Carbon statt Stahl: Betonfassade spart Material, Gewicht und CO₂
Nichtmetallisch bewehrte Beton-Sandwichfassaden mit carbonbewehrter Vorsatzschale eröffnen neue Wege zu ressourceneffizienten, CO₂-reduzierten Gebäudehüllen. Ein peer-reviewter Fachaufsatz zeigt anhand eines Pilotprojekts den erfolgreichen Transfer von der Forschung in die Baupraxis.
Carbonbewehrte Beton-Sandwichfassaden reduzieren Material, Gewicht und CO₂ – Pilotprojekt bestätigt die Praxistauglichkeit ressourceneffizienter Gebäudehüllen.
Foto: nesseler Gruppe
Nichtmetallisch bewehrte Beton-Sandwichfassaden mit carbonbewehrter Vorsatzschale ermöglichen eine deutliche Reduktion von Materialeinsatz, Eigengewicht und CO2-Fußabdruck bei Gebäudehüllen. Ein Pilotprojekt unter realen Produktionsbedingungen bei der nesseler bau GmbH bestätigt die technische Machbarkeit und das Potenzial für ressourceneffiziente, langlebige Fassadensysteme.
Dr.-Ing. Jan Bielak (Lehrstuhl und Institut für Massivbau der RWTH Aachen University), Hendrik Ros und Dr.-Ing. Martin Hiester (nesseler Gruppe) stellen im peer-reviewten Aufsatz der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Bauingenieur den Weg von der Forschung zum Pilotprojekt vor.
Ressourceneffiziente Gebäudehülle durch nichtmetallisch bewehrte Sandwichfassaden – Von der Forschung zum Pilotprojekt
J. Bielak, H. Ros, M. Hiester
Bauingenieur Jahrgang 101 (2026) Heft 03
Publikationsdatum: 06.03.2026
doi.org/10.37544/0005-6650-2026-06
Zusammenfassung: Beton-Sandwichfassaden mit nichtmetallischer Bewehrung bieten erhebliche Chancen den Materialeinsatz, das Eigengewicht und den CO2-Fußabdruck im Hochbau zu reduzieren. Der Artikel stellt die Entwicklung eines neuartigen Fassadensystems mit einer dünnen, carbonbewehrten Vorsatzschale, rein nichtmetallischen Verbundmitteln und einer Stahlbeton-Tragschale vor. Im Mittelpunkt stehen experimentelle Untersuchungen zu Tragverhalten, Gebrauchstauglichkeit sowie zur Beherrschung von Zwangsspannungen und Rissbildung bei dünnen Vorsatzschalen.
Die Praxistauglichkeit des Systems wurde im Rahmen eines Pilotprojekts der nesseler bau GmbH unter industriellen Produktions- und Montagebedingungen erprobt. Ergänzend wurden die Nachhaltigkeitsaspekte anhand einer Ökobilanz bewertet. Die Ergebnisse liefern belastbare Erkenntnisse zur technischen Machbarkeit und zur baupraktischen Umsetzbarkeit der neuen Bauweise. Damit eröffnet sich ein Weg zu ressourceneffizienten, langlebigen und zukunftsfähigen Gebäudehüllen auf Basis industrieller Fertigung.
Resource-efficient building envelope thanks to non-metallic reinforced sandwich facades – from research to pilot project
Abstract Concrete sandwich facades with non-metallic reinforcement offer significant opportunities to reduce material usage, dead weight and the carbon footprint in high-rise construction. This article presents the development of a novel facade system with a thin, carbon-reinforced facing shell, purely non-metallic connectors and a steel-reinforced concrete inner shell. The focus is on experimental investigations into load-bearing behaviour, serviceability and the control of restraint stresses and crack formation in thin concrete decks.
The practical suitability of the system was tested in a pilot project of nesseler bau GmbH under industrial production and assembly conditions. In addition, the sustainability aspects were evaluated based on a life cycle assessment. The results provide reliable insights into the technical feasibility and practical implementation of the new construction method. This blazes the trail for resource- efficient, durable and sustainable building envelopes produced using industrial manufacturing processes.




