Digitale Tools 04.08.2021, 09:00 Uhr

Gefährdungsbeurteilung im Arbeitsschutz mithilfe der GESTIS-Stoffdatenbank und der GESTIS-Biostoffdatenbank

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) betreibt mehrere Onlinetools, die umfassende Informationen zur Gefährdungsbeurteilung im Arbeitsschutz bereitstellen. Für chemische Stoffe ist dies die GESTIS-Stoffdatenbank (GESTIS: Gefahrstoffinformationssystem), während die Gefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe in der GESTIS-Biostoffdatenbank dargestellt werden. Die darin enthaltenen Datenblätter informieren über alle wesentlichen Aspekte zum Arbeitsschutz und richten sich in erster Linie an betriebliche Sicherheitsbeauftragte und sonstige Stellen, die sich mit Arbeitsschutz befassen, aber auch an Einsatzkräfte wie die Feuerwehr oder Notärzte.

Zu den Biostoffen gehören Mikroorganismen, Zellkulturen und Endoparasiten einschließlich ihrer gentechnisch veränderten Formen. Quelle: PantherMedia/ zozu

Zu den Biostoffen gehören Mikroorganismen, Zellkulturen und Endoparasiten einschließlich ihrer gentechnisch veränderten Formen.

Foto: PantherMedia/ zozu

Alle Informationen sind kostenlos und ohne Registrierung zugänglich, stehen somit der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung und werden daher auch von universitären Einrichtungen, Forschungs­einrichtungen und Schulen genutzt. Im Zuge der Internationalisierung der Arbeitswelt bietet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) neben den deutschsprachigen Versionen beide Datenbanken auch in englischer Sprache an, wodurch weltweit ein sehr großer Personenkreis erreichbar ist. Die GESTIS-Datenbanken haben sich somit zu einer internationalen Referenz auf dem Gebiet der Gefährdungsbeurteilung von Chemikalien und Biostoffen entwickelt.

Datenblätter zu 8 700 chemischen Stoffen

Die einzelnen Einträge der GESTIS-Stoffdatenbank (Bild 1) liegen in Form stoffbezogener Datenblätter vor und sind neben der chemischen Bezeichnung auch über mehrere Identifikatoren auffindbar. Die Datenbank beinhaltet aktuell Einträge zu über 8 700 chemischen Stoffen. Die Datenblätter enthalten Informationen zu physikalisch-chemischen Daten, Toxikologie sowie Ökotoxikologie, Arbeitsmedizin und Erster Hilfe. Weitere Kapitel behandeln den sicheren Umgang mit den Substanzen sowie Angaben zu gesetzlichen Vorschriften wie etwa GHS-Einstufung/Kennzeichnung (GHS: Globally Harmonized System of Classification, Labelling and Packaging of Chemicals), Grenzwerten und Verwendungsbeschränkungen. Durch die systematische Gliederung der Datenblätter kann der Nutzer die für sich relevanten Informationen schnell herausfiltern. Für die Erstellung der Datenblätter wird auf eine große Zahl unterschiedlicher Quellen zurückgegriffen. Bestimmte Kapitel, insbesondere Arbeitsmedizin und Erste Hilfe, werden in Kooperation mit externen Experten erarbeitet. Die von GESTIS bereitgestellten Informationen gehen damit weit über das hinaus, was durch die üblichen Sicherheitsdatenblätter der Hersteller abgedeckt wird.

Bild 1 Seit Anfang 2021 erscheint die GESTIS-Datenbank im neuen Design. Grafik: DGUV

GESTIS-Biostoffdatenbank mit Tätigkeitsblättern

Im Unterschied zur GESTIS-Stoffdatenbank gibt es in der GESTIS-Biostoffdatenbank (Bild 2) neben den Datenblättern zu den einzelnen Biostoffen (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) auch sogenannte Tätigkeitsdatenblätter. Diese informieren über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen bei bestimmten Tätigkeiten, bei denen verschiedene Biostoffe auftreten können, deren Identität jedoch nicht immer bekannt ist. Vertiefende Informationen zu den bei dieser Tätigkeit möglicherweise auftretenden Biostoffen können über entsprechende Verlinkungen aufgerufen werden. Insgesamt sind über 18 000 Einträge enthalten, von denen die relevantesten Biostoffe (ca. 300) umfassend beschrieben sind. Die GESTIS-Biostoffdatenbank ist ein Gemeinschaftsprojekt der DGUV, der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemische Industrie (BG RCI) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Bild 2 Die GESTIS-Biostoffdatenbank weist über 18 000 Einträge zu biologischen Arbeitsstoffen auf. Grafik: DGUV

Auch auf mobilen End­geräten nutzbar

Seit Anfang 2021 zeigen sich beide Datenbanken in einem neuen, nutzerfreundlichen Responsive Design und können so auf allen üblichen Endgeräten genutzt werden. Sie werden fortlaufend aktualisiert und die Informationen angepasst, etwa bei Änderungen des regulatorischen Rahmens. Über die Feedback-Funktion ist zudem der Austausch zwischen Nutzern und GESTIS-Team gewährleistet. Für alle im Arbeitsschutz Tätigen ist die Beurteilung, ob die vorhandenen Quellen und Informationen glaubwürdig und korrekt sind, eine Herausforderung. Die GESTIS-­Datenbanken sind zwei wertvolle Werkzeuge, die die Nutzer bei der Umsetzung dieser Anforderungen unterstützen.

Dr. rer. nat. Conrad Wagner
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Sankt Augustin.

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