Vortrainierte Fähigkeiten für Industrieroboter
Eine neue Plattform soll es ermöglichen, Roboter in natürlicher Sprache zu programmieren. Der erste Schwerpunkt liegt nach Angaben des Anbieters auf der robotergestützten CNC-Maschinenbedienung.
Trener Robotics arbeitet mit 15 Lösungs- und Integrationspartnern in Europa und den USA, die schlüsselfertige Lösungen auf Basis von Acteris anbieten.
Foto: Trener Robotics
Die Acteris Plattform von Trener Robotics (ehemals T-Robotics) ersetzt die starre prozeduale Programmierung von Industrierobotern durch vortrainierte physische KI-Fähigkeiten. Wie das Unternehmen mitteilt, können Anwender damit Roboteraufgaben in natürlicher Sprache beschreiben und eingegebene Aufforderungen direkt in ausführbare Automatisierungsprozesse umsetzen.
Acteris agiere als software-definierte Intelligenzschicht im Factory Stack, mit der Roboter selbstständig lernen können. Zum einen erlaube das eine schnelle Anpassung an eine variantenreiche Produktion. Zum anderen können Integratoren mit der standardisierten Suite einmalige Projekte in skalierbare, wiederholbare Anwendungen umwandeln.
Seit Jahrzehnten schränke die Komplexität dynamischer Produktionsumgebungen die Leistungsfähigkeit der Industrierobotik ein – Millionen von Roboterarmen verrichten repetitive, zweckgebundene Aufgaben in streng kontrollierten Umgebungen, so das Unternehmen. Mit der Acteris-Plattform verändere Trener Robotics dieses Paradigma grundlegend.
„Wir ersetzen prozedurale Programmierung durch vortrainierte KI-Fähigkeiten. Damit können Roboter mit echter Intelligenz verstehen und handeln. Das lernen sie auf Basis von Daten aus menschlichen Demonstrationen, Robotereinsätzen und Videos industrieller Prozesse“, sagt Dr. Asad Tirmizi, Mitbegründer und CEO von Trener Robotics.
KI-Modelle als neuen Standard für die Robotik
Im Gegensatz zu starren, eng gefassten Systemen oder forschungsorientierten Generalistenplattformen sei Acteris eine praxisnahe, in der Fertigung bewährte Lösung. Der erste Schwerpunkt von Trener Robotics liege auf der robotergestützten CNC-Maschinenbedienung. Weitere Anwendungen mit hoher Nachfrage sollen 2026 folgen.
Acteris bietet nach eigenen Angaben:
- Eine agentenbasierte Benutzeroberfläche, mit der sich Roboter über natürliche Konversation, intuitive Aufgabenabläufe und hochpräzise Simulationen kontrollieren lassen. Damit können Anwender auch ohne Vorkenntnisse in der Robotertechnik mühelos Roboteranwendungen einrichten und betreiben.
- Identifizieren und Handling von Teilen auch unter widrigen Bedingungen.
- Optimierte Roboterbewegungen, die robust auf Veränderungen reagieren.
- Intelligente Kollisionsvermeidung und verbesserte Sicherheitsfunktionen, die dem menschlichen Urteilsvermögen nachempfunden sind.
- Echtzeit-Produktions-Dashboards zur Leistungsüberwachung.
Chancen für Integratoren: Automatisierung skalieren
Trener Robotics arbeitet den Angaben zufolge bereits mit 15 Lösungs- und Integrationspartnern in Europa und den USA, die schlüsselfertige Lösungen auf Basis von Acteris anbieten, einschließlich Roboter, Greifer und Software, die alle vorintegriert und produktionsbereit sind. Acteris ist derzeit kompatibel mit ABB, Universal Robots und Fanuc, weitere führende Robotermarken werden folgen, heißt es weiter.
Trener Robotics will sein Partnernetzwerk in Deutschland weiter ausbauen. „Unsere Go-To-Market-Strategie besteht darin, Systemintegratoren und OEMs mit einer Plattform für Roboter-KI-Fähigkeiten auszustatten, mit der sie Roboter in verschiedenen industriellen Umgebungen einsetzen und steuern können“, so Tirmizi. Durch die Verwendung standardisierter Roboter- und Anwendungslogik sorgt Acteris für einen geringeren Programmieraufwand, kürzere Projektlaufzeiten und eine moderne Bedienungserfahrung, die die Produktivität der Integratoren mit der Qualität für den Endkunden in Einklang bringt. „Dieser Ansatz verwandelt einmalige Integratorprojekte in wiederholbare, skalierbare Lösungen, die auf Geschwindigkeit, Konsistenz und Vorhersagbarkeit ausgelegt sind“, so der CEO von Trener Robotics weiter und fügt hinzu, dass das Unternehmen aktiv daran arbeite, sein globales Integratornetzwerk zu erweitern.
Trener Robotics/Udo Schnell




