Sicherer Umgang mit Asbest
Mit der neuen Richtlinie VDI 6202 Blatt 10 schafft der Verein Deutscher Ingenieure erstmals einen klaren, praxisnahen Standard für den sicheren und rechtskonformen Umgang mit Asbest in mineralischen Bau- und Abbruchabfällen – eine zentrale Grundlage für Arbeitssicherheit, Umweltschutz und hochwertiges Baustoffrecycling.
Die neue Richtlinie VDI 6202 Blatt 10 schafft Klarheit beim Umgang mit Asbest in Bauschutt und Recyclingbaustoffen.
Foto: Frank Jansen
Mit der Veröffentlichung der neuen Richtlinie VDI 6202 Blatt 10 „Schadstoffbelastete bauliche und technische Anlagen – Asbest in mineralischen Bau- und Abbruchabfällen“ setzt der VDI einen wichtigen Meilenstein für den sicheren und rechtskonformen Umgang mit potenziell asbesthaltigen Bau- und Abbruchmaterialien. Die Richtlinie schafft erstmals einen normativen, fachlich fundierten Rahmen für Erkundung, Probenahme und Bewertung technischer Asbestprodukte in Recyclingmaterialien und Altablagerungen.
Mehr Sicherheit bei Abbruch, Sanierung und Recycling
Asbesthaltige Baustoffe finden sich in vielen Gebäuden, die vor 1995 errichtet wurden – häufig unerkannt. Besonders bei Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen besteht das Risiko, dass asbesthaltige Bestandteile unbeabsichtigt in den Stoffkreislauf gelangen. Genau hier setzt die VDI 6202 Blatt 10 an: Sie definiert praxisnahe und technisch präzise Vorgaben, wie Materialchargen systematisch beprobt, untersucht und bewertet werden müssen.
Damit wird eine entscheidende Grundlage geschaffen, um Gesundheitsrisiken zu minimieren und rechtliche Unsicherheiten zu vermeiden.
Geschlossene Regelungslücke und praxisorientierte Umsetzung
Mit der neuen Richtlinie wird eine bedeutende Lücke im technischen Regelwerk geschlossen. Planende, Bauherren, Entsorgungsunternehmen und Behörden erhalten ein verlässliches Instrument, das für mehr Sicherheit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Praxis sorgt – und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung im Baustoffrecycling leistet.
Die Richtlinie ergänzt bestehende Vorgaben wie die LAGA-Mitteilung M 23, die TRGS 517/519 sowie die Ersatzbaustoffverordnung und führt diese in einem klar strukturierten, anwenderfreundlichen Standard zusammen.
Wichtiger Baustein für Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz
Checklisten, Prozessdarstellungen und Materiallisten unterstützen Anwender dabei, Probenahmemengen, Probendichten und geeignete Analysenmethoden korrekt festzulegen sowie Dokumentationspflichten umfassend zu erfüllen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen gewinnt der sichere Umgang mit schadstoffbelastetem Bauschutt weiter an Bedeutung. Gleichzeitig ist eine verlässliche Asbestanalytik Voraussetzung für das Ziel, mineralische Baustoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft hochwertig zu recyceln.
Erhältlichkeit
Die Richtlinie VDI 6202 Blatt 10 ist am 1. Dezember 2025 erschienen und kann über www.vdi.de/6202
sowie über DIN Media (www.dinmedia.de) bezogen werden.




