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Roboterhände 25.03.2026, 15:57 Uhr

Schunk baut Engagement in humanoider Robotik aus

Schunk kooperiert mit der DLR und gründet ein Spin-off - Kennzeichen für einen Ausbau des Engagements in der humanoiden Robotik

Humanoide Roboterhände

Schunk treibt die industrielle Weiterentwicklung humanoider Robotik voran und bündelt alle Aktivitäten künftig im neu gegründeten Tech-Spin-off. Im Zentrum steht die nächste Generation einer modular aufgebauten, anthropomorphen 5-Finger-Greifhand. Bild: DLR

Foto: DLR

Auf der German Robotics Conference 2026 in Köln haben Schunk und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vereinbart, ihre Zusammenarbeit im Bereich humanoider Robotik weiter auszubauen. Wie Schunk mitteilt, soll die Kooperation den Technologietransfer in die Industrie beschleunigen und die feinmotorischen Fähigkeiten humanoider Roboterhände für neue Automatisierungsanwendungen voranbringen.

Das DLR verfügt am Institut für Robotik und Mechatronik über umfassende Erfahrung in der Entwicklung von Roboterlösungen und arbeitet bereits seit rund 20 Jahren mit Schunk zusammen. Mit der erweiterten Kooperation knüpfen beide Seiten an diesen Erfolg an und bringen ihre Technologiekompetenz zusammen, führt Schunk aus.

Timo Gessmann und Alin Albu-Schäffer unterzeichnen die Kooperation
Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung auf der German Robotics Conference 2026 in Köln setzen Timo Gessmann (li.), CTO Schunk, und Prof. Dr.-Ing. Alin Albu-Schäffer, Institutsdirektor DLR-Institut für Robotik und Mechatronik, ein gemeinsames Zeichen. Bild: DLR

Die DLR-Technik soll künftig in die neuen modularen humanoiden Roboterhände von Schunk einfließen und für industrielle Anwendungen weiterentwickelt werden. Dadurch lassen sich menschenähnliche Geschicklichkeit und insbesondere feinmotorische Manipulationsfertigkeiten für anspruchsvolle Automatisierungsaufgaben gezielt ausbauen.

„Die Zusammenführung unserer jahrzehntelangen mechanischen Kompetenz mit moderner Robotikforschung und neuen KI-Technologien setzt enormes Innovationspotenzial frei.“
Timo Gessmann, CTO Schunk

„Wir setzen auf starke Partnerschaften, um Chancen in der Robotik gemeinsam zu erschließen und konsequent in die Anwendung zu bringen – mit Tempo und Fokus“, sagt Timo Gessmann, CTO von Schunk. „Die Zusammenführung unserer jahrzehntelangen mechanischen Kompetenz mit moderner Robotikforschung und neuen KI-Technologien setzt enormes Innovationspotenzial frei.“

Schunk gründet Spin-off für humanoide Roboterhände

Die Kooperation passt inhaltlich zu einer Aktivität des Unternehmens aus dem Januar, als Schunk ein Spin-off für humanoide Roboterhände gegründet hat. Ziel des neuen Unternehmens sei die Entwicklung modularer humanoider Roboterhände für industrielle Anwendungen, um die Verfügbarkeit und den Einsatz humanoider Systeme konsequent auszubauen. Das Spin-off startet laut Schunk aus einer starken Position: Es baut auf dem langjährigen Erfahrungsschatz des Unternehmens in der Automatisierung von Handhabungsprozessen auf, nutzt bestehende Infrastruktur sowie Test- und Entwicklungsflächen in den unternehmenseigenen Roboter-Applikationszentren (Co-Labs) und greift auf ein internationales Netzwerk in Forschung und Entwicklung zurück. Ergänzend steht ein erprobtes Technologieportfolio zur Verfügung – getragen von einer globalen Kundenbasis und etablierten Zugängen zu den relevanten Märkten der humanoiden Robotik.

Humanoide Roboterhand greift Bauteile aus einen Behälter
Das neu gegründete Spin-off bündelt Kompetenzen im Bereich humanoider Robotik, um deren Einsatz in Industrieanwendungen skalierfähig auszubauen. Bild: Schunk SE & Co. KG

Im Mittelpunkt steht den Angaben zufolge die nächste Generation einer modular aufgebauten, anthropomorphen 5-Finger-Greifhand mit integriertem Handgelenk und Unterarm. Sie ist als skalierbarer Baustein für den industriellen Einsatz humanoider Systeme konzipiert, führt Schunk aus. Ein neuer Prototyp stehe bereits kurz vor dem Einsatz. „In der humanoiden Robotik liegt enormes Marktpotenzial. Mit der Ausgründung schaffen wir den Freiraum für ein agiles, eigenständiges Unternehmen im Start-up-Stil, mit starkem technologischen Fundament und ausgeprägter Marktnähe. Damit bauen wir unsere Position als führender End-of-Arm-Partner in der Robotik weiter aus und etablieren einen globalen Standard für humanoide Hände“, so Gessmann.

German Robotics Conference: Plattform für Innovation und Kooperation

Ministerin Bär am Stand des RIG-Clusters
Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, im Gespräch mit Timo Gessmann (li.)am Stand des RIG-Clusters. Bild: Schunk SE & Co. KG

Die German Robotics Conference wird vom Robotics Institute Germany (RIG) ausgerichtet und fand in diesem Jahr vom 11. bis zum 13. März in Köln statt. Sie hat zum zweiten Mal führende Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Start-ups zusammen gebracht, um die Verbindung zwischen Forschung, Innovation und Technologietransfer zu stärken. Vor Ort machte sich auch Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, ein Bild vom aktuellen Stand der Robotik und tauschte sich mit Schunk darüber aus, welche Rolle Zusammenarbeit und Technologieoffenheit für die Innovationskraft Deutschlands in Robotik und KI spielen.

(Quelle: Schunk)