Batteriepass: Hilfe beim Umsetzen von EU-Regularien

Drei Organisationen haben gemeinsam eine Grundlage für den Digitalen Batteriepass entwickelt. Der Ansatz bietet ein skalierbares, interoperables Datenmodell auf Basis offener Standards.

IDTA, Catena-X und Battery Pass Project haben ein interoperables AAS-basiertes Modell für den digitalen Batteriepass entwickelt, beispielsweise für Batterien für die E-Mobilität. Foto: smarterpix/Kasto

IDTA, Catena-X und Battery Pass Project haben ein interoperables AAS-basiertes Modell für den digitalen Batteriepass entwickelt, beispielsweise für Batterien für die E-Mobilität.

Foto: smarterpix/Kasto

In einer gemeinsamen Initiative haben Industrial Digital Twin Association (IDTA), Catena-X Automotive Network e. V. und Mitglieder des Battery Pass Project einen technischen Ansatz sowie eine gemeinsame semantische Basis für den Digitalen Batteriepass (Digital Battery Passport) erarbeitet.

Die Lösung adressiert laut IDTA sämtliche in der EU-Batterieverordnung definierten Datenanforderungen und überführt sie in ein skalierbares, standardbasiertes Datenmodell. Kern der Spezifikation sei die Implementierung des Digitalen Batteriepasses basierend auf der Asset Administration Shell (AAS, „Verwaltungsschale“) und der zugehörigen Semantic Aspect Meta Models (SAMM) mit dem Ziel, die regulatorischen Anforderungen der Europäischen Union hinsichtlich Nachhaltigkeit, Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Batterien umzusetzen.

Offene und standardisierte Grundlage zum Umsetzen der Vorgaben

Wie IDTA ausführt, hat die Arbeitsgruppe dazu sieben Teilmodelle für die AAS, SAMM für die semantische Beschreibung entwickelt und eine Guideline, die eine Systematik der spezifizierten Teilmodelle und die entsprechenden Designentscheidungen gibt. Dieser Ansatz biete Wirtschaftsakteuren eine offene, standardisierte und sofort einsetzbare Grundlage zur Umsetzung der regulatorischen Vorgaben und schafft damit Investitions- und Implementierungssicherheit.

AAS-Beispiel eines digitalen Batteriepasses mit allen Submodellen. Grafik: IDTA

Die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 tritt, wie IDAT ausführt, am 18. Februar 2027 in Kraft und verpflichtet dazu, jede betroffene Batterie mit einem QR-Code, der mit dem digitalen Batteriepass verknüpft ist, auszustatten, um auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden zu können. Die Regelung betrifft Industriebatterien mit einer Kapazität von mehr als 2 kWh (zum Beispiel für stationäre Energiespeichersysteme), Batterien für Elektrofahrzeuge sowie Batterien für Light Means of Transport (LMT), etwa für E-Bikes oder E-Scooter.
Die entwickelten AAS-Teilmodelle strukturieren die erforderlichen Informationen kontextbezogen, beispielsweise Materialzusammensetzung, Kreislaufwirtschaft oder Produktzustand. Dies erfolgte eng angelehnt an die DIN DKE Spec 99100 und unter Verwendung bereits existierender Submodelle sowie der Semantik von Catena-X, E-Class und IEC CDD.

Auf Basis der standardisierten AAS-API können die Daten für den Digitalen Batteriepass über eine klar definierte Schnittstelle bereitgestellt werden.
Dazu beabsichtigt Catena-X, die gemeinsam entwickelten AAS-Teilmodelle in einem zukünftigen Release des Catena-X-Datenökosystems (CX-Neptune, September dieses Jahres) in einen standardisierten Anwendungsfall des Digital Battery Passports aufzunehmen.

„Mit der Asset Administration Shell als technologisches Fundamemnt für die Ausleitung der Daten für den Digitalen Batteriepass stellen wir eine effiziente Implementierung in bestehende Systeme und Datenräume sicher.“

Dr. Birgit Boss, Vorstandsmitglied bei IDTA

Der Ansatz schafft, so Boss weiter, die Grundlage für neue datenbasierte Geschäftsmodelle, erhöht Transparenz und Resilienz in der Lieferkette und minimiert gleichzeitig Implementierungsrisiken durch die konsequente Nutzung offener Standards.

Link zum Download: “Digital Battery Passport: Use Case Guideline of the Asset Administration Shell

(IDTA/Udo Schnell)